Wasser

Eines der großen Kernelemente für unser Überleben ist Wasser. Warum ist das so? Natürlich ist den meisten die Faustregel bekannt, dass der menschliche Körper zu mehr als 70% aus Wasser besteht. Das wir Menschen durch unsere Schweißdrüsen Wasser verlieren ist wohl auch jedem bekannt.

Doch das sind nicht unsere einzigen ‚undichten Stellen‘ durch welche wir Wasser verlieren. Betrachten wir die Regel der 3 (3 Sekunden unachtsam, 3 Minuten ohne Luft, 3 Stunden ohne Isolation, 3 Tage ohne Wasser, 3 Wochen ohne Nahrung…), so stellen wir fest, das wir durch Dehydrierung, also Wasserverlust, schneller sterben, als ohne essen. Alleine deswegen stellt Wasser eine unserer höheren Prioritäten dar. Als höchste Priorität gilt das, was als erstes tötet.

Welche Stellen dehydrieren uns denn nun?

Die Antwort ist denkbar einfach: Fast alles! Beinahe jede noch so kleine Funktion unseres Körpers benötigt Wasser. Selbst beim atmen, verdunsten wir Wasser in unseren Lungen. Dieser Effekt ist bei Kälte gut zu beobachten. Die kleinen Wolken vor unseren Mündern und Nasen. Dazu Schwitzen, Essen, Verdauen und sogar unser Stuhlgang benötigt Wasser. Eigentlich geht unser Organismus sogar sehr verschwenderisch mit diesem Rohstoff um. Benötigen wir meist nur etwa 2 bis 3 Liter pro Tag, kann diese Menge sehr schnell das Doppelte bis gar das Dreifache erreichen. Je nach Temperatur und Tätigkeit.

Was können wir tun?

Prinzipiell müssen wir uns (zumindest) derzeit in den nördlichen Regionen der Welt keine echten Gedanken um das Verdursten machen. Dennoch ist Vorsorge besser, als Nachsorge und so sollten wir uns in einer Überlebenssituation frühest möglich Gedanken um unseren Wasserhaushalt machen. Der erste Schritt ist hier denkbar einfach: Möglichst wenig Wasser aus unserem Körper Verschwenden. Dazu sollten wir zunächst das Schwitzen vermeiden. Folglich heißt es geeignete Kleidung wählen und die Kleidung, die wir dabei haben möglichst effektiv wählen. In Bewegung lieber dünner, dafür dicker, wenn wir ruhen. Auch durch das Sprechen verlieren wir viel Wasser als Verdunstungsfeuchte aus unseren Lungen. Da wir Atmen müssen, können wir hier nicht sparen. Doch das reden beispielsweise können wir auf ein Minimum beschränken. Auch unsere Fortbewegung können wir ebenso wie Arbeiten auf ein notwendiges Minimum beschränken. Oder aber es in kühlere Tageszeiten verlegen, so lange kein dringender Grund dafür spricht.

Bin ich dehydriert?

Die Frage lässt sich leicht beantworten! Zunächst einmal, verfärbt sich früh der Urin sehr dunkel und beginnt sehr unangenehm zu riechen oder zu stinken. Dann sind weitere folgen Kopfschmerzen und auch Schwindel kann später einsetzen. Der Stuhlgang wird zunehmend härter und in der Folge auch unangenehmer. Ein Schnelltest kann sein, dass man mit zwei Fingern ein Stück Haut greift und diese etwa 0,5 bis 1cm anhebt. Zieht sich die Falte nicht schnell zurück, sondern nur langsam, ist dies ein gutes Zeichen für Wassermangel im Körper. Bereits 1% Wassermangel kann zu Leistungseinbußen führen. Das sing gerade einmal 800g (also 800ml Wasser) bei einer 80kg schweren Person.

Wasser – aber woher?

Im Survival Bereich gibt es viele Techniken der Wassergewinnung. Im Laufe der Zeit, werde ich hier noch viele vorstellen. Aber erst einmal möchte ich hier nur eine grundlegendes Verständnis für diese Thematik schaffen. Daher betrachte ich in diesem Beitrag zunächst nur offene Gewässer.

Offene Gewässer?

Wem der Begriff nichts sagt, oder wer nur eine grobe Vorstellung hat, der Begriff ist einfach erklärt. Offene Gewässer sind sämtliche oben offene Gewässer, die wir finden. Bäche und Flüsse, Pfützen, Seen und das Meer. Ganz simpel oder?

Welche Gewässer sind nutzbar?

Grundsätzlich jedes, solange wir in der Lage sind, das Wasser entsprechend aufzubereiten. Aber genau hier, liegt unser großes Problem. Vor allem in der Nähe landwirtschaftlich genutzter Flächen, auch wenn diese eine größere Strecke Flussaufwärts liegen, ist die Belastung durch Nitrate, Pflanzenschutzmittel und Dünger sehr hoch. Natürlich kann man das Wasser trinken. Aber ich persönlich rate davon ab! Selbst moderne Wasserfilter tun sich sehr schwer, die chemische Belastung aus Wasser heraus zu filtern.

Wie finde ich brauchbares Trinkwasser?

Brauchbares Trinkwasser lässt sich auch in unserer Industrie- und Agrarlandschaft finden. Meistens ist unser großes Problem dabei, dass wir Wasser falsch bewerten. Ist es absehbar, das meine Überlebenssituation in kurzer Zeit vorüber ist, ich jedoch vorher verdursten würde, kann ich mit den Nachteilen von belastetem Wasser überleben und ggf. gesundheitliche Schwierigkeiten können durch moderne Medizin überwunden werden. Dies gilt jedoch nicht für alle Belastungen!

Grundsätzlich trinke ich nicht aus unbekannten Gewässern. Statt aus dem Fluss, suche ich mir lieber einen Zulauf, den ich möglichst bis zur Quelle verfolge, wo ich sicher sein kann, ob dort Belastungen sind oder nicht. Klares Wasser in Bewegung, ist immer dem stehenden und trüben Gewässer zu bevorzugen. Seen oder Teiche, die keinen Erkennbaren Zu- und ablauf haben, sind auch sehr zweifelhafte Quellen für Trinkwasser. Andererseits weisen sehr große und sehr klare Seen über ein eigenes Gewässerökosystem, welches Trinkwasser bietet. ABER: Landwirtschaftliche Flächen können das Wasser belasten. Beinahe bedenkenlos, können in Höhenlagen Fließgewässer verwendet werden. Je höher man (in den Bergen) ist, desto weniger belastet kann das Wasser sein und somit reicht es aus, auf sich bewegendes, nicht stehendes Wasser zurück zu greifen.

In Kürze:

– klares vor trübem

– fließendes vor stehendem

– möglichst bis zur Quelle folgen

– möglichst keine Landwirtschaft in der Nähe oder Hangaufwärts

– Geruchstest: Wasser sollte nicht riechen. Stark riechendes Wasser nicht trinken!

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