Wasserfilter

Das möchte nun niemand ‘genießen’

Wasserfilter sind ein schier unüberschaubares Gebiet geworden. Von kleinen Filtern bis zu Filter für große Gruppen oder gar in Katastrophen Gebieten. Es erfordert einige Zeit, sich in dieses Thema einzuarbeiten. Stück für Stück möchte ich auch hier immer mal wieder Details zu diesem Thema vorstellen. Denn Wunderwerke sind sie alle nicht. Jeder hat seine Vor- und Nachteile. Bedenkenlos einsetzbar ist kaum eines der mobilen Geräte. Es gibt entsprechende Filterstationen beim Katastrophenschutz, doch diese sind LKW Anhänger groß und werden von Fachkräften bedient. Einfach blind auf einen Wasserfilter zu vertrauen, ist nicht empfehlenswert und kann in Infektionen enden.

*Aufgrund der vielfältigen Chemikalien und Ursachen, kann hier keine sichere Auskunft gegeben werden.
** Mittel wirken gegen lebende Organismen, wie z.B. Protozoen, Bakterien und Viren. Nicht jedoch gegen die Verschmutzung.
*** Starke Verschmutzung könnte ggf. die Wirkung der Mittel einschränken und sie sind hier unsicher.

Angaben von verschiedenen Herstellern zusammengetragen.

Die Tabelle soll einen Überblick über die Vor- Und Nachteile verschiedener Systeme zeigen. Daraus muss sich jeder sein persönliches System heraussuchen.

Große Auswahl, doch was nehmen?

Es gibt keine Eier legende Wollmilchsau! Wie die Tabelle oben aufzeigt, gibt es sehr viele Gefahren und Verunreinigungen im Wasser. Das führt zu simplen Tatsachen:

  1. Grobe Verschmutzungen, wie Partikel und Dreck müssen entfernt werden
  2. Feinere Partikel, Schwebeteilchen müssen entfernt werden
  3. Protozoen und Bakterien müssen entfernt bzw. unschädlich gemacht werden
  4. Viren müssen entfernt oder unschädlich gemacht werden
  5. Chemikalien müssen entfernt werden.

Wie bereits erwähnt, sorgen wir durch eine gute Auswahl des Wassers bereits für bessere Qualität und eine grundlegende Sicherheit, doch endgültige Gewissheit geben uns nur wenige Dinge.

Endgültige Sicherheit erhalten wir nur durch Kenntnis von den Gefahren und wie man sie ausschließen oder ausmerzen kann. Fangen wir mal hinten an.

Chemikalien

Hier sind die Verschmutzungen gut sichtbar. Später im Fluss nicht mehr!

Chemikalien sind das schlimmste, wenn es um das Ausfiltern geht. Oft geruchsneutral und unsichtbar, schleichen sie sich in unser Wasser, ohne das wir es merken. Hier schützt uns zunächst wirklich gute Auswahl des Wassers. Herausfiltern lassen sich Chemikalien jedoch auch. Wie die Tabelle oben zeigt, hilft dort jedoch nur Aktivkohle. Dabei handelt es sich um gereinigte und aufgearbeitete Kohle. Diese hat die Eigenschaft, gewisse Stoffe zu binden. Der Nachteil bei Aktivkohle ist jedoch, dass sie irgendwann voll ist und dadurch wirkungslos wird. Bei brackigem Wasser führt Aktivkohle auch zu deutlicher Geschmacks und Geruchsverbesserung. Bei solcher Art belastetem Wasser, merkt man der Aktivkohle an, wenn sie ausgetauscht werden muss. Dies äußert sich in Geruch und Geschmack. Bei Chemikalien ist dies meist nicht der Fall. Somit kann ein defekter oder zugesetzter Aktivkohlefilter möglicherweise nicht auffallen. Hier hilft nur auf Nummer sicher gehen und regelmäßig austauschen!

Schadorganismen

Viren, Protozoen und Bakterien sind mechanisch ausfilterbar. Doch Viren sind schon wegen ihrer geringen Größe ein großes Problem. Auch hier, kann jeder Filter Versagen und wir bemerken es nicht. Was hier möglich ist, findet man zuverlässig bei den Herstellerangaben.

Die Sicherheit bekommen wir jedoch durch verschiedene Techniken und Mittel hin. In klarem Wasser ohne Schwebeteilchen, helfen UV-Geräte sehr zuverlässig. Sie haben den großen Vorteil, schnell zu wirken (meist in wenigen Minuten) und den Geschmack nicht zu verändern. Ihre Zuverlässigkeit besteht in der aggressiven Wirkung von UV-Strahlen im Wasser. Dazu steckt man eine kleine Lampe in das Wasser und aktiviert sie. Nach meist 90 Sekunden, geht die Lampe aus und das Wasser ist genießbar. Durch das Leuchten der Lampe, ist auch gewährleistet, zu erkennen, ob sie noch funktioniert. Diese Geräte passen in die Hosentasche und benötigen Batterien. Vielleicht ihr einziger Nachteil.

Chemische Mittel, wie z.B. Chlor oder Silberionen können den Geschmack verändern, wirken aber ebenso zuverlässig, wie UV-Strahlung. Sie müssen jedoch richtig Dosiert werden und eine Wartezeit muss eingehalten werden, damit sie ihre Wirkung auch wirklich entfalten. Das Abschätzen dieser zeit kann schon mal schwierig werden. Aber man kann auch sehr großzügig bemessen und vorsorgen.

Der Klassiker ist jedoch das Abkochen. Sprudelnd kochendes Wasser tötet zuverlässig ab. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Wasser mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen muss. Je niedriger der Luftdruck ist, desto früher beginnt es zu sprudeln und der eigentliche Siedepunkt von Wasser ( nämlich 100°C) ist noch nicht erreicht. Dementsprechend muss in höheren Lagen die Kochzeit verlängert werden. Als Faustregel 3 Minuten auf Meereshöhe und je 1 Minute für je 150 Meter über dem Meeresspiegel.

Es gibt leider jedoch einige wenige echte Überlebenskünstler unter den Schadorganismen, die sogar diese Prozeduren überstehen können. Wobei ehrlicher Weise, das Risiko äußerst gering ist, diese Organismen zu erwischen. Ich möchte dies hier nur der Vollständigkeit halber nennen.

Das Grobe: Die Partikel

Partikel sind wohl das angenehmste, um von uns entfernt zu werden. Das können Sedimente vom Gestein oder organische Teile sein. Wirklich grobe Verschmutzung können wir sogar mit unserer Kleidung heraus filtern. Und je kleiner diese Partikel werden, desto feiner muss eben unser Filter sein. Dies stellt jedoch gar kein Problem dar. Jeder noch so billige Filter kann das! Was jedoch nicht vergessen werden darf, dass es auch noch andere, gefährlichere Dinge im Wasser gibt!

Welches System nehmen (ein Beispiel)?

Im Folgenden möchte ich meine Gedanken zu einem System für die Wasseraufbereitung vorstellen. Wichtig ist jedoch, dass ihr bedenkt, das es lediglich meine Präferenzen wiederspiegelt und jeder andere Prämissen hat. So kann ein einfacher Lifestraw völlig ausreichend sein, während der Trekker in Asien einen aufwändigen Pumpfilter bevorzugt.

Ich möchte ein System, dass

  • wenig Pflege bedarf
  • keine empfindlichen Teile hat
  • Technisch einfach ist
  • keine Ersatzteile benötigt

Damit sind sämtliche Pumpsystemefür mich persönlich raus. Sie sind voluminös, benötigen Wartung und Pflege, sowie Ersatzteile. Darüber hinaus weisen die meisten dieser Filter einen Keramikfilter auf. Sollte dieser Beschädigt sein, kann es sich um sogenannte Haarrisse handeln. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen, können dennoch Protozoen, Bakterien und Viren hindurchschlüpfen und die Probleme sind da. Nutze ich einen solchen Filter, möchte ich natürlich nicht noch zusätzlich desinfizieren… Das führt zu keiner Rückfallebene.

Alles was ich auf Tour benötige

Somit bleiben mir Schwerkraftfilter. Ein Gefäß wird mit Wasser befüllt, der Filter aufgeschraubt, das ganze verkehrt herum aufgehängt und nun heißt es warten. Da bieten sich Pausen ohnehin an. Als ich mich für ein System entschieden habe, gab es nur 0,2 Micron beim Sawyer Mini. Für mich kein Problem. Katadyn Micropur in flüssig dabei und egal, was durch meinen Filter flutscht, Chlor tötet es. Den Chlorgeschmack kann man ertragen oder übertünchen. Der Nachteil des Sawyer ist, dass er das Wasser nur bis 0,2 Micron sicher Filtert. Das bedeutet aber auch, dass nur Viren es durch den Filter schaffen. Bei sachgemäßer Verwendung und darauf Achten, dass er nicht einfriert, kann er eigentlich nicht kaputt gehen. Diesen Filter kann ich mir einfach unter die Jacken stecken und er friert nicht ein. Einen Pumpfilter, bekomme ich da kaum unter.

Eigentlich nicht kaputt gehen? Nun, er funktioniert simpel. Durch dünne und poröse Kunstfaserschläuche wird wird das Wasser geleitet und durch die Poren fließt das Wasser, während Partikel über 0,2 Micron abgefangen werden. Mittels Spülen mit sauberem Wasser in umgekehrter Richtung, werden diese Partikel später ausgepresst und der Filter ist wieder sauber. Sein Innenleben kann jedoch auch reißen. Im Gegensatz zu Partikeln, sind diese Wesen für unser Auge unsichtbar. Bleibt das Wasser nach dem Filtern optisch verschmutzt, so muss der Filter ersetzt werden. Da ich bei diesem Filter jedoch keine Viren entfernen kann, muss ich den Schritt gehen und diese bekämpfen. Alle dazu verwendeten Mittel lösen jedoch auch mein Problem mit den größeren Schadorganismen, wodurch ich sicheres Wasser erhalte.

Achte ich noch dazu auf meine Wasserquelle, so laufe ich damit hervorragend. Eine alternative zum Micropur ist auch noch das abkochen. UV Geräte finde ich auch nicht schlecht, aber das bedeutet weitere Elektronische Geräte mit zuführen und weitere Ersatzbatterien.

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