Primitive Jagdwaffen – schnell und einfach!

Keine perfekt hergestellten Jagdwaffen, aber für einen Vormittag ein akzeptables Ergebnis.

Ich habe hier im Blog an einigen Stellen bereits gepredigt:

Wenn du etwas machst, dann mach es direkt richtig.

Bei diesem ‘Feldversuch’ habe ich es bewusst nicht sofort richtig gemacht, sondern wollte für mich wissen, wie schnell bin ich in der Lage, primitive Waffen für die Jagd in einer Survival Situation herzustellen, vorausgesetzt natürlich, dass die Jagd überhaupt Sinn macht. Natürlich kann man sich dann auch nur auf eine dieser Varianten beschränken oder mehr Zeit investieren. Doch um eine Theoretisierung geht es mir gar nicht. Diese wird viel zu oft von allen möglichen Personen über alle möglichen Themen betrieben.

Meine Erkenntnis zu diesem Feldversuch ist simpel und ich möchte sie am Ende dieses Beitrages erläutern. Doch fangen wir simpel an.

Zuerst ein Wort der Warnung!

Alles hier Vorgestellte ist nicht zur Verwendung auf jedwedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier ist EGAL, gedacht. Lediglich eine echte Überlebenssituation würde die Verwendung rechtfertigen. Doch Zielwerfen und die Herstellung sind weder Verboten noch problematisch. Wichtig ist nur dafür zu sorgen, dass niemand durch die Übungen zu schaden kommt. Geeignete Orte, Ziele und Sicherheit sind hier besonders wichtig!

Danach die Ethik

Ich interessiere mich für Bushcraft und Survival, stelle hier mein Wissen zur Verfügung. Daher erwarte ich einen entsprechenden Umgang damit. Speziell mit diesem Thema. Waffen sind keine Spielzeuge und daher sollte ihr echter Einsatz auch nur die aller letzte Möglichkeit sein, wenn es tatsächlich um das Überleben geht! Aber es gehört mehr dazu, als sie nur bauen und einsetzen zu können. Was passiert mit möglicherweise verwundetem Wild? Wie erlöst man es schnell und sicher für beide Seiten? Kann ich das gefundene Tier überhaupt damit erlegen? Diese Fragen sind entscheidender und vorher zu klären.

Die Speerschleuder – Atlatl

Die Atlatl ist ein denkbar simples Werkzeug, dass uns in die Lage versetzt, Speere schneller, weiter und kräftiger zu werfen, als wir es von Hand können. Die Speerschleuder ist bereits aus der Altsteinzeit bekannt. Funde belegen laut Wikipedia die Nutzung dieses simplen Geräts bereits vor 18.000 Jahren. Auch heute findet man sie noch bei den Aboriginees in Australien. Diese Fakten bezeugen die Effektivität, wie simple Herstellungsmöglichkeiten. Also sollte doch ein Quick’n’Dirty möglich sein?

Je gründlicher man sich die Ausgangsmaterialien heraus sucht, desto einfacher fällt die Herstellung. Aufgrund meiner Prämisse der Geschwindigkeit, habe ich bewusst auf leicht zu bearbeitende Teile geachtet und möglichst ‘fertige’ Stücke heraus gesucht.

Für die Schleuder habe ich auf einen geeigneten Seitenast geachtet. Dann die Rinde abgeschält, was im April recht einfach und schnell geht. Aus dem Seitenast habe ich die Spitze geschnitzt, in die später die Speere eingehakt werden. Das Problem bei einer Ernte von Frischholz im April ist jedoch auch die Nässe. Also ab in die Sonne zum oberflächlichen trocknen.

Die Speere sind Simpler. Möglichst gerade Ruten werden gesammelt. Im optimal Fall, werden sie am Feuer mittels Hitze gerade gebogen. Dieser Vorgang hilft der Genaugkeit enorm. Doch er setzt Feuer voraus und die nötige Zeit. Beides sind Dinge, auf die ich im Versuch bewusst verzichtet habe.

Die Spitze aus Holz ist bei der Jagd ehrlich gesagt von Nachteil, weil der Speer stecken bleiben wird und der Wundkanal durch ihn verschlossen wird. Dies führt zu einem verzögerten Verenden des Wildes. Eine Spitze, die breiter ist als der Speer, verursacht einen Wundkanal, der sich nicht verschließt und so wird das Wild schneller verenden. Munitionshersteller für Jagdwaffen beschäftigen sich intensiv seit Jahren mit diesem Thema, damit Wild nicht leidet und waidmännisch erlegt werden können.

Die Länge der Spitze ist von Bedeutung, da sie so gut eindringen kann aber gleichzeitig auch nicht zu filigran ist, um nicht schnell zu brechen. Im Feuer gehärtet, holt man noch mehr heraus.

Alles ist fertig. Was nun? Richtig! Werfen!

Wurftechniken gibt es viele. Weites ausholen macht aber eher langsam und ermüdet. Im Gegensatz dazu das kurze Ausholen. Die Haltende Hand sollte nicht hinter der Schulter sein und der Speer auf Augenhöhe. Dies erleichtert das Zielen. Bevor sich der Arm bewegt, macht man einen leichten Ausfallschritt nach vorne und dann folgt der Arm in einer fließenden geradeaus Bewegung und gleichzeitig dreht man den Körper im Becken mit dem Arm mit. Dies darf nicht schräg ausgeführt werden. Parallel zum Körper, gerade auf das Ziel zu. Der Speer wird mit Daumen und Zeigefinger fixiert und von beiden Fingern losgelassen, wenn die Atlatl beschleunigt. So die grobe Theorie. Da es viele Techniken gibt, heißt es üben und ausprobieren.

Das Wurfholz

Das Wurfholz kennen viele auch als Sportgerät: Bomerang. Sportlich soll er zurückkehren, doch als Wurfholz ist das völlig egal. Man kann es umständlich (wie ich in meinem Versuch) aus einem Stück Holz herstellen oder einfache einen dicken, soliden Ast mit leichter Krümmung aus möglichst schwerem und harten Holz nehmen. In unseren Breiten bietet sich Eiche am besten an. Für mein Projekt habe ich zufällig ein Stammstück von einer Linde gefunden und spontan losgelegt. Doch hier habe ich modernes Werkzeug genutzt.

Lässt sich werfen, aber…

Die Bola

Die Bola ist simpel, leicht hergestellt und auch sie wird seit Jahrtausenden als Jagdwaffe eingesetzt. In Südamerika sogar heute noch von den Gauchos (südamerikanische ‘Cowboys’)

Das Prinzip ist wirklich einfach. Drei Seile werden an einem Ende verknotet und am jeweils Anderen wird ein Gewicht befestigt. Geworfen öffnen sich die Bola in drei Stränge, die sich mit enormer Wucht (Wurf- und Rotationsenergie mit Beschleunigungskraft, wenn sie sich) um das Ziel wickeln (beispielsweise die Beine von Hirschartigen). Je nach Gewicht, kann die Bola Knochen brechen. Wenn sie getroffen hat musste es bei den Jägern und Sammlern schnell gehen, um das Tier zu erlösen. Selbst in einer Survival Situation, muss man wissen, was man tut, bevor man diese Waffe einsetzt. Tierleid gilt es zu vermeiden und wiederspricht meiner Ethik!

Um die drei Seile mit einander zu verknoten, habe ich den Achterknoten verwendet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Steine wirklich fest sitzen! Einen speziellen Knoten gibt es nicht, da Steine nun einmal individuell geformt sind. Folglich bleibt nur machen. Ebenfalls wichtig ist eine möglichst gleiche Seillänge. Ist alles fest und sicher verknotet ist die Bola fertig.

Zum Werfen ergreift man sie am Knoten, wirbelt sie schnell einmal über dem Kopf herum und wirft sie auf das Ziel. Kreisen lassen sorgt nur für Verwicklungen der Seile. Auch mit den Fingern zwischen die Seile zu greifen ist kontra produktiv.

Der Knoten kommt zwischen Daumen und Zeigefinger, die Bola hängt schlaff herab. Dann nimmt man den Arm hoch, wirbelt sie einmal im Kreis über dem Kopf und wirft. Sind die Seile beispielsweise einen Meter Lang zwischen Knoten und steinen, ergibt sich im Flug ein Kreis von beinahe zwei Metern! Das muss bedacht werden, denn ohne freie Flugbahn, bleibt sie an Hindernissen hängen.

Im Flug rotieren die Steine um den Knoten im Zentrum.

Trifft auch nur einer der Steine ein Ziel, schlagen alle Steine da herum. Dies erhöht im letzten Moment nocheinmal die Geschwindigkeit der Steine beträchtlich!

Das Werfen erlernt man jedoch wie bei der Speerschleuder nur durch üben!

Noch schneller wären wohl nur zwei Seile (oder Schnürsenkel 😉 und zwei Steine.

Fazit

Alle dieser Waffen benötigen Übung. Halbherzig gebaut, verliert die Atlatl viel ihrer Wirksamkeit und bedarf ausreichender Aufmerksamkeit und besonders viel Übung im Werfen. Gerade gebaute Atlatl und Speere sind hier besonders wertvoll. Auch die Spitze, wie ich oben bereits erwähnte, ist von enormer Bedeutung. Dennoch ist die Speerschleuder schnell hergestellt und nur wenig mehr Aufwand hätten sie deutlich effektiver gemacht. Selbst ohne Messer oder Tomahawk und Säge ist sie verhältnismäßig einfach herzustellen. Auch das gerade Biegen am Feuer ist einfacher, als man denkt.

Das Wurfholz war zu viel Aufwand. Das Holz hat sich nicht ordentlich spalten lassen, viel Nacharbeit war nötig und Linde ist sowohl zu weich, als auch zu leicht. So kommt zu wenig Energie im Ziel an. Ein solider Eichenast macht weniger Arbeit, bei mehr Effizienz. Allerdings geht beim Wurfholz das Üben leichter und schneller. Ausserdem ist beim Üben die Umwelt in geringerer Gefahr!

Zu guter Letzt: Die Bola. Schnell, einfach, wenig falsch zu machen. Was jedoch zu bedenken ist, nicht jedes Wild kann damit bejagt werden und selbst wenn es liegt, wird es meist noch leben und sich wehren. Hier ist die Übung im Wurf das einfachste. Die echte Kunst folgt nach dem Wurf. Verwundete Tiere sind niemals zu unterschätzen.

Wildtierschutz

Ein schwieriges und umständliches Thema! Daher möchte ich mit sofort regeln Beginnen und später mehr Text und Wissen ausführlich vermitteln.

Für den eiligen Leser

  1. Die Brut- und Setzzeiten beginnen je nach Wetter und Wildtierart im März und gehen bis in den Frühsommer. Bei Feldhasen sogar bis in den Oktober!
  2. Bleib in dieser Zeit auf den Wegen! Vermeidet vor allem Dickungen!
  3. Feldhasen und Rehe legen ihre Jungtiere ab. Dort liegen sie versteckt und das Muttertier kehrt immer wieder zum Säugen zurück. Das beduetet, dass nicht jedes Jungtier welches man findet auch verwaist ist. Bleibt man in der Nähe, um dies zu prüfen, kehrt die Mutter oftmals wegen der Störung nicht zurück. Dieses Handeln ist folglich kontraproduktiv!
  4. Im Zweifelsfall: Den örtlichen Tierschutzverein oder auch das Ordnungsamt anrufen. Diese können dann an die zuständige Stelle weitervermitteln.
  5. Bei einem Verkehrsunfall mit Wildtieren immer die Polizei einschalten. Alles andere kann als Wilderei verfolgt werden. Und nicht dem Tier nähern! Dies kann selbst bei Rehen zu einer hohen Eigengefährdung führen.
  6. Hunde: Lasst sie vor allem in dieser Jahreszeit in Wald und Feld an der Leine! Auch wenn ihr denkt: “Der tut doch nix…” Ein junger Hase oder ein Rehkitz kann zum Opfer werden. Ausserdem wird in dieser ohnehin anspruchsvollen Zeit das Wild unnötig beunruhigt.

Brut- und Setzzeiten: Was passiert da draußen?

Feldhasen bilden im Januar bis in den August Jahresehen. Diese Zeit wird unter Jägern als Rammelzeit bezeichnet. Bei einer Tragzeit von 42 Tagen und einer Säugezeit von ca 4 Wochen ergibt das eine Setzzeit von März bis Oktober. Im Gegensatz zum Kaninchen, leben Hasen nicht in Bauen. Daher kommen die Junghasen behaart und sehend zur Welt. In der Anfangszeit, können sie noch nicht flüchten und ducken sich – wie erwachsene Hasen auch- am Boden bzw. in den sogenannten Sassen ab. Eine Sasse ist eine flache Mulde, die Hasen mit ihren Läufen in den Erdboden arbeiten. Die Häsin legt von ihren 1 bis 5 Junghasen jeden an einen anderen Platz ab und kehrt immer wieder zu den Jungtieren zurück, um sie zu säugen. So ist die Häsin nicht angreifbar, da sie sich nur sehr kurz um ihre Jungtiere kümmern muss und diese auch nicht leicht von Fressfeinden (z.B. dem Fuchs) gefunden werden. Darüber hinaus sind die Jungtiere geruchslos. In der Folge müssen Junghasen, die man irgendwo auf offener Fläche findet auch nicht umsorgt oder gar mitgenommen werden. Vor allem in den ersten Tagen, überleben sie ohne die Muttermilch gar nicht, weil diese wichtige Stoffe enthält. Dafür haben wir Menschen auch keinen Ersatzstoff. Folglich verenden auch sehr viele übereifrig mitgenommene Junghasen in den Händen der Helfer. Selbst wenn sie Fachleuten zur Pflege übergeben wurden. Erst nach dieser ersten Zeit, können wir überhaupt etwas bewirken. Falls wir sie jedoch nicht dort liegen lassen können, wo sie abgelegt wurden, weil wir dort beispielsweise Arbeiten verrichten müssen, können sie mit viel Gras sanft angehoben und versetzt werden. Direkter Kontakt ist aufgrund unseres Geruchs jedoch absolut TABU! Sebst Handschuhe helfen nicht und die Häsin verstößt das Jungtier. Es helfen wirklich nur Pflanzen aus der direkten Umgebung und das Jungtier darf auch nicht zu weit weg gesetzt werden!

Rehe paaren sich in der Blattzeit. Diese beginnt Mitte Juli und geht bis Mitte August. Nach der Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle, folgt zunächst eine ca. 4 1/2 monatige Keimruhe. Diese endet im Dezember. Ab Ende April bis Mai folgt die Setzzeit. Ricken (weibliche Rehe) setzen nun ein oder zwei Kitzen (junge Rehe). Wie Feldhasen sind Rehkitze geruchsneutral und werden von der Mutter gut versteckt abgelegt. Sie geht nun auf Nahrungssuche und kehrt immer wieder zu den Kitzen zurück. Bei Störungen holt sie ihren Nachwuchs auch gerne vorzeitig ab und führt diesen dann in ein ruhigeres Gebiet. Meist werden die Rehkitze noch bis in den November gesäugt. Auch Rehkitze sollten einfach an Ort und Stelle belassen werden. Müssen sie doch umgesetzt werden, wie zum Beispiel bei der Heumaht, so gilt es, sie wie junge Hasen mit viel Gras sanft aufzuheben und in der unmittelbaren Nähe in Sicherheit zu bringen.

Vögel sind da etwas weniger kompliziert. Je jünger das Küken ist, desto geringer ist seine Überlebenschance ausserhalb des Nestes. Ist das Nest in Reichweite, so kann das Küken wieder mit natürlichen Materialien sanft in das Nest zurück gesetzt werden. Je jünger das Küken ist, desto wichtiger ist fachlich kompetente Hilfe. Es ist kein leichtes, einen Jungvogel zu retten. Hier gilt: Beim örtlichen Tierschutzverein anrufen. Verfügt der Vogel jedoch schon über ein vollständiges Gefieder, handelt es sich nicht mehr um den im Nest lebenden Nestling, sondern in der Regel um den nun auf den Ästen lebenden Ästling. Diesen kann man tatsächlich recht einfach anheben und auf einen Ast in sicherer Höhe setzen. Hier finden ihn die Eltern. Meist schaffen sie den Start vom Boden nur noch nicht, nach dem ihr Entdeckerdrang sie zu den ersten Flugversuchen geführt hat.

Hilfe, ein Jungtier das hier nicht beschrieben wurde?

Bei weiteren Tieren hilft auch einfach mal das Nachlesen der Lebensweise. Die Natur hat einen guten Grund für ihre Vorgehensweise: Die Evolution. Über Jahrtausende und -millionen haben sich die Tiere ihren Lebensräumen und Feinden angepasst. Meistens ist unser Verhalten und der Hilfsdrang wirklich gut gemeint, aber in Wirklichkeit völlig überflüssig. Leider neigen wir zu oft dazu, Tiere zu vermenschlichen. Das ist einerseits gut, andererseits, können wir dadurch auch Schaden anrichten. Es geht um das gesunde Mittelmaß. Respekt, Wissen, (Jagd-)Ethik und Beobachten helfen uns hier weiter.

Im Zweifel: Ruft den örtlichen Tierschutzverein an! Oder die 24h besetzte Nummer des Ordnungsamtes. Befindet sich ein Tier in Akuter Gefahr: Notruf. Ist ein Tier in einen Unfall verwickelt: Polizei!

Auf gar keinen Fall einfach mitnehmen. Auch wenn es noch so gut gemeint ist, lasst es! Ihr richtet damit eher Schaden an, als ihr helft!

Was kann ich denn nun tun?

Das ist simpel und bereits oben kurz aufgeführt. Wenn wir auf den Wegen bleiben, schonen wir die Rückzugsorte des Wildes und gewähren ihm die Ruhe, die es benötigt. Bewegen wir uns normal und schleichen nicht durch die Natur, erkennt es uns frühzeitig als harmlos. Dann vermeiden wir vor allem Dickichte und Dickungen. Denn diese sind die Wohnzimmer des Wildes. Ihr mögt es schließlich auch nicht, wenn plötzlich Fremde in eurem Wohnzimmer stehen!

Hunde sind noch einmal eine eigene Geschichte! Informiert Euch über die jeweiligen Gesetze in Eurem Bundesland! Denn schließlich seid ihr doch verantwortungsvolle Hundehalter!

Da ich in Nordrhein-Westfalen lebe, möchte ich die Lage hier mal kurz erläutern. Im Wald gibt es keinen generellen Leinenzwang! Dies ist im Landesforstgesetz §2 Abs.3 nachzulesen. Dort heißt es:

“Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie andere schutzwürdige Interessen der Waldbesitzer und die Erholung anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Im Wald dürfen Hunde außerhalb von Wegen nur angeleint mitgeführt werden; dies gilt nicht für Jagdhunde im Rahmen jagdlicher Tätigkeiten sowie für Polizeihunde “

Landesforstgesetz NRW

Somit muss der Hund jedoch jederzeit unter Kontrolle bleiben. Sprich er muss zuverlässig auf Kommando zurück kehren. Leider ignorieren viele Halter das Verhalten ihres Hundes. Beim mehrfachen Rufen kommt er ja… Aber was ist, wenn er Wild aufgestöbert hat? Ja, Hunde brauchen ihren Auslauf. Doch auch auf Kosten anderer Tiere? Dann doch lieber Zeit in eine gute Ausbildung investieren und mit Realismus an seinen Hund heran gehen. Dann genießt er auch Freiheiten.

Die Schattenseiten des freilaufenden Hundes findet man dann im nordrhein-westfälischen Landesjagdgesetz §25 Abs. 4.2:

(4) Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt,

1. Personen, die in einem Jagdbezirk unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen oder außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden, anzuhalten, ihre Person festzustellen und ihnen gefangenes und erlegtes Wild, Schuss- und sonstige Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde und Frettchen abzunehmen;

2. Hunde außerhalb der Einwirkung ihrer Führerin oder ihres Führers abzuschießen, wenn
a) diese Wild töten oder erkennbar hetzen und in der Lage sind, das Wild zu beißen oder zu reißen,
b) es sich um keine Blinden-, Behindertenbegleit-, Hirten-, Herdenschutz-, Jagd-, Polizei- oder Rettungshunde handelt, soweit sie als solche kenntlich sind und solange
c) andere mildere und zumutbare Maßnahmen des Wildtierschutzes, insbesondere das Einfangen des Hundes, nicht erfolgversprechend sind.”

Landesjagdgesetz NRW

All das lässt sich schließlich durch intelligentes Verhalten vermeiden und einem ungestörten Naturgenuss steht nichts im Wege.

Echter Naturschutz und Hilfe für Wildtiere setzt Wissen und einen sorgsamen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen voraus.

Nehmt einfach Rücksicht und handelt nicht vorschnell aus vermeintlich guten Gründen, weil süße Tiere (oft unbegründete) Mitleid erwecken. So trägt jeder zum Naturschutz und dem Arterhalt bei.

Auch du!