Mein Schlafsystem – Quick’n Dirty

Eine Nacht draußen in der Natur, soll möglichst komfortabel sein. Je schwieriger unsere Situation, wenn es zum Beispiel tatsächlich um unser reines Überleben geht, desto wichtiger wird für uns auch ein guter Schlaf. Natürlich geht es auch mal ohne. Aber wenn eine längere Zeit absehbar ist, gewinnt guter Schlaf eine ebenso große Priorität, wie Nahrung und Wasser.

Klingt simpel? Es kommt darauf an. Schließlich ist eine gute Nachtruhe auch ein ziemlicher Bonus auf einer Tour. Vor allem, wenn sie anstrengend ist. ‚The more you know, the less you carry!‘ (Mors Kochanski). Natürlich kann ich mir meinen Schlafplatz jedesmal neu errichten, doch das nimmt gerade auf einer Tour sehr viel Zeit in Anspruch. Bodenisolation, Dach über dem Kopf etc. Da verliert man dann schon einmal mehrere Stunden. Und da ich persönlich ein Anhänger der ‚Leave no Trace!‘ Philosphie bin und möglichst geringe Spuren hinterlassen möchte, werden die Bauten von mir auch am nächsten Morgen zerlegt. So kommt man einfach nicht weit, wenn man schlicht laufen will. Vor allem im Winter, wenn die Tage ohnehin schon kurz sind.

Einfache Lösung?

Meine ‚Pennrolle‘

Ja, die gibt es. Nimm alles was du brauchst mit. Was man wirklich braucht, ist jedem selbst überlassen. Aber auf ein Minimum können wir es herunter brechen: Nässeschutz, Bodenisolation und Kälteschutz. Da muss jeder für sich selbst seinen Weg finden. Meiner besteht aus einer Kombination, die sich für mich bewährt hat. Außen der Biwaksack der niederländischen Armee, darin eine Klymit Insulated Static V Isomatte und der Carinthia Defence 4. Das lässt sich mit ein wenig Geschick eng zusammenrollen und ist durch den Biwaksack sogar sehr gut geschützt. Selbst im strömenden Regen, kann ich das aufbauen und zum Schluss meinen Poncho mit Geschick darüber errichten, ohne ungeschützt im Regen arbeiten zu müssen. Dann rolle ich noch die Heringe und das Gestänge mit ein und fertig. Alles in einem Bündel.

Das Bündel wird nur ausgerollt…
…insgesamt 6 Heringe in den Bodengeschlagen…
… Gestänge einfädeln…
…fertig ist der grobe Aufbau…
…noch die Isomatte aufgeblasen. Falls Es regnet: Poncho drüber und drinnen bleibt es trocken.
Das gesamte Setup. Es ist simpel und eben schnell auf- und abgebaut.

Der Biwaksack bietet mehrere Möglichkeiten:

Ich kann ihn komplett schließen oder öffen (und alles dazwischen) oder aber ich zippe ein Moskitonetz ein. Habe ich kein Gestänge oder… mittig der Gestängeführung ist eine Lasche, in die ich eine Schnur knoten und den Biwaksack so nach oben aufspannen kann. Dabei könnt ihr ein Zweibein, Dreibein, einen Ast oder oder oder verwenden. Ganz so, wie ihr wollt oder es euch die Umstände zulassen.

Klingt zu gut?

Stimmt leider. Der Schlafsack ist zwar sehr warm und kann auch bis minus 15 °C als Komfort-Limit (Angabe des Herstellers) eingesetzt werden. Gefroren habe ich mit ihm noch nicht unterhalb der 0°C. ABER er hat keinen Wärmekragen und wenn man sich nachts bewegt, vergrößert sich das Luftvolumen im Schlafsack und vom Gesicht, an Hals und Oberkörper vorbei strömt kalte Luft. Das ist dann mal kurz unangenehm, erledigt sich aber auch schnell wieder. Alles in allem löst das System viele kleine Schwierigkeiten und ist eben auch super mit einem Tarp kombinierbar. Ehrlich gesagt hoffe ich, das System mal unter -10°C testen zu können. Aber ein weiterer leichter Schlafsack erweitert die Temperaturgrenzen nach oben und unten. So reicht ein leichter Sommerschlafsack im Sommer und ich schwitze mich nicht kaputt oder diesen noch zusätzlich in den Defence 4 und ich kann mich in noch kältere Gebiete wagen. Folglich ein modulares (durch den Biwaksack jedoch nicht sehr leichtes) Schlafsystem, das sich leicht an verschiedene Witterungen und Umstände anpassen lässt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.