Mikro-Abenteuer – Die Werre mit dem LIDL Boot

Alles ist bereit. Die Luftkammern aufgepumpumt, Reperaturzeugs liegt bereit, Rucksäcke mir Essen und Wasser sind auch am Start.

Mikro-Abenteuer sind ein mittlerweile wohl recht bekanntes Projekt. Im Wesentlichen geht es uns darum, keinen großen Urlaub zu unternehmen und dann mal mehr oder weiger Spontan aus allem heraus zu kommen. Sie können mal nur wenige Stunden oder auch nur ein Wochenende eine Auslastung und Abwechslung zum (Arbeits-)Alltag sein. Das tolle bei so einem Mikro-Abenteuer: Es muss nicht teuer sein. Man braucht auch keine große Vorbereitung, kein großes Equipment oder sonst was, kreativ sein, Dinge spontan nutzen und loslegen.

Darüber hat aber auch mein guter Freund und oftmaliger Weggefährte der letzten Jahre, Björn Eickhoff, etwas in seinem Blog geschrieben.

Die Idee wächst.

Die Idee dazu hatte meine verlobte bereits vor einigen Monaten. Eigentlich sogar vor dem Corona Lockdown. An unserem Jahrestag eine Kanu Tour. Ohne eigenes Kanur blieb ein verleih. Sie hatte also schon alles in die Wege geleitet und wollte es vor mir geheim halten. Aber dann kam der Lockdown, Veranstalter teilte uns mit, das der termin möglicherweise nicht statt finden könne. E-Mail kontakt vor wenigen Wochen gehabt, keine Rückmeldung mehr. Dann kam mein Schwiegervater auf uns zu und meinte, im LIDL gäbe es ein Schlauchboot für 38 Euro. Die Idee war geboren. und sogar mit einwenig Sorge garniert. Hält das Boot? Und dann hatte die Werre auch nocht etwa 20 bis 30 cm weniger Wasser als üblich.

Das Boot

Punkt 7 uhr beim LIDL. Es gab nur ein Boot.

Das Boot war schnell gekauft. Das Auto in Löhne am Kanuanleger abgestellt und auf nach Herford zum Kanuanleger. Und davon gibt es an der Werre wirklich reichlich! Trotz unübersichtlicher und chaotischer Anleitung, ging der Aufbau schnell und einfach von der Hand.

Aus einem Doppelpaddel habe ich mit Messer, Sandpapier und einem Rohrschneider zwei Stechpaddel gebaut.

Die Tour

Die Tour folgte völlig entspannt der Werre. Der Einstieg in Herford besteht aus einem kleinen Schotterparkplatz und einem Sandstrand. Beim Boot seht ihr Teile des Strandes beim Aufbau. Die Tour ist selbst für völlig Unerfahrene realistisch. Es gibt kaum Stromschnellen und wenn doch, kann man immer an sicheren Ausstiegen mit dem Boot über Land diese Stellen passieren und hinter dem Hindernis wieder in den Fluss einsteigen. Da die Werre nie schiffbar gemacht wurde und dennoch teils renaturiert wurde, sieht man viele Tiere. So haben wir auf der ganzen Strecke etwa 15 (!) verschiedene (Sichtungen eines Exemplares nicht doppelt gezählt) Eisvögel beobachten können.

Mit einwenig Suchen findet man auch die Bruthöhle des Eisvogels.

Aber auch ein paar Kormorane, Bisamratten, Enten (Stock und sogar eine Kolbenente), Blässhühner und gewöhnliche Ratten konnten wir beobachten und den Anblick genießen.

Von Tieren mal abgesehen, hatte es aber auch die Landschaft in sich. Von den Feldern haben wir nicht viel mitbekommen. Dafür eine ausgeprägte Ufervegetation und viele schöne Details, wie Tiefhängende Weiden.

In einen Ort haben wir beide uns sehr verliebt. Eine kleine Steinbank. Der Ort hatte beinahe eine magische Wirkung auf uns. Völlige Entspannung und Genuss folgte beinahe nach dem ersten Schritt auf diese Insel.

Das kleine Video soll einem Eindruck der Steinbank vermitteln. Genießt es!

Die letzten Kilometer

Der Rest der Tour war gemütlich. Ein heftiger Schauer folgte noch, aber dafür hatten wir Ponchos dabei und so ging es unbeiirt weiter. Aber dann, etwa einen Kilometer vor dem Ziel haben wir unter Wasser etwas nicht gesehen und schon war die Bodenkammer undicht. Die Luft entwich, doch kein Wasser kam ins Boot. So hatten wir Glück im Unglück und konnten die Tour trocken beenden, obwohl das Boot tiefer im Wasser lag. Was war passiert? Wir haben irgendwas unter Wasser übersehen und das hat uns das Boot aufgeschlitzt.

Fazit

Die Tour war großartig! Das Mikro-Abenteuer hat sich gelohnt und uns beiden gut getan. Das Boot ist leider kaputt, doch ich überlege, wie ich den recht langen Riss repariert bekomme und den Boden einwenig sicherer bekomme. Oder doch ein hochwertiges Boot?