„Feuerzeug“

In diesem Beitrag möchte ich einmal Zug für’s Feuer besprechen. Oder: Womit können wir ein Feuer draußen entzünden.

Direkte Flammenerzeuger

Direkte Flammenerzeuger sind jene Geräte, die sofort eine Flamme entzünden. Darunter Fallen Feuerzeuge und Streichhölzer.

Feuerzeuge werden entweder mit Benzin oder Gas betrieben. Sie sind sehr unempfindlich und geben uns eine langanhaltende Flamme. Die Nachteile von Feuerzeugen sind recht simpel. Die meisten sind windanfällig. Die, die nicht windanfällig sind, werden elektronisch gezündet, was uns viel Raum für Gas nimmt. Oder es sind die klassischen Benzinfeuerzeuge. Letztere halte ich nicht für empfehlenswert, weil sich das Benzin verflüchtigt. So kann ich die Feuerzeuge nicht lange lagern. Also bleiben uns nur noch die Gasfeuerzeuge mit Reiber. Sie schlagen Funken mittels Auermetall. Das gleiche Metall, aus dem unsere tollen Funkenstäbe sind. Sind sie leer und enthalten kein Gas mehr, so haben wir immer noch Funken! Die Feuerzeuge müssen nur gegen unbeabsichtigtes Gas ausströmen gesichert sein und dann halten sie ewig. Achtet nur auf hochwertige Feuerzeuge, denn im laufe langer Zeit (Jahre) können günstigere Gas durch den Kunststoff verlieren. Bei einem EDC wäre dies schon blöd. Endlich nach all den Jahren des Herumtragen kann man es endlich gebrauchen und dann ist das Feuerzeug leer.

Streichhölzer sind da schon besser zu lagern. Sie sind nur kürzer in der Flamme und wenn sie erlöschen kann man sie nicht noch einmal anmachen. Andererseits lassen sie sich, wenn man es richtig macht, ewig lagern und auch wasserdicht machen. Sei es durch Verpackung oder durch imprägnieren mit Wachs. Dann gibt es noch verschiedene Varianten. Mit langem Schwefelkopf bei viel Wind, oder der Fähigkeit, an jeder rauen Oberfläche zünden zu können etc. Ein paar sind als Letzte Chance sicher nicht verkehrt im EDC. Aber sie müssen entsprechend vorbereitet oder Verpackt sein.

Das ewige Streichholz ist ein Zwitter. In einem dichten Container aus Edelstahl befindet sich Watte. Ein Edelstahl Stab ist eingeschraubt und kann entnommen werden. In dem Container ist Benzin. An dem Stab ist ein Auermetall und eine Lunte. In dem Container saugt sich die Lunte voll. Schraubt man den Stab heraus, kann man mittels des daran befestigten Auermetalls die Lunte entzünden und das Benzin verbrennt über einen längeren Zeitraum. Hat man sein Feuer entzündet, Lunte ausblasen und den Stab zurück in den Container, wo er sich wieder mit neuem Benzin vollsaugt. Durch Dichtungen und den Schraubverschluss, kann kein Benzin entweichen und das ewige Feuerzeug hält wirklich ewig. Wenn es leer ist, hat man immer noch ein Auermetall und die Lunte die sich zum glühen bringen lässt. Damit lässt sich auch noch ein Feuer entzünden.

Meine Feuertasche

Ja, sie wurde auch mehrfach geändert. Aber nicht nur von mir!


Je nach Tour, nehme ich gerne meine Tasche mit. Sie ist ein altes selbst genähtes Schmuckstück, dass ich mal geschenkt bekommen habe. Sie dürfte sogar älter sein, als ich. Aber ich halte sie genau deswegen in Ehren! Andererseits ist sie auch zu groß für lange Touren und ich nehme nur Teile mit. Aber in ihr habe ich mein Feuer Zeugs zusammen.

Der Inhalt… (ganz links ist ein Auermetallstab mit Hirschgeweih als Griff)
Klassiker!

In einer kleinen Ledertasche führe ich eine Dose, Feuerstein und den Striker.

Die Dose enthält verkohlten (Baumwoll-)Stoff. Wenige Funken bringen diesen Vorbereiteten Stoff zum Glühen und aus Glut wird Feuer. Gleichzeitig dient die Dose dazu, weiteren Stoff zu verkohlen.

Charred Cloth oder verkohlter Stoff

Die Herstellung ist sehr simpel! Reine Baumwolle, oder anderer Stoff aus 100% Naturfaser wird in kleine Stücke geschnitten. Die Dose muss aus Metall sein und vorher mittels ordentlichem ausbrennen von jeglichem Kunststoff und jeder Beschichtung befreit werden. Dann wird ein Loch mit einem kleinen Nagel in den Deckel geschlagen.

Ist die Dose vorbereitet, wird sie mit den Stoffstücken vollgestopft und Verschlossen. Nun legt man sie mit dem Loch nach oben in das Feuer. Nach einiger Zeit steigt rauch auf. Das ist gut. Nach dem der Rauch verschwunden ist, empfehle ich noch einen Moment zu warten, ehe man sie aus dem Feuer nimmt. Ist sie aus dem Feuer entnommen, muss das Loch abgedeckt werden, so das kein Sauerstoff eintreten kann. Ich drehe sie dazu schlicht um. Nun heißt es abwarten und abkühlen. Wird die Dose zu früh aus dem Feuer genommen, nimmt der Stoff die Funken nicht an. Wird sie zu früh geöffnet, entzündet sich der Stoff wieder und verglüht. Lasst Euch also Zeit! Für die Herstellung plane ich noch einen eigenen Beitrag, bei welchem ich auch verschiedene Materialien zum verkohlen sammeln und probieren möchte.

Eine kleine Kiste voll mit Bushcrafters Gold: Kienspan!

Kienspan ist der Begriff für Kiefernholz, welches voll mit Harz ist. Das geht aber auch mit Fichte, Tanne, Pinie, Douglasie etc. Für Kienspan folgt ein eigener Artikel!

In Baumwolltuch eingeschlagene Birkenrinde. Doppelter Nutzen!
Baumwolltücher und Paracord

Ich denke, das Baumwolltuch ist selbsterklärend. Die Paracord dient der Herstellung von Feuerbohr Sets

Das kleine Feuerzeug

Im kleinen Lederbeutel verbirgt sich noch mal ein kleines Set. Den Beutel stopfe ich dann schon in meinen Rucksack bei jeder Tour!

Verschlossen wird er mit einem Stück Paracord. Lang genug, um auch eine Bogensehne für den Feuerbohrer zu geben.

Verschiedene Hilfsmittel

Baumwollstoff zum verkohlen, Tampons als Zunder, kleine Feuersteine und ein dickes, saftiges Stück Kienspan. Mein Trick bei diesem Set ist, dass ich den Klingenrücken meines Moras mit den Feuersteinen verwende. So spare ich mir den Schläger!

Nochmal etwas Stoff und Reste eines Tampons. Man muss ja nicht mehr nehmen, als nötig!

Die Dose ist selbst erklärend. Nur eben kleiner als in der großen Tasche. Die Schnur ist gewachst. Wenn ich mal eine art kleine Kerze benötigt, kann ich sie entzünden (auch wenn es mit diesem Kit etwas umständlich ist) und die Flamme übertragen.

Brandbeschleuniger…

In einem Lederbeutel (wieder mit Wachsschnur) bewahre ich dann Birken und Kirschrinde auf.

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