Messer Auswahl – Die Qual meiner Wahl

Steinzeittechnik

Das Buch

Steinzeit Technik

Das Buch „Steinzeittechnik“ wurde von John Plant, dem Betreiber des Youtube Kanals „Primitive Technology“ verfasst. Er stammt aus einem Abgelegenen Teil Australiens und beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit diesem Thema.

Das Buch kostet 19,99 und ist im Riva Verlag in der ersten Auflage 2019 erschienen.

Kern des Buches sind selbstverständlich Steinzeittechniken, wie man sich aus Steinen und Stöcken grundlegende Werkzeuge herstellt und später über die eigene Hütte bis hin zur Schmiede alle möglichen Projekte mit lediglich diesen grundlegenden Werkzeugen errichtet.

Inhalt und Aufbau

Das Buch ist in Großen Kapiteln unterteilt.

– Grundlegende Werkzeugen

– Feuer

– Jagd

– Kleidung und Textilien

– Komplexere Werkzeugen

– Hütten

– Primitive Pyrotechnik

Die Kapitelübersichten sind stets in diesem Stil den Kapiteln voran gestellt: Doppelseitiges Foto, Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen

Diese Kapitel werden vom Autor in einzelne Bauprojekte unterteilt. Diese Unterteilung erfolgt sehr sachlich und auch clever. Die Bauanleitungen bauen sinnvoll aufeinander auf und man wird stets auf die Werkzeuge verwiesen, die man bereits hergestellt haben sollte, wenn man das Buch abarbeitet. Grundlegendste Werkzeug, der Hammerstein, wird als erstes vorgestellt. Dann folgen Äxte, Bohrer bis schließlich dem Rennofen zur Stahlverhüttung und einem Schmiedegebläse.

Die Anleitungen

Die erste, grundlegende Anleitung im buch: Der Hammerstein

Jede Anleitung ist wirklich gut gegliedert. Zuerst kommt die Überschrift, um welches Projekt handelt es sich. Dann folgt ein Text über Zweck und Verwendung. Sehr gut ist auch die Box für Werkzeuge und Materialien. Denn hier stehen sämtliche Materialien und vorher hergestellte Werkzeuge, die für dieses Projekt benötigt werden. Dann folgen Detailfotos oder Zeichnungen, um die einzelnen Arbeitsschritte zu demonstrieren und jedem Leser den Nachbau und das Üben zu ermöglichen. Dabei wirken die Seiten nicht gedrängt, sondern locker und übersichtlich. Neben jedem Foto oder jeder Skizze steht ein Text, in welchem eine Arbeitsanweisung steht. Die Anweisungen sind ebenfalls einfach und klar verständlich formuliert. Dabei wird auch die spätere Verwendung des Bauprojektes stets erörtert und der Hintergrund, sowie die Erfahrungen des Autors erörtert. Mein einziger Kritikpunkt ist hier wirklich nur ein kleines Detail: Nicht jeder Anwender wird sofort abgeholt. In seltenen Fällen werden Details nur erklärt, wobei ein einfaches Foto oder eine Skizze geholfen hätten, dieses sofort zu verstehen. Andererseits passiert dies nur bei wenigen Anleitungen und dort kann man beim üben mit den Anleitungen auch ein wenig experimentieren und so diese Details für sich selbst heraus arbeiten.

Mein Fazit

Ich habe das Buch sehr genossen und freue mich schon darauf, Steine zu bearbeiten. Für die größeren Projekte werde ich mich nach einem geeigneten Gelände umsehen müssen, um z.B. meine Lehmhütte mit Fußbodenheizung bauen zu können. Oder doch lieber meinen Ofen zum backen von frischem Brot oder will ich meine eigene Holzkohle fürs Grillen und Eisenverhütten herstellen? Wenn ich doch schon verhütte, warum dann nicht mit dem Schmieden beginnen?

Immer wieder: schöne Fotos auf Doppelseiten

Das Buch macht einfach Lust auf das Probieren! Was dieses Buch jedoch nicht tut, ist dem Leser die Fähigkeiten durch das Lesen zu vermitteln. Es bietet Anleitungen zum Machen! Geht raus, nehmt Steine und Holz in die Hand und legt los. Mit diesem Buch, werdet ihr sehen, was ohne Hilfsmittel erst möglich ist.

Meine Fährtenleser Tasche

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Die Tasche habe ich aus Leder selbst genäht und an meine Bedürfnisse angepasst. Doch was und wie muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden.

Ein weiterer Artikel zu Equipment? Ich selber stehe ehrlich gesagt nicht so auf Produkt Reviews oder ständige Equipment Beiträge. Doch für manche Grundlagen ist das leider notwendig. So auch für das Fährtenlesen.

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Zu gegeben, das wirkt im ersten Moment sehr unübersichtlich…

Der Inhalt

Handschuhe

Hängen stabile Arbeitshandschuhe an meinem Gürtel, so habe ich in meinem Fährtenleser Equipment mehrere Paar Einweghandschuhe, immer paarweise zusammen gefalten wie Socken. Das erspart mir viel kramen, weil ich so immer ein Paar greife. Die Handschuhe dienen mehreren Zwecken. Erstens kann ich mich so auch mit sehr unappetitlichen Hinterlassenschaften intensiv beschäftigen und beispielsweise Losung sehr detailliert aus einander dröseln, um selbst kleine Details feststellen. Darunter fallen beispielsweise Überreste der Nahrung. Zweitens schütze ich mich so vor Schadorganismen, wie z. B. dem kleinen Fuchsbandwurm. Bei diesem muss man jedoch vor allem bei trockenem Kot darauf achten, dass die Eier nur so groß wie ein Staubkorn sind. Folglich kann auch eine Übertragung über die Atemwege erfolgen. Bin ich mit der Untersuchung fertig, ziehe ich mir einen Handschuh aus, nehme ihn in die behandschuhte Hand, halte ihn dort und streife den Anderen darüber ab. So sind sie wieder in einem Paket. Jetzt noch den Handschuh verknoten und alles ist sauber verpackt.

Taschenlampe

Ich verwende eine LED Taschenlampe und Farbfilter. Diese helfen mir bei jedem Untergrund einen passenden Farbkontrast herzustellen, um so auch kleine Details erkennen zu können. Ist die Sonneneinstrahlung zu stark, behelfe ich mir mir allem erdenklichen, um einen Schatten zu erzeugen. Üblicherweise nutze ich sie jedoch nur selten und so habe ich stets den roten Filter eingelegt, um mir im Dunkeln nicht zu sehr meine Nachtsicht zu versauen, wenn ich sie benutze. Blut lässt isch vor allem im Dunkeln jedoch mit Blau hervorragend sichtbar machen.

Maßband

Das Maßband sollte denke ich selbsterklärend sein. Ich verwende ein kleines von 3m Länge.

Bleistift

Der Bleistift ist ein Druckbleistift und ich führe stets Minen mit. So entfällt das lästige Anspitzen und Abbrechen der Spitze bei normalen Bleistiften.

Schnur

Leichte Schnur von je etwa 15m. Diese wird für verschiedene Markierungen an der Fährte verwendet. Details dazu kommen in einem separaten Beitrag über das Arbeiten an der Fährte bzw das Fährtenlesen an sich.

Die Tracking Sticks

Diese kleinen Stäbchen (Eisstiele oder komplett selbst gefertigt) werden an einer Seite mittels vier Schnitte angespitzt und beim Fährtenlesen an die einzelnen Abdrücke gesteckt, um diese zu markieren. Auf diese Art und Weise, kann man eine komplette Fährte markieren und abarbeiten.

Der Fährtenstab

Mit ihm möchte ich mich noch einmal separat beschäftigen und ich führe diesen Daumen dicken und etwa 1m langen Stock nur der Vollständigkeit halber hier auf. Er ist jedoch so nützlich, dass er richtig eingesetzt, mein gesamtes Equipment ersetzen könnte.

Dirt Time

Das Buch habe ich vom Ralf Greiner (www.kojote-akademie.de) erworben. Klar, ein einfaches Notizbuch täte es auch. Aber je intensiver ich mit einer Abdruck oder einer Fährte arbeite, desto lieber ist mir dieses Buch. Viele nützliche Details werden dort in Erinnerung gerufen und man beginnt, sich mehr mit den Fragen um die Fährte zu beschäftigen, als sie sofort zu interpretieren. Gerade die Fragen, sind für meinen Geschmack das wichtigste und schützen vor Fehlern in der Interpretation.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies keine Bezahlte Werbung ist und ich über dieses Buch schreibe, weil es mir gefällt und ich den Ralf unterstützen möchte. Außerdem fällt das hier abgebildete Buch unter sein Urheberrecht.

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Der erste Blick ins Buch. Eine übersichtliche Ein- und Anleitung
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Weitere nützliche Details.
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Kleine Hilfen
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So sieht es dann aus, wenn man die zwei Seiten bearbeitet hat.

Feuer verstehen

Feuer übt eine besondere Faszination auf uns Menschen aus. Kaum etwas übertrifft ein Feuer im Lager oder Kamin. Es spendet Wärme und hebt unsere Stimmung. Es vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

Wenn es für uns zu einem Freund wird und wir es als solchen betrachten, werden wir uns gut um unser Feuer kümmern. Tun wir dies, so wird es für uns zu etwas Positivem und alle vorher genannten Aspekte treffen zu. Tun wir das nicht, endet es im Frust. Es brennt einfach nicht ordentlich und verursacht ständig Ärger oder im schlimmsten Fall wird es durch Übermut zu groß und dadurch gefährlich.

Drei Säulen des Feuers?

Nehmen wir diese vereinfachte Grafik, sehen wir, dass ein Feuer Brennstoff, Temperatur und Luft benötigt um zu brennen. Entfernen wir nun einen Teil, erlischt das Feuer, weil das Dreieck zusammenbricht. Zu beachten ist jedoch, dass Wasser Feuer nicht unbedingt erstickt. Wenn wir Wasser in oder über ein Feuer schütten, ertränken wir es in der Regel nicht, sondern kühlen den Brennstoff. In der Folge überschreitet die Temperatur des Brennstoffes nicht mehr den Flammpunkt, wodurch das Feuer erlischt. Eine Decke (aus brauchbarem Material) oder gar Sand über das Feuer geworfen entziehen dem Feuer die Luft und ersticken es. Nehmen wir Brennstoff aus dem Feuer, oder verbrennt dieser völlig, erlischt das Feuer ebenfalls.

Was bedeutet das nun für uns Outdoorer?


Wir müssen trockenen Brennstoff (Holz) finden und entsprechend vorbereiten. Ein Baumstamm, auch völlig durch getrocknet, kommt kaum auf die nötige Temperatur. Also beginnen wir klein, entzünden den Zunder, dann dünne Zweige, Äste und schließlich Scheite. Kleine Holzspäne und Zunder haben eine große Oberfläche, wenn sie nicht verdichtet werden. Dadurch bildet sich in den Zwischenräumen eine hohe Temperatur, die gehalten wird und sich auf der großen Oberfläche gut festsetzt. Gleichzeitig ist dort viel Luft und kann sachte hinein geblasen werden, falls es mal nicht so will. Wenn der Zunder und das restliche Material noch trocken sind, verdunstet kein Wasser, was durch die Verdunstungskälte die Temperatur senken würde und wir haben Feuer.

Wie geht es weiter?


Das alles jedoch erst mal nur als kleine graue Theorie zum Anfang. Zunder, Feuer entfachen und verschiedene Feuertypen folgen in weiteren Beiträgen und der obige Text wird verständlicher.

Bis dahin:

Stay on Track!

Einsteiger Shelter: A-Frame

Hier stelle ich Euch ein A-Frame Shelter ( Englisch für Unterkunft) vor. Das A-Frame ist klein und unauffällig. Ihr benötigt wenig Material, es ist recht vielseitig bei schnellem Aufbau und gutem Schutz. Da es im Grundriss dreieckig ist, krabbelt man zunächst mit den Füßen hinein. Folglich richtet man das Fußende zur Wetterseite aus. Den Eingang kann man mit seinem Rucksack grob verschließen.

Material: Plane 2x3m Heringe (gekauft oder selbst geschnitzt) und ggf Seil

Öse mittig der 2m Seite wählen

In Meinem Beispiel habe ich den A-Frame an einem Baum aufgebaut. Um das Seil an der Plane zu befestigen, habe ich eine feste Schlinge mittels doppeltem Achter-Knoten gestochen, diese durch die Öse geschoben und dann das Seil durch die Schlinge gezogen. Schließlich in einer geschätzten Höhe und Entfernung (hier ist nur Übung oder testen angesagt.) am Baum Angeknotet. Praktischer weise kann man das Ganze auch mit einem Stock machen. Wenn man diesen dann noch mit dem Seil am Boden abspannt, wird die Konstruktion echt Stabil.

Die Schlinge zieht sich zu, lässt sich aber entspannt lösen.

Als erstes nach dem Befestigen am Baum, wird die 3 m lange Seite als First auf Spannung gebracht. Dann Fixiert man das ganze mit einem Hering in der mittleren Öse gegenüber unserem Seil. So nutzen wir die gesamte Länge von 3 m als Liegefläche aus. 2 m als First sind dann doch aufgrund der Konstruktion eher klein.

Am Kopfende werden die beiden Ecken gespannt und mit Heringen fixiert. Klappt man nun die noch außen liegenden Flächen ein, hat man im Fuß- bis fast Hüftbereich sogar einen Boden.

Fertig ist unser A-Frame für die erste Nacht oder ein kurzes Nickerchen am Mittag bei Regen.

Einsteiger Ausrüstung und erste Schritte

Kleinkram für den Einsteiger

Oben seht ihr mal Ausrüstung im Gesamtwert unter 30 Euro.

Der Topf ist aus dem Ikea für ca 5 Euro. Einen Kocher (Edelstahl Besteckkorb bekommt ihr dort für 1,79).

Das Seil oder besser Schnur ist eine billige aus einem Baumarkt (ca 5 Euro für 15m), ebenso das Mora (ca. 8 Euro) und die Plane 3x2m (ich meine etwa 6€)

Mit der Ausrüstung lässt sich solide in das Hobby einsteigen. Noch ein paar günstige Arbeitshandschuhe aus Leder einpacken und los! Zeug für Übernachtungen, Axt und Säge etc braucht ihr erstmal nicht. Mit dem Kram oben könnt ihr reinschnuppern und gebt nicht gleich Unsummen an Geld aus, nur um dann festzustellen, dass euch das Hobby nicht liegt.

Warum keine Schlafausstattung?

Weil ich hier ausdrücklich keine billigen Klamotten empfehle. Die ersten Nächte alleine draußen können echt gruselig sein und übt euch doch erstmal Nachts alleine im Wald ohne Übernachtung und dehnt die Zeit aus. Im Warmen Sommer reichen einfache Fleecedecken oder ähnliches. Das haben die meisten von Euch doch eh zuhause. Und im Sommer benötigt ihr auch keine all zu gute Isomatte und könnt ohne viele Skills und Übung mal draußen übernachten. Meine ersten Übernachtungen und Versuche sind meist gescheitert und ich musste auch mal mit einer ordentlichen Unterkühlung nachhause. Überschätzt euch einfach nicht, sondern tastet Euch langsam heran. Dann macht es auch wirklich Spaß und verlasst Eure Komfort Zone Stück für Stück!

Warum weder Axt noch Säge?

Die Antwort ist Simpel. Weil ihr es meist nicht dürft. Tut mir leid, aber es ist nun einmal so. Bäume Fällen, offenes Feuer im Wald und All das sind leider verboten. Andererseits sind unsere Wälder keine echten Wälder mehr. Oder besser ausgedrückt: Deutschland ist ein reines Kulturland. Selbst große Nationalparks bieten für uns alle nicht genug Platz und wenn jeder Einwohner Deutschlands dies tun würde, tschüss Natur. Das wollen wir alle nicht. Also passt auf, wo ihr mit Axt und Säge im Wald unterwegs seid und was ihr dort tut.

Bushcraft Gürtel

Der Verschluss. Die Schlaufe lässt sich auch an anderer Stelle herausziehen, um die Weite zu regulieren.

Für mich ist er ein universelles Ausrüstungsstück. Zum einen haben wir schon gemeinsam etwas erlebt und zum anderen, habe ich ihn selbst gefertigt.

Die Ausrüstung daran, ist für mich keines Wegs in Stein gemeißelt und viele werden sicher fragen, warum dies oder jenes nicht daran ist. Das hat verschiedene Gründe. Da komme ich später auch noch einmal drauf zurück. In erster Linie, packe ich öfters um und nur ein paar Gegenstände bleiben fix. In der Regel, packe ich kurz vor dem Gebrauch die Ausrüstung am Gürtel so zurecht, wie ich sie dann benötige. Aber, was ist nun meine Ausrüstung am Gürtel?

Ein paar Handschuhe aus Leder

Die Handschuhe habe ich so in einem Baumarkt gefunden, mochte sie, hab sie mitgenommen und wurde nicht enttäuscht. Durch ihr futter wärmen sie leicht und tun das wichtigste: Sie schützen meine Hände. Vor Verletzungen aber auch vor Dreck, je nachdem, was ich gerade mache. Beim Klettern im Hang, groben Holzarbeiten bzw. Transport, oder die heiße Kanne aus dem Feuer holen. Sie sind vielseitig, können auch mal als schnelle und dreckige Sitzunterlage dienen. Kurz um, ich empfehle Handschuhe grundsätzlich.

Eine Tasche für Kleinkram

Die Klappsäge steckt in einer kleinen Tasche hinter der großen Tasche. Unten sind eine Falttasche und ein Universalschärfgerät für unterwegs.

In der Tasche für Kleinkram, wechselt der Inhalt sehr Häufig. Was ich jedoch ständig darin habe: eine Falttasche aus einem Supermarkt. Sie sind günstig, klein faltbar und echt leicht. Manchmal auch mein kleines Feuerset, wenn ich nicht das Große mit führe. Die Tasche bietet mir einfach zusätzliches Volumen für Kleinkram. Das kann auch spontan gesammeltes Zeug sein.

Meine Fährtenleser Tasche

Die kleine Tasche über der Fährtenlesertasche enthält eine Handkettensäge, rechts eine 1 Liter Edelstahlfeldflasche

Bin ich gezielt auf einer Tour, wie z.B. zum Fährtenlesen, nehme ich meist jedoch nur die Tasche vom Gürtel, hänge sie an meinen Hosengürtel und ziehe los. Das ist noch entspannter. Mein Tomahawk nehme ich eigentlich nur selten mit, das benötigt man eben nur selten. Die Sägen sind klein und leicht, stören mich also nicht und bleiben einfach dran. Gerade meine Klappsäge kann ich immer wieder verwenden, wenn ich mal einen bestimmten Ast oder besser Zweig benötige, um ihn sauber und fachgerecht von einem Strauch zu entfernen, ohne diesen ernsthaft zu beschädigen.

Tomahawk

Das Tomahawk trage ich am liebsten schräg hinten am Rücken in den Gürtel geschoben.

So umfangreich ist der Gürtel jedoch nur bei seltenen Gelegenheiten. Meist kombiniere ich den Gürtel dann mit einem kleinen Rucksack für Tagestouren. Da nehme ich sehr gerne das Essential Pack von Tasmanian Tiger mit schlanken 6 Litern. Dazu kommt noch ein erste Hilfe Paket. So habe ich alles bei mir, kann mich frei bewegen und fühle mich von meiner Ausrüstung nicht behindert, wenn es mal durch das Unterholz geht.

Fährtenlesen

Arbeit an einer Fährte mit meinem ‘Werkzeug’

Bereits in meiner Kindheit, hat mich das Fährtenlesen gepackt. Der Boden konservierte, wer oder was dort war. Dann das Entdecken, der weiteren Spuren und begreifen, Spuren sind dreidimensional im Raum und nicht nur im Dreck.

Die Suche nach System und Lehrer

Aus verschiedenen Gründen hat das ganze immer wieder geruht, doch vergessen war dieses Thema nie. Dann bin ich auf den amerikanischen Fährtenleser und Survival Experten Tom Brown, Jr. Gestoßen. Mit etwa acht Jahren begann seine ‘Lehre’ bei Stalking Wolf, einem Apachen Scout. Dadurch ist viel Wissen erhalten geblieben. Wenn man Tom Brown im Internet recherchiert, zeigen die Zeitungsartikel und Reportagen, dass er weiß, was er tut und der Erfolg gibt ihm Recht. Sein System des Fährtenlesens, ist effektiv und zugänglich, wenn man sich damit beschäftigt. Dabei geht es weit über die Frage, welches Tier war hier, hinaus.

Dies schürte in mir den Wunsch, einen Kurs nach Tom Brown zu besuchen., Doch die USA sind fern, Einreise und so weiter. Aber im Survival Magazin, bin ich vor wenigen Jahren auf einen Artikel über die Kojote Akademie von Ralf Greiner im Südschwarzwald gestoßen und schon war ich angemeldet und der Kurs hat mich nicht enttäuscht. Im Gegenteil, Ralf ist ein guter Lehrer und vermittelt mit Leidenschaft sein Wissen. Er hat uns so angefixt, dass wir beim Kurs noch bis in die Nacht hinein Fährten interpretiert haben. Ausgeleuchtet von unseren Taschenlampen.

Das Tor öffnet sich

Fundstück am Track

Mit einfachen Übungen und der Beschäftigung mit eben diesem System, ist es möglich viele Details wahr zu nehmen, so dass man auch Bewegungen im Körper des Spurverursachers erkennen kann, die nicht durch das bloße Gehen entstehen. Drehungen des Kopfes zum Beispiel. Aber dann öffnet sich erst die Welt und man beginnt von Micros und Macros zu lesen. Hier lässt sich noch viel mehr heraus lesen, doch so tief stecke ich dann noch nicht in der Materie, um zuverlässig mit diesen Arbeiten und sie erklären zu können.

Für mich hat der Dreck und die ‘Dirt Time’, also die Zeit, die man zum Fährtenlesen verwendet, immer noch eine große Anziehungskraft. Sei es mitten während einer mehr als 40km Tageswanderung einen Dachsbau zu entdecken, den Rucksack abzuwerfen und beinahe in den Bau zu kriechen und Haare zu finden, oder im Winter bei Frost auf dem kalten Laubboden an einer Reh Fährte zu arbeiten, während sich die Rehe knapp vier Meter um mich herum versammeln. Natürlich habe ich die Rehe erst spät bemerkt, was natürlich ein Großartiges Erlebnis war, andererseits, sollte man sich nicht in der Fährte verlieren!

Ein anderes Mal, bin ich in einem Gebiet, dass ich sehr gut kannte auf frische Dachs Spuren gestoßen und ich wusste, dass es dort keinen Dachs gibt. Dementsprechend groß war meine Freude und es hat mich einige Zeit gekostet, der Spur über etwa 300m zu folgen, bis meine Fähigkeiten und der Boden sich trennten. Es ist eine Leidenschaft.

Dachs

Der ‘Track’ geht weiter

In Zukunft werden hier immer wieder Artikel von mir zu diesem Thema veröffentlicht werden, die die Kunst des Fährtenlesens vermitteln und eine ‘vergessene’ Kunst wieder weiter verbreiten sollen. Und ich kann die Zweifler beruhigen. Es ist nicht unmöglich und jeder kann es lernen. Wer es nicht glaubt, sollte sich fragen, warum er oder sie lesen kann, was ich hier schreibe.

In diesem Sinne: Stay on track!

Messer – Die Qual meiner Wahl

Links oben: handgeschmiedete Replik eines Arbeitsmessers aus dem 18. Jahrhundert
Rechts oben: Walther OSK 1
Mitte links: Black Fox Trackmaster
Rechts unten: Werbegeschenk vom Landesjagdverband NRW
Unten: Morakniv Classic No. 2

Was muss ein Messer können? Letzten Endes ist die Antwort auf diese Frage immer eine persönliche Entscheidung.

Kann man ein gutes Messer definieren? Die meisten Bushcrafter, Survivalisten, Outdoorer und Messerfreaks werden sicher laut ja schreien. Meine Meinung ist da etwas vorsichtiger. Was für den einen ein Gutes, ist für den Anderen ein Schlechtes.

Ich selber habe alles mögliche an Messern probiert. In Meiner Jugend natürlich auch die coolen Rambo-Messer mit hohlem Griff. Mich hat beinahe 25 Jahre lang ein Victorinox begleitet und nie im Stich gelassen. Klar, meine Kindheits-Ideale für ein Messer waren: je mehr, desto besser. Also in einem für mich langweiligen Urlaub mit Eltern und Großeltern an einem Tag voller Putten und Kirchen Besichtigungen in Südbayern, gab es einen Deal. Ich bin brav und ruhig, dafür gibt es ein Victorinox. Noch am selben Tag hielt ich es in den Händen. Schere, Zange, Säge, Pakethaken und und und.

Habe ich es gebraucht? Nur, weil ich es hatte. Wirklich gebraucht, habe ich nur die Messer, Säge, Zahnstocher, Flaschenöffner und hin und wieder mal die Pinzette. Mehr nicht.

Dennoch gibt es ein paar Eckpunkte, die ein gutes Messer ausmachen. Das ist in erster Linie die Standzeit der Schärfe und die Nachschleifbarkeit. Wenn ich mir ein Messer kaufe, erwarte ich eine scharfe Klinge. Punkt. Aber diese soll auch möglichst lange scharf bleiben, solange ich das Messer als Messer einsetze. Klar, wenn die Schneide am Stein sägt, ist nix mehr mit Schärfe. Andererseits möchte ich auch kein Messer das ewig scharf bleibt und dann auch ewig zum nachschärfen benötigt. Da gehe ich gerne den Kompromiss ein, das Messer häufiger nachschärfen zu müssen. Da man Kohlenstoffstähle auch (einfacher) schärfer bekommt, bevorzuge ich diese bei meinem Outdoor Messer.

Viele Versuche mit verschiedenen Messern haben mich nun zu zwei im Dauernutzen geführt. Einerseits, ein klassisches Mora No. 2 und das Victorinox Ranger. Die Reise ging von wirklichen billig Messern über hochwertige Messer.

Das Walther OSK 1 ist ein 35 Euro Abklatsch vom Tom Brown’s Tracker Knife. Zu viele Winkel und Schrägen. Die Säge am Rücken soll zum Sägen von Nuten beim Fallenbau sein, verdickt sich jedoch vom Sägezahn zum Sägegrund, ist nicht Scharf und dringt folglich nicht ins Holz ein. Man poliert sich vielmehr hinein. Die Schneide verdickt sich zum Griff hin sehr stark und somit kann man keine Kraft aufbringen, wo es am effektivsten ist, weil dort schlicht keine Schneide vorhanden ist. Der eigentlich zum aufbrechen von Wild gedachte „Haken“, ist kaum auf Schärfe zu bringen und zu klein, um wirkungsvoll zu sein. Hackarbeiten mit dem Kopflastigen Messer lassen sich überraschend gut bewerkstelligen. Und je gröber und brachialer die Arbeit wird, desto besser ist dieses günstige Messer.

Darauf folgte das Trackmaster von BlackFox. Details an der Scheide kann man Diskutieren. Gute 5mm Klingenrücken jedoch nicht. Das Teil ist fürs Grobe. Wirklich grob! Rostfrei, hält die Schärfe recht gut und lässt sich mittels Messerschärfer schnell wieder herstellen. Durch die Dicke der Klinge, ist die Schärfe jedoch eingeschränkt und auch die Spitze ist für vieles zu grob. So habe ich einmal versucht an den Hinterläufen eines (toten) Damwildes durch die Hinterläufe zu stechen, um es an Haken aufzuhängen. Durch die wenig ausgeprägte Spitze es war ein Kraftakt. Aber auch dieses Messer punktet im Groben!

Muss ich Batonen, als Holz mit dem Messer spalten, in dem ich mit einem anderen Holzstück auf den Klingenrücken schlage? Nein. Im Zweifel einen Keil geschnitzt, in das zu spaltende Holz eine leichte Kerbe vorschnitzen und den Keil eintreiben. Mein Messer ist auch kein Hebel- oder Grabwerkzeug. Wenn ich solche Dinge benötige, improvisiere ich sie mir draußen oder nehme sie sofort mit.

Mein persönliches Fazit: Jedes Messer war auf seine Art und Weise gut und dennoch brauchbar. Die hier von mir aufgezählten Messer, haben alle ihren Nutzen und Einsatzzweck. Was ich mit diesem Artikel sagen möchte, schaut euch an, was ihr macht und dann schaut, welches Messer am besten zu Euch passt.

Glücklich bin ich mit dem Mora No 2 geworden. Klassischer Holzgriff, schlanke Klinge, sehr scharf, leicht nachzuschärfen, spitze Klinge und für fast alles zu nutzen. Vom Aufbrechen von Wild (wo zu ich aus hygienischen Gründen Kunststoffgriffe bevorzuge), über das Schnitzen oder simple Schneidarbeiten beim Kochen. Für gröbere Arbeiten, führe ich ein leichtes Tomahawk mit mir. Da brauche ich kein grobes Messer.