Zivilisation lässt sich nicht vermeiden: Rund um Wuppertal

Mein guter Freund Björn Eickhoff und ich haben uns spontan nicht einmal eine Woche vorher dazu entschlossen, den Wanderweg rund um Wuppertal zu gehen. Das sind schon ordentliche 103km. Der motivierte Plan war jedoch mitte November Freitags nach der Arbeit zu beginnen und die ersten Kilometer noch im Dunkel einer frühen Herbst Nacht zurück zulegen. Vor der Witterung hatten wir keine angst. Unsere bisherigen Micro-Adventures haben uns immer wieder gelehrt, was funktioniert und was nicht.

Sack und Pack

Sack und Pack…

Ich habe mich bei der Tour für meinen 45l Fjällräven Helags entschieden. Da wir keine Lust auf den Tarpaufbau hatten und lange laufen wollten, habe ich mich für mein Biwaksack-System entschieden. Das ist der Biwaksack der niederländischen Armee, darin eine Klymit Static V als Isomatte und mein Defence 4. Einen alten Bundeswehr Poncho nutze ich ohnehin lieber, als Membrane Klamotten. Damit lässt sich leicht ein Schrägdach errichten, so dass ich trocken in den Biwacksack schlüpfen, mein Zeug lagern und Kochen kann. So spare ich mir unnötige Ausrüstung.

Zum Kochen habe ich meine Bushcraft Essentials Bushbox mit einem Spirituskocher und einem No-Name Titan Pott benutzt. Aber was heißt Kochen? Morgens Porridge, also Haferflocken, eine Prise Salz und Banane mit kochendem Wasser übergießen und Abends Reis mit Bouillon… Über Tag Schokokekse, Reiswaffeln, Beef Jerkey und jeden Tag eine Banane. Das spart das Auspacken vom Kocher und das ganze Gerödel damit. Ansonsten nur noch ein wenig Bushcraft Zeug, wie mein Tomahawk, zum Einschlagen der Heringe. Zu guter letzt noch 2l Wasser in meiner Trinkblase und 2l Wasser in zwei Edelstahl Feldflaschen.

Alles gepackt.

Die Tour

Alles war gepackt, mein Feierabend da und es sollte losgehen. Doch es verzögerte sich alles ein wenig. So kamen wir erst um etwa 18:30 Uhr am Parkplatz an. Doch dann warfen wir uns im Dunkeln die Rucksäcke auf den Rücken, positionierten die Kopflampen und gingen los. Wieder erwarten benötigten wir die Lampen kaum. Gingen wir doch zunächst noch durch Wuppertal-Vohwinkel, überquerten die A 46 und dann endlich in die Wälder südlich von Wuppertal, während der Mond hell über uns schien. Nur gelegentlich machten wir uns Licht, um nach Wegweisern zu schauen und nicht zu weit vom Weg ab zukommen. Doch auch das war oft nicht nötig, da die Symbole stets sehr übersichtlich und eindeutig angebracht waren. So machten wir am ersten Abend knapp über 20km und waren wirklich guter Dinge, am nächsten tag an diese Leistung anknüpfen zu können, obwohl Björn seit einigen Tagen Knie Probleme hatte.

Spät abends hatten wir uns dazu entschlossen, in einer kleinen Schutzhütte am Wegesrand zu übernachten. So dass wir kein echtes Schlafsetup benötigten, sondern nur Schlafsäcke und Isomatten entrollten und schnell in die Säcke hinein krochen. Wie björn mir sagte, habe ich wohl bestens geruht und fleißig geshnarcht, während er am Eingang der Hütte keine Ruhe gefunden hatte und von zwei ‚Zwergen‘ beobachtet wurde. Die Zwerge waren dann die Silhouette zweier Bäume und Björns humorvolle Interpretation einer schlechten Nacht. Nach einem ordentlichen Frühstück und einem schönen Blick, schulterten wir wieder die Rucksäcke und es ging weiter.

Guter Morgen

Der Samstag

So gut es auch am Freitag ging, Samstag kamen wir erst spät los und kamen einfach nicht in den Trott. Björns Probleme mit dem Knie nahmen immer weiter zu und dann machte auch sein Oberschenkel immer stärkere Probleme, so dass wir uns dafür entschieden, die Tour zu beenden, bevor er ernsthafte Probleme bekäme. Doch das war erst am Abend und bis dahin hatten wir eine echt schöne Tour. An historischen Stätten wie z.B. einem alten Hammerwerk (mit Museum) im Morsbachtal. Mein Fazit für diese Tour: Man muss schon fit sein, es geht bergauf und bergab. Dennoch lohnt sie sich. Vor allem der wuppertaler Süden hat sehr viel schönes und Ruhe zu bieten.

Das geplante Übernachtungs Setup

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