Der Haversack vonHelikon Tex

Haversack ist eigentlich das englische Wort für einen Brotbeutel. Eigentlich stehe ich auch nicht auf Produkt Reviews. Aber der Haversack begeisterte mich von Anfang an und erwies sich als sehr vielseitig.

Der Haversack ist für um die 50€ in verschiedenen Farben und auch zweifarbig zu bekommen. Ein wenig Suche im Netz und man findet ihn beim bevorzugten Händler seiner Wahl. Zum Material gibt es nicht viel mehr zu sagen, als dass es echt robustes Zeug (500D Cordura) ist. Als Umhängetasche kann man Ihn sowohl links wie rechts tragen. Sehr angenehm empfinde ich dabei, dass der Tragegurt mit zwei Schnallen befestigt ist, so dass man die Weitenverstellung immer vorne (oder, wer es mag) hinten haben kann.

Der Verschluss ist ein ebenflls pfiffiges System. Eine Kunststofföse wird durch die Klappe geführt und mittels Stecksystem geischert. Ein einfacher Zug an einem Band öffnet dieses System schnell und einfach. Dennoch hält der Verschluss sicher und verhindert zufälliges Öffnen zuverlässig.

Vorne befindet sich eine schlanke Einschubtasche mit Klettflausch, so dass zusätzliche Taschen und Organizer eingeklettet werden können. Im Hauptfach befindet sich eine elastische Tasche für Trinkflaschen. Oben im Bild steckt links der Stanley Trigger Mug darin. Darüber hinaus findet sich zum Klettflausch hin eine Reißverschlusstasche in voller größe der Tasche im Innenfach. Auf der dem Körper zugewandten Seite ist noch eine deutlich kleinere Reißverschlusstasche. Neben dieser und vorne über dem Flausch sind zudem zwei Kunststoff D-Ringe.

Typisch für die Bushcraft Linie bei Helikon Tex sind links und rechts aussen Taschen, auf welchen die Molle Streifen weitergehen. Eine davon dient längerem Gerät, wie z.B. einem Beil als Tasche, da sie unten offen ist, während die andere Seite für kleineres Gerät unten verschlossen ist.

In meinem Beispiel wollte ich für die Taubenjagd über mehrere Stunden diversen Kleinkram mitnehmen, ohne die Taschen an meinen Klamotten zu überfüllen.

  • Munition
  • Laufreinigungsschnur
  • kleine Dose Waffenöl
  • Wechsel-Chokes und Schlüssel
  • Baumwollbeutel
  • Kaffeebecher und ein Liter Wasser

Besonders erfreut hat mich dann die Kompabilität des X-Access Systems vom Decathlon und dem Molle System, so dass ich eine Platte mit 5 Schuss Schrot für den schnellen Zugriff außen anbringen konnte. Mit der richtig eingestellten Länge des Schultergurtes, war mir ein schnelles Nachladen möglich.

Der Haversack ist sehr vielseitig und lässt sich sehr leicht anpassen und schnell umpacken. Daher wird er mich zukünftig wohl oft und regelmäßig bei kleineren Touren, Projekten und Jagden begleiten. Dabei eignet er sich in meinen Augen vor allem für Outdoorer, weil er für uns gemacht wurde. Und das merkt man. Auch Fotografen, Angler, Survivalisten, Spaziergänger und Co werden ihren nutzen an dieser Tasche finden.

Stört mich etwas am Haversack? Stören ist übertrieben. Es gibt lediglich zwei Dinge, auf die ich hinweisen möchte. Zum einen kann es sein, das sich je nach Beladung und Belastung der Tasche die Deckelklappe leicht nach innen zieht, so dass sie links und rechts nicht vollständig überlappt. Zum anderen muss jeder für sich wissen, ob er oder sie ohne Polsterung am 5cm breiten Tragegurt zurecht kommt. Hier kann man sich aber auch ganz gut behelfen.

Letzt endlich bin ich sehr von dem Haversack begeistert und musste schon einen eigenen für meine Frau bestellen. Ich freue mich jedoch auch schon sehr darauf, ihn weiter zu testen und einsetzen zu können. Spielt das Wetter mit, bin ich in den nächsten Tagen auf einer Ansitzjagd auf Wildschweine und Raubwild. Dann kann ich eine völlig andere Beladung testen.

Bis dahin und Stay on Lynx-Trail.de

Mein Schlafsystem – Quick’n Dirty

Eine Nacht draußen in der Natur, soll möglichst komfortabel sein. Je schwieriger unsere Situation, wenn es zum Beispiel tatsächlich um unser reines Überleben geht, desto wichtiger wird für uns auch ein guter Schlaf. Natürlich geht es auch mal ohne. Aber wenn eine längere Zeit absehbar ist, gewinnt guter Schlaf eine ebenso große Priorität, wie Nahrung und Wasser.

Klingt simpel? Es kommt darauf an. Schließlich ist eine gute Nachtruhe auch ein ziemlicher Bonus auf einer Tour. Vor allem, wenn sie anstrengend ist. ‚The more you know, the less you carry!‘ (Mors Kochanski). Natürlich kann ich mir meinen Schlafplatz jedesmal neu errichten, doch das nimmt gerade auf einer Tour sehr viel Zeit in Anspruch. Bodenisolation, Dach über dem Kopf etc. Da verliert man dann schon einmal mehrere Stunden. Und da ich persönlich ein Anhänger der ‚Leave no Trace!‘ Philosphie bin und möglichst geringe Spuren hinterlassen möchte, werden die Bauten von mir auch am nächsten Morgen zerlegt. So kommt man einfach nicht weit, wenn man schlicht laufen will. Vor allem im Winter, wenn die Tage ohnehin schon kurz sind.

Einfache Lösung?

Meine ‚Pennrolle‘

Ja, die gibt es. Nimm alles was du brauchst mit. Was man wirklich braucht, ist jedem selbst überlassen. Aber auf ein Minimum können wir es herunter brechen: Nässeschutz, Bodenisolation und Kälteschutz. Da muss jeder für sich selbst seinen Weg finden. Meiner besteht aus einer Kombination, die sich für mich bewährt hat. Außen der Biwaksack der niederländischen Armee, darin eine Klymit Insulated Static V Isomatte und der Carinthia Defence 4. Das lässt sich mit ein wenig Geschick eng zusammenrollen und ist durch den Biwaksack sogar sehr gut geschützt. Selbst im strömenden Regen, kann ich das aufbauen und zum Schluss meinen Poncho mit Geschick darüber errichten, ohne ungeschützt im Regen arbeiten zu müssen. Dann rolle ich noch die Heringe und das Gestänge mit ein und fertig. Alles in einem Bündel.

Das Bündel wird nur ausgerollt…
…insgesamt 6 Heringe in den Bodengeschlagen…
… Gestänge einfädeln…
…fertig ist der grobe Aufbau…
…noch die Isomatte aufgeblasen. Falls Es regnet: Poncho drüber und drinnen bleibt es trocken.
Das gesamte Setup. Es ist simpel und eben schnell auf- und abgebaut.

Der Biwaksack bietet mehrere Möglichkeiten:

Ich kann ihn komplett schließen oder öffen (und alles dazwischen) oder aber ich zippe ein Moskitonetz ein. Habe ich kein Gestänge oder… mittig der Gestängeführung ist eine Lasche, in die ich eine Schnur knoten und den Biwaksack so nach oben aufspannen kann. Dabei könnt ihr ein Zweibein, Dreibein, einen Ast oder oder oder verwenden. Ganz so, wie ihr wollt oder es euch die Umstände zulassen.

Klingt zu gut?

Stimmt leider. Der Schlafsack ist zwar sehr warm und kann auch bis minus 15 °C als Komfort-Limit (Angabe des Herstellers) eingesetzt werden. Gefroren habe ich mit ihm noch nicht unterhalb der 0°C. ABER er hat keinen Wärmekragen und wenn man sich nachts bewegt, vergrößert sich das Luftvolumen im Schlafsack und vom Gesicht, an Hals und Oberkörper vorbei strömt kalte Luft. Das ist dann mal kurz unangenehm, erledigt sich aber auch schnell wieder. Alles in allem löst das System viele kleine Schwierigkeiten und ist eben auch super mit einem Tarp kombinierbar. Ehrlich gesagt hoffe ich, das System mal unter -10°C testen zu können. Aber ein weiterer leichter Schlafsack erweitert die Temperaturgrenzen nach oben und unten. So reicht ein leichter Sommerschlafsack im Sommer und ich schwitze mich nicht kaputt oder diesen noch zusätzlich in den Defence 4 und ich kann mich in noch kältere Gebiete wagen. Folglich ein modulares (durch den Biwaksack jedoch nicht sehr leichtes) Schlafsystem, das sich leicht an verschiedene Witterungen und Umstände anpassen lässt.