Bushcraft Gürtel

Der Verschluss. Die Schlaufe lässt sich auch an anderer Stelle herausziehen, um die Weite zu regulieren.

Für mich ist er ein universelles Ausrüstungsstück. Zum einen haben wir schon gemeinsam etwas erlebt und zum anderen, habe ich ihn selbst gefertigt.

Die Ausrüstung daran, ist für mich keines Wegs in Stein gemeißelt und viele werden sicher fragen, warum dies oder jenes nicht daran ist. Das hat verschiedene Gründe. Da komme ich später auch noch einmal drauf zurück. In erster Linie, packe ich öfters um und nur ein paar Gegenstände bleiben fix. In der Regel, packe ich kurz vor dem Gebrauch die Ausrüstung am Gürtel so zurecht, wie ich sie dann benötige. Aber, was ist nun meine Ausrüstung am Gürtel?

Ein paar Handschuhe aus Leder

Die Handschuhe habe ich so in einem Baumarkt gefunden, mochte sie, hab sie mitgenommen und wurde nicht enttäuscht. Durch ihr futter wärmen sie leicht und tun das wichtigste: Sie schützen meine Hände. Vor Verletzungen aber auch vor Dreck, je nachdem, was ich gerade mache. Beim Klettern im Hang, groben Holzarbeiten bzw. Transport, oder die heiße Kanne aus dem Feuer holen. Sie sind vielseitig, können auch mal als schnelle und dreckige Sitzunterlage dienen. Kurz um, ich empfehle Handschuhe grundsätzlich.

Eine Tasche für Kleinkram

Die Klappsäge steckt in einer kleinen Tasche hinter der großen Tasche. Unten sind eine Falttasche und ein Universalschärfgerät für unterwegs.

In der Tasche für Kleinkram, wechselt der Inhalt sehr Häufig. Was ich jedoch ständig darin habe: eine Falttasche aus einem Supermarkt. Sie sind günstig, klein faltbar und echt leicht. Manchmal auch mein kleines Feuerset, wenn ich nicht das Große mit führe. Die Tasche bietet mir einfach zusätzliches Volumen für Kleinkram. Das kann auch spontan gesammeltes Zeug sein.

Meine Fährtenleser Tasche

Die kleine Tasche über der Fährtenlesertasche enthält eine Handkettensäge, rechts eine 1 Liter Edelstahlfeldflasche

Bin ich gezielt auf einer Tour, wie z.B. zum Fährtenlesen, nehme ich meist jedoch nur die Tasche vom Gürtel, hänge sie an meinen Hosengürtel und ziehe los. Das ist noch entspannter. Mein Tomahawk nehme ich eigentlich nur selten mit, das benötigt man eben nur selten. Die Sägen sind klein und leicht, stören mich also nicht und bleiben einfach dran. Gerade meine Klappsäge kann ich immer wieder verwenden, wenn ich mal einen bestimmten Ast oder besser Zweig benötige, um ihn sauber und fachgerecht von einem Strauch zu entfernen, ohne diesen ernsthaft zu beschädigen.

Tomahawk

Das Tomahawk trage ich am liebsten schräg hinten am Rücken in den Gürtel geschoben.

So umfangreich ist der Gürtel jedoch nur bei seltenen Gelegenheiten. Meist kombiniere ich den Gürtel dann mit einem kleinen Rucksack für Tagestouren. Da nehme ich sehr gerne das Essential Pack von Tasmanian Tiger mit schlanken 6 Litern. Dazu kommt noch ein erste Hilfe Paket. So habe ich alles bei mir, kann mich frei bewegen und fühle mich von meiner Ausrüstung nicht behindert, wenn es mal durch das Unterholz geht.

Messer – Die Qual meiner Wahl

Links oben: handgeschmiedete Replik eines Arbeitsmessers aus dem 18. Jahrhundert
Rechts oben: Walther OSK 1
Mitte links: Black Fox Trackmaster
Rechts unten: Werbegeschenk vom Landesjagdverband NRW
Unten: Morakniv Classic No. 2

Was muss ein Messer können? Letzten Endes ist die Antwort auf diese Frage immer eine persönliche Entscheidung.

Kann man ein gutes Messer definieren? Die meisten Bushcrafter, Survivalisten, Outdoorer und Messerfreaks werden sicher laut ja schreien. Meine Meinung ist da etwas vorsichtiger. Was für den einen ein Gutes, ist für den Anderen ein Schlechtes.

Ich selber habe alles mögliche an Messern probiert. In Meiner Jugend natürlich auch die coolen Rambo-Messer mit hohlem Griff. Mich hat beinahe 25 Jahre lang ein Victorinox begleitet und nie im Stich gelassen. Klar, meine Kindheits-Ideale für ein Messer waren: je mehr, desto besser. Also in einem für mich langweiligen Urlaub mit Eltern und Großeltern an einem Tag voller Putten und Kirchen Besichtigungen in Südbayern, gab es einen Deal. Ich bin brav und ruhig, dafür gibt es ein Victorinox. Noch am selben Tag hielt ich es in den Händen. Schere, Zange, Säge, Pakethaken und und und.

Habe ich es gebraucht? Nur, weil ich es hatte. Wirklich gebraucht, habe ich nur die Messer, Säge, Zahnstocher, Flaschenöffner und hin und wieder mal die Pinzette. Mehr nicht.

Dennoch gibt es ein paar Eckpunkte, die ein gutes Messer ausmachen. Das ist in erster Linie die Standzeit der Schärfe und die Nachschleifbarkeit. Wenn ich mir ein Messer kaufe, erwarte ich eine scharfe Klinge. Punkt. Aber diese soll auch möglichst lange scharf bleiben, solange ich das Messer als Messer einsetze. Klar, wenn die Schneide am Stein sägt, ist nix mehr mit Schärfe. Andererseits möchte ich auch kein Messer das ewig scharf bleibt und dann auch ewig zum nachschärfen benötigt. Da gehe ich gerne den Kompromiss ein, das Messer häufiger nachschärfen zu müssen. Da man Kohlenstoffstähle auch (einfacher) schärfer bekommt, bevorzuge ich diese bei meinem Outdoor Messer.

Viele Versuche mit verschiedenen Messern haben mich nun zu zwei im Dauernutzen geführt. Einerseits, ein klassisches Mora No. 2 und das Victorinox Ranger. Die Reise ging von wirklichen billig Messern über hochwertige Messer.

Das Walther OSK 1 ist ein 35 Euro Abklatsch vom Tom Brown’s Tracker Knife. Zu viele Winkel und Schrägen. Die Säge am Rücken soll zum Sägen von Nuten beim Fallenbau sein, verdickt sich jedoch vom Sägezahn zum Sägegrund, ist nicht Scharf und dringt folglich nicht ins Holz ein. Man poliert sich vielmehr hinein. Die Schneide verdickt sich zum Griff hin sehr stark und somit kann man keine Kraft aufbringen, wo es am effektivsten ist, weil dort schlicht keine Schneide vorhanden ist. Der eigentlich zum aufbrechen von Wild gedachte „Haken“, ist kaum auf Schärfe zu bringen und zu klein, um wirkungsvoll zu sein. Hackarbeiten mit dem Kopflastigen Messer lassen sich überraschend gut bewerkstelligen. Und je gröber und brachialer die Arbeit wird, desto besser ist dieses günstige Messer.

Darauf folgte das Trackmaster von BlackFox. Details an der Scheide kann man Diskutieren. Gute 5mm Klingenrücken jedoch nicht. Das Teil ist fürs Grobe. Wirklich grob! Rostfrei, hält die Schärfe recht gut und lässt sich mittels Messerschärfer schnell wieder herstellen. Durch die Dicke der Klinge, ist die Schärfe jedoch eingeschränkt und auch die Spitze ist für vieles zu grob. So habe ich einmal versucht an den Hinterläufen eines (toten) Damwildes durch die Hinterläufe zu stechen, um es an Haken aufzuhängen. Durch die wenig ausgeprägte Spitze es war ein Kraftakt. Aber auch dieses Messer punktet im Groben!

Muss ich Batonen, als Holz mit dem Messer spalten, in dem ich mit einem anderen Holzstück auf den Klingenrücken schlage? Nein. Im Zweifel einen Keil geschnitzt, in das zu spaltende Holz eine leichte Kerbe vorschnitzen und den Keil eintreiben. Mein Messer ist auch kein Hebel- oder Grabwerkzeug. Wenn ich solche Dinge benötige, improvisiere ich sie mir draußen oder nehme sie sofort mit.

Mein persönliches Fazit: Jedes Messer war auf seine Art und Weise gut und dennoch brauchbar. Die hier von mir aufgezählten Messer, haben alle ihren Nutzen und Einsatzzweck. Was ich mit diesem Artikel sagen möchte, schaut euch an, was ihr macht und dann schaut, welches Messer am besten zu Euch passt.

Glücklich bin ich mit dem Mora No 2 geworden. Klassischer Holzgriff, schlanke Klinge, sehr scharf, leicht nachzuschärfen, spitze Klinge und für fast alles zu nutzen. Vom Aufbrechen von Wild (wo zu ich aus hygienischen Gründen Kunststoffgriffe bevorzuge), über das Schnitzen oder simple Schneidarbeiten beim Kochen. Für gröbere Arbeiten, führe ich ein leichtes Tomahawk mit mir. Da brauche ich kein grobes Messer.