Fährtenlesen

Arbeit an einer Rehfährte

Erste Schritte

Bereits in meiner Kindheit, hat mich das Fährtenlesen gepackt. Der Boden konservierte, wer oder was dort war. Dann das Entdecken der weiteren Spuren und Begreifen: Spuren sind dreidimensional im Raum und nicht nur im Dreck.

Aus verschiedenen Gründen hat das Ganze immer wieder geruht, doch vergessen war dieses Thema nie. Dann bin ich auf den amerikanischen Fährtenleser und Survival Experten Tom Brown, Jr. Gestoßen. Mit etwa acht Jahren begann seine ‚Lehre‘ bei Stalking Wolf, einem Apachen Scout. Dadurch ist viel Wissen erhalten geblieben. Wenn man Tom Brown im Internet recherchiert, zeigen die Zeitungsartikel und Reportagen, dass er weiß, was er tut und der Erfolg gibt ihm Recht. Sein System des Fährtenlesens ist effektiv und zugänglich, wenn man sich damit beschäftigt. Dabei geht es weit über die Frage hinaus, welches Tier hier war.

Die Suche nach einem Lehrer

Dies schürte in mir den Wunsch, einen Kurs nach Tom Brown zu besuchen. Doch die USA sind fern, Einreise und so weiter. Aber im Survival Magazin, bin ich vor wenigen Jahren auf einen Artikel über die Kojote Akademie von Ralf Greiner im Südschwarzwald gestoßen, ich war angemeldet und der Kurs hat mich nicht enttäuscht. Im Gegenteil, denn Ralf ist ein guter Lehrer und vermittelt mit Leidenschaft sein Wissen. Er hat uns so angefixt, dass wir beim Kurs noch bis in die Nacht hinein Fährten interpretiert haben. Ausgeleuchtet von unseren Taschenlampen.

Mit einfachen Übungen und der Beschäftigung mit eben diesem System, ist es möglich viele Details wahr zu nehmen, so dass man auch Bewegungen im Körper des Spurverursachers erkennen kann, welche nicht durch das bloße Gehen entstehen. Drehungen des Kopfes zum Beispiel. Aber dann öffnet sich erst die Welt und man beginnt von Micros und Macros zu lesen. Hier lässt sich noch viel mehr heraus lesen, doch so tief stecke ich dann noch nicht in der Materie, um zuverlässig mit Diesen arbeiten und sie erklären zu können.

Eine Passion

Für mich hat der Dreck und die ‚Dirt Time‘, also die Zeit, die man zum Fährtenlesen verwendet, immer noch eine große Anziehungskraft. Sei es während einer mehr als 40km Tageswanderung einen Dachsbau zu entdecken, den Rucksack abzuwerfen und beinahe in den Bau zu kriechen und Haare zu finden, oder im Winter bei Frost auf dem kalten Boden im Laub an einer Reh Fährte zu arbeiten, während sich die Rehe knapp vier Meter um mich herum versammelten. Natürlich habe ich die Rehe erst spät bemerkt, was natürlich ein Großartiges Erlebnis war, aber andererseits sollte man sich nicht in der Fährte verlieren!

Fund in einer Fährte

Ein anderes Mal, bin ich in einem Gebiet, dass ich sehr gut kannte auf frische Dachs Spuren gestoßen und ich wusste, dass es dort keinen Dachs gibt. Dementsprechend groß war meine Freude und es hat mich einige Zeit gekostet, der Spur über etwa 300m zu folgen, bis meine Fähigkeiten und der Boden sich trennten. Es ist eine Leidenschaft.

Die Zukunft

In Zukunft werden hier immer wieder Artikel von mir zu diesem Thema veröffentlicht werden, die die Kunst des Fährtenlesens vermitteln und eine ‚vergessene‘ Kunst wieder weiter verbreiten sollen. Ich kann die Zweifler beruhigen. Es ist nicht unmöglich und jeder kann es lernen. Wer es nicht glaubt, sollte sich fragen, warum er oder sie lesen kann, was ich hier schreibe.

In diesem Sinne: Stay on track!