Meine Fährtenleser Tasche

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Die Tasche habe ich aus Leder selbst genäht und an meine Bedürfnisse angepasst. Doch was und wie muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden.

Ein weiterer Artikel zu Equipment? Ich selber stehe ehrlich gesagt nicht so auf Produkt Reviews oder ständige Equipment Beiträge. Doch für manche Grundlagen ist das leider notwendig. So auch für das Fährtenlesen.

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Zu gegeben, das wirkt im ersten Moment sehr unübersichtlich…

Der Inhalt

Handschuhe

Hängen stabile Arbeitshandschuhe an meinem Gürtel, so habe ich in meinem Fährtenleser Equipment mehrere Paar Einweghandschuhe, immer paarweise zusammen gefalten wie Socken. Das erspart mir viel kramen, weil ich so immer ein Paar greife. Die Handschuhe dienen mehreren Zwecken. Erstens kann ich mich so auch mit sehr unappetitlichen Hinterlassenschaften intensiv beschäftigen und beispielsweise Losung sehr detailliert aus einander dröseln, um selbst kleine Details feststellen. Darunter fallen beispielsweise Überreste der Nahrung. Zweitens schütze ich mich so vor Schadorganismen, wie z. B. dem kleinen Fuchsbandwurm. Bei diesem muss man jedoch vor allem bei trockenem Kot darauf achten, dass die Eier nur so groß wie ein Staubkorn sind. Folglich kann auch eine Übertragung über die Atemwege erfolgen. Bin ich mit der Untersuchung fertig, ziehe ich mir einen Handschuh aus, nehme ihn in die behandschuhte Hand, halte ihn dort und streife den Anderen darüber ab. So sind sie wieder in einem Paket. Jetzt noch den Handschuh verknoten und alles ist sauber verpackt.

Taschenlampe

Ich verwende eine LED Taschenlampe und Farbfilter. Diese helfen mir bei jedem Untergrund einen passenden Farbkontrast herzustellen, um so auch kleine Details erkennen zu können. Ist die Sonneneinstrahlung zu stark, behelfe ich mir mir allem erdenklichen, um einen Schatten zu erzeugen. Üblicherweise nutze ich sie jedoch nur selten und so habe ich stets den roten Filter eingelegt, um mir im Dunkeln nicht zu sehr meine Nachtsicht zu versauen, wenn ich sie benutze. Blut lässt isch vor allem im Dunkeln jedoch mit Blau hervorragend sichtbar machen.

Maßband

Das Maßband sollte denke ich selbsterklärend sein. Ich verwende ein kleines von 3m Länge.

Bleistift

Der Bleistift ist ein Druckbleistift und ich führe stets Minen mit. So entfällt das lästige Anspitzen und Abbrechen der Spitze bei normalen Bleistiften.

Schnur

Leichte Schnur von je etwa 15m. Diese wird für verschiedene Markierungen an der Fährte verwendet. Details dazu kommen in einem separaten Beitrag über das Arbeiten an der Fährte bzw das Fährtenlesen an sich.

Die Tracking Sticks

Diese kleinen Stäbchen (Eisstiele oder komplett selbst gefertigt) werden an einer Seite mittels vier Schnitte angespitzt und beim Fährtenlesen an die einzelnen Abdrücke gesteckt, um diese zu markieren. Auf diese Art und Weise, kann man eine komplette Fährte markieren und abarbeiten.

Der Fährtenstab

Mit ihm möchte ich mich noch einmal separat beschäftigen und ich führe diesen Daumen dicken und etwa 1m langen Stock nur der Vollständigkeit halber hier auf. Er ist jedoch so nützlich, dass er richtig eingesetzt, mein gesamtes Equipment ersetzen könnte.

Dirt Time

Das Buch habe ich vom Ralf Greiner (www.kojote-akademie.de) erworben. Klar, ein einfaches Notizbuch täte es auch. Aber je intensiver ich mit einer Abdruck oder einer Fährte arbeite, desto lieber ist mir dieses Buch. Viele nützliche Details werden dort in Erinnerung gerufen und man beginnt, sich mehr mit den Fragen um die Fährte zu beschäftigen, als sie sofort zu interpretieren. Gerade die Fragen, sind für meinen Geschmack das wichtigste und schützen vor Fehlern in der Interpretation.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies keine Bezahlte Werbung ist und ich über dieses Buch schreibe, weil es mir gefällt und ich den Ralf unterstützen möchte. Außerdem fällt das hier abgebildete Buch unter sein Urheberrecht.

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Der erste Blick ins Buch. Eine übersichtliche Ein- und Anleitung
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Weitere nützliche Details.
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Kleine Hilfen
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So sieht es dann aus, wenn man die zwei Seiten bearbeitet hat.

Fährtenlesen

Arbeit an einer Fährte mit meinem ‚Werkzeug‘

Bereits in meiner Kindheit, hat mich das Fährtenlesen gepackt. Der Boden konservierte, wer oder was dort war. Dann das Entdecken, der weiteren Spuren und begreifen, Spuren sind dreidimensional im Raum und nicht nur im Dreck.

Die Suche nach System und Lehrer

Aus verschiedenen Gründen hat das ganze immer wieder geruht, doch vergessen war dieses Thema nie. Dann bin ich auf den amerikanischen Fährtenleser und Survival Experten Tom Brown, Jr. Gestoßen. Mit etwa acht Jahren begann seine ‚Lehre‘ bei Stalking Wolf, einem Apachen Scout. Dadurch ist viel Wissen erhalten geblieben. Wenn man Tom Brown im Internet recherchiert, zeigen die Zeitungsartikel und Reportagen, dass er weiß, was er tut und der Erfolg gibt ihm Recht. Sein System des Fährtenlesens, ist effektiv und zugänglich, wenn man sich damit beschäftigt. Dabei geht es weit über die Frage, welches Tier war hier, hinaus.

Dies schürte in mir den Wunsch, einen Kurs nach Tom Brown zu besuchen., Doch die USA sind fern, Einreise und so weiter. Aber im Survival Magazin, bin ich vor wenigen Jahren auf einen Artikel über die Kojote Akademie von Ralf Greiner im Südschwarzwald gestoßen und schon war ich angemeldet und der Kurs hat mich nicht enttäuscht. Im Gegenteil, Ralf ist ein guter Lehrer und vermittelt mit Leidenschaft sein Wissen. Er hat uns so angefixt, dass wir beim Kurs noch bis in die Nacht hinein Fährten interpretiert haben. Ausgeleuchtet von unseren Taschenlampen.

Das Tor öffnet sich

Fundstück am Track

Mit einfachen Übungen und der Beschäftigung mit eben diesem System, ist es möglich viele Details wahr zu nehmen, so dass man auch Bewegungen im Körper des Spurverursachers erkennen kann, die nicht durch das bloße Gehen entstehen. Drehungen des Kopfes zum Beispiel. Aber dann öffnet sich erst die Welt und man beginnt von Micros und Macros zu lesen. Hier lässt sich noch viel mehr heraus lesen, doch so tief stecke ich dann noch nicht in der Materie, um zuverlässig mit diesen Arbeiten und sie erklären zu können.

Für mich hat der Dreck und die ‚Dirt Time‘, also die Zeit, die man zum Fährtenlesen verwendet, immer noch eine große Anziehungskraft. Sei es mitten während einer mehr als 40km Tageswanderung einen Dachsbau zu entdecken, den Rucksack abzuwerfen und beinahe in den Bau zu kriechen und Haare zu finden, oder im Winter bei Frost auf dem kalten Laubboden an einer Reh Fährte zu arbeiten, während sich die Rehe knapp vier Meter um mich herum versammeln. Natürlich habe ich die Rehe erst spät bemerkt, was natürlich ein Großartiges Erlebnis war, andererseits, sollte man sich nicht in der Fährte verlieren!

Ein anderes Mal, bin ich in einem Gebiet, dass ich sehr gut kannte auf frische Dachs Spuren gestoßen und ich wusste, dass es dort keinen Dachs gibt. Dementsprechend groß war meine Freude und es hat mich einige Zeit gekostet, der Spur über etwa 300m zu folgen, bis meine Fähigkeiten und der Boden sich trennten. Es ist eine Leidenschaft.

Dachs

Der ‚Track‘ geht weiter

In Zukunft werden hier immer wieder Artikel von mir zu diesem Thema veröffentlicht werden, die die Kunst des Fährtenlesens vermitteln und eine ‚vergessene‘ Kunst wieder weiter verbreiten sollen. Und ich kann die Zweifler beruhigen. Es ist nicht unmöglich und jeder kann es lernen. Wer es nicht glaubt, sollte sich fragen, warum er oder sie lesen kann, was ich hier schreibe.

In diesem Sinne: Stay on track!