Der Haversack vonHelikon Tex

Haversack ist eigentlich das englische Wort für einen Brotbeutel. Eigentlich stehe ich auch nicht auf Produkt Reviews. Aber der Haversack begeisterte mich von Anfang an und erwies sich als sehr vielseitig.

Der Haversack ist für um die 50€ in verschiedenen Farben und auch zweifarbig zu bekommen. Ein wenig Suche im Netz und man findet ihn beim bevorzugten Händler seiner Wahl. Zum Material gibt es nicht viel mehr zu sagen, als dass es echt robustes Zeug (500D Cordura) ist. Als Umhängetasche kann man Ihn sowohl links wie rechts tragen. Sehr angenehm empfinde ich dabei, dass der Tragegurt mit zwei Schnallen befestigt ist, so dass man die Weitenverstellung immer vorne (oder, wer es mag) hinten haben kann.

Der Verschluss ist ein ebenflls pfiffiges System. Eine Kunststofföse wird durch die Klappe geführt und mittels Stecksystem geischert. Ein einfacher Zug an einem Band öffnet dieses System schnell und einfach. Dennoch hält der Verschluss sicher und verhindert zufälliges Öffnen zuverlässig.

Vorne befindet sich eine schlanke Einschubtasche mit Klettflausch, so dass zusätzliche Taschen und Organizer eingeklettet werden können. Im Hauptfach befindet sich eine elastische Tasche für Trinkflaschen. Oben im Bild steckt links der Stanley Trigger Mug darin. Darüber hinaus findet sich zum Klettflausch hin eine Reißverschlusstasche in voller größe der Tasche im Innenfach. Auf der dem Körper zugewandten Seite ist noch eine deutlich kleinere Reißverschlusstasche. Neben dieser und vorne über dem Flausch sind zudem zwei Kunststoff D-Ringe.

Typisch für die Bushcraft Linie bei Helikon Tex sind links und rechts aussen Taschen, auf welchen die Molle Streifen weitergehen. Eine davon dient längerem Gerät, wie z.B. einem Beil als Tasche, da sie unten offen ist, während die andere Seite für kleineres Gerät unten verschlossen ist.

In meinem Beispiel wollte ich für die Taubenjagd über mehrere Stunden diversen Kleinkram mitnehmen, ohne die Taschen an meinen Klamotten zu überfüllen.

  • Munition
  • Laufreinigungsschnur
  • kleine Dose Waffenöl
  • Wechsel-Chokes und Schlüssel
  • Baumwollbeutel
  • Kaffeebecher und ein Liter Wasser

Besonders erfreut hat mich dann die Kompabilität des X-Access Systems vom Decathlon und dem Molle System, so dass ich eine Platte mit 5 Schuss Schrot für den schnellen Zugriff außen anbringen konnte. Mit der richtig eingestellten Länge des Schultergurtes, war mir ein schnelles Nachladen möglich.

Der Haversack ist sehr vielseitig und lässt sich sehr leicht anpassen und schnell umpacken. Daher wird er mich zukünftig wohl oft und regelmäßig bei kleineren Touren, Projekten und Jagden begleiten. Dabei eignet er sich in meinen Augen vor allem für Outdoorer, weil er für uns gemacht wurde. Und das merkt man. Auch Fotografen, Angler, Survivalisten, Spaziergänger und Co werden ihren nutzen an dieser Tasche finden.

Stört mich etwas am Haversack? Stören ist übertrieben. Es gibt lediglich zwei Dinge, auf die ich hinweisen möchte. Zum einen kann es sein, das sich je nach Beladung und Belastung der Tasche die Deckelklappe leicht nach innen zieht, so dass sie links und rechts nicht vollständig überlappt. Zum anderen muss jeder für sich wissen, ob er oder sie ohne Polsterung am 5cm breiten Tragegurt zurecht kommt. Hier kann man sich aber auch ganz gut behelfen.

Letzt endlich bin ich sehr von dem Haversack begeistert und musste schon einen eigenen für meine Frau bestellen. Ich freue mich jedoch auch schon sehr darauf, ihn weiter zu testen und einsetzen zu können. Spielt das Wetter mit, bin ich in den nächsten Tagen auf einer Ansitzjagd auf Wildschweine und Raubwild. Dann kann ich eine völlig andere Beladung testen.

Bis dahin und Stay on Lynx-Trail.de

Das ist der Hammer – Holzhammer selbstgemacht

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Werkzeuge machen das Leben leichter. umso besser wenn man sie selbst fertigt.

Draussen benötigen wir einige Werkzeuge immer wieder. Eines der besten Werkzeuge ist der Hammer. Klar, ein Beil oder gar eine Axt können uns dieses Werkzeug ersetzen. Doch seien wir einmal ehrlich, manchmal braucht es eben ein spezialisiertes Werkzeug. Bei sauberen Holzverbindungen, die wir mit Beil oder Axt herstellen, kann es erforderlich sein, mit einem geeigneten Werkzeug auf den Axt-/ Beilrücken zu schlagen. Dadurch erreichen wir eine höhere Präzision und erleichtern uns die Arbeit. Nehmen wir dazu jedoch gehärteten Werkzeugstahl, beschädigen wir unsere wertvollen Werkzuge. Oder es fliegen gar scharfe Stahlsplitter durch die Luft, die ungeschützte Haut und Augen gefährden. Beides gilt es zu vermeiden!

Ich habe für die Herstellung mehr Werkzeug verwendet, als man braucht. es geht auch nur mit einem Messer! Aber da ich den Hammer auch für heimische Arbeiten nutzen möchte, habe ich mich für diese Herstellung entschieden.

Was benötigen wir?

Die verwendeten Werkzeuge und Materialien
  • geeignetes Holz: entsprechend der Größe des fertigen Hammers und möglichst hartes Holz mit elastischen (lange) Fasern. Z.B. Hasel, Esche, Kirsche, Eiche…
  • Zumindest ein Messer
  • Beil / Axt / Tomahawk
  • Säge
  • Zugmesser
  • Für empfindliche Hände: Handschuhe
  • ggf. einen Bleistift. und Zollstock

Die auswahl der Werkzeuge sei jedem slbst überlassen. Letztlich habe ich es oben bereits erwähnt: Es reicht ein Messer!

Die Vorbereitung

Zuerst wird die Länge bestimmt und zugesägt. Kann man messen, muss man aber nicht!

Für meine geplante Verwendung brauche ich einen einhändig führbaren und nicht allzu schweren Hammer, damit ich bei längerem arbeiten nicht zu schnell ermüde.

Auch den Griff kann man grob messen. Oder aber ihn nach Gefühl schnitzen. Er sollte nur halbwegs mittig sitzen.

Der Vorteil von Werkzeug ist das einfachere Arbeiten. So konnte ich mit meiner Säge rundherum ca zwei Zentimeter tief in den Ast hinein sägen, um Griff und Kopf heraus zu arbeiten.

Ist das halbwegs geglückt (sprich die Sägeschnitte treffen sich), muss der Griff vom überschüssigen Holz befreit werden.

Für Feinarbeiten kann man Axt, Beil und Tomahawk auch als Hobel verweden. Dabei kommt es jedoch auf die Handhabung an. Also testen und üben. Selbstverständlich gilt: Gutes Werkzeug ist scharf!

Zum Ebnen und Glätten, sind Zugmesser und Messer natürlich etwas besser geeignet. wann diese Arbeit tatsächlich abgeschlossen ist, sagt der Griff-Test. Dazu wird einfach mal leicht damit geklopft und der zukünftige Hammer sachte geschwungen. Es ist wichtig, dass der Griff glatt und frei von Splittern ist, um die Hände zu schonen.

Fertig ist der hammer, sobald er in der Hand liegt und sich so anfühlt, als ob er dort hin gehöre. Mit solch einem Werkzeug, lässt es sich lange und ermüdungsfrei Arbeiten. Damit sparen wir auch eine Menge energie auf lange Sicht. Zu mindest, wenn der Herstellungsprozess in einem guten Verhältnis zum Bedarf steht. Und die Rinde am Kopf darf auch entfernt werden.

Mikro-Abenteuer – Die Werre mit dem LIDL Boot

Alles ist bereit. Die Luftkammern aufgepumpumt, Reperaturzeugs liegt bereit, Rucksäcke mir Essen und Wasser sind auch am Start.

Mikro-Abenteuer sind ein mittlerweile wohl recht bekanntes Projekt. Im Wesentlichen geht es uns darum, keinen großen Urlaub zu unternehmen und dann mal mehr oder weiger Spontan aus allem heraus zu kommen. Sie können mal nur wenige Stunden oder auch nur ein Wochenende eine Auslastung und Abwechslung zum (Arbeits-)Alltag sein. Das tolle bei so einem Mikro-Abenteuer: Es muss nicht teuer sein. Man braucht auch keine große Vorbereitung, kein großes Equipment oder sonst was, kreativ sein, Dinge spontan nutzen und loslegen.

Darüber hat aber auch mein guter Freund und oftmaliger Weggefährte der letzten Jahre, Björn Eickhoff, etwas in seinem Blog geschrieben.

Die Idee wächst.

Die Idee dazu hatte meine verlobte bereits vor einigen Monaten. Eigentlich sogar vor dem Corona Lockdown. An unserem Jahrestag eine Kanu Tour. Ohne eigenes Kanur blieb ein verleih. Sie hatte also schon alles in die Wege geleitet und wollte es vor mir geheim halten. Aber dann kam der Lockdown, Veranstalter teilte uns mit, das der termin möglicherweise nicht statt finden könne. E-Mail kontakt vor wenigen Wochen gehabt, keine Rückmeldung mehr. Dann kam mein Schwiegervater auf uns zu und meinte, im LIDL gäbe es ein Schlauchboot für 38 Euro. Die Idee war geboren. und sogar mit einwenig Sorge garniert. Hält das Boot? Und dann hatte die Werre auch nocht etwa 20 bis 30 cm weniger Wasser als üblich.

Das Boot

Punkt 7 uhr beim LIDL. Es gab nur ein Boot.

Das Boot war schnell gekauft. Das Auto in Löhne am Kanuanleger abgestellt und auf nach Herford zum Kanuanleger. Und davon gibt es an der Werre wirklich reichlich! Trotz unübersichtlicher und chaotischer Anleitung, ging der Aufbau schnell und einfach von der Hand.

Aus einem Doppelpaddel habe ich mit Messer, Sandpapier und einem Rohrschneider zwei Stechpaddel gebaut.

Die Tour

Die Tour folgte völlig entspannt der Werre. Der Einstieg in Herford besteht aus einem kleinen Schotterparkplatz und einem Sandstrand. Beim Boot seht ihr Teile des Strandes beim Aufbau. Die Tour ist selbst für völlig Unerfahrene realistisch. Es gibt kaum Stromschnellen und wenn doch, kann man immer an sicheren Ausstiegen mit dem Boot über Land diese Stellen passieren und hinter dem Hindernis wieder in den Fluss einsteigen. Da die Werre nie schiffbar gemacht wurde und dennoch teils renaturiert wurde, sieht man viele Tiere. So haben wir auf der ganzen Strecke etwa 15 (!) verschiedene (Sichtungen eines Exemplares nicht doppelt gezählt) Eisvögel beobachten können.

Mit einwenig Suchen findet man auch die Bruthöhle des Eisvogels.

Aber auch ein paar Kormorane, Bisamratten, Enten (Stock und sogar eine Kolbenente), Blässhühner und gewöhnliche Ratten konnten wir beobachten und den Anblick genießen.

Von Tieren mal abgesehen, hatte es aber auch die Landschaft in sich. Von den Feldern haben wir nicht viel mitbekommen. Dafür eine ausgeprägte Ufervegetation und viele schöne Details, wie Tiefhängende Weiden.

In einen Ort haben wir beide uns sehr verliebt. Eine kleine Steinbank. Der Ort hatte beinahe eine magische Wirkung auf uns. Völlige Entspannung und Genuss folgte beinahe nach dem ersten Schritt auf diese Insel.

Das kleine Video soll einem Eindruck der Steinbank vermitteln. Genießt es!

Die letzten Kilometer

Der Rest der Tour war gemütlich. Ein heftiger Schauer folgte noch, aber dafür hatten wir Ponchos dabei und so ging es unbeiirt weiter. Aber dann, etwa einen Kilometer vor dem Ziel haben wir unter Wasser etwas nicht gesehen und schon war die Bodenkammer undicht. Die Luft entwich, doch kein Wasser kam ins Boot. So hatten wir Glück im Unglück und konnten die Tour trocken beenden, obwohl das Boot tiefer im Wasser lag. Was war passiert? Wir haben irgendwas unter Wasser übersehen und das hat uns das Boot aufgeschlitzt.

Fazit

Die Tour war großartig! Das Mikro-Abenteuer hat sich gelohnt und uns beiden gut getan. Das Boot ist leider kaputt, doch ich überlege, wie ich den recht langen Riss repariert bekomme und den Boden einwenig sicherer bekomme. Oder doch ein hochwertiges Boot?

Primitive Jagdwaffen – schnell und einfach!

Keine perfekt hergestellten Jagdwaffen, aber für einen Vormittag ein akzeptables Ergebnis.

Ich habe hier im Blog an einigen Stellen bereits gepredigt:

Wenn du etwas machst, dann mach es direkt richtig.

Bei diesem ‚Feldversuch‘ habe ich es bewusst nicht sofort richtig gemacht, sondern wollte für mich wissen, wie schnell bin ich in der Lage, primitive Waffen für die Jagd in einer Survival Situation herzustellen, vorausgesetzt natürlich, dass die Jagd überhaupt Sinn macht. Natürlich kann man sich dann auch nur auf eine dieser Varianten beschränken oder mehr Zeit investieren. Doch um eine Theoretisierung geht es mir gar nicht. Diese wird viel zu oft von allen möglichen Personen über alle möglichen Themen betrieben.

Meine Erkenntnis zu diesem Feldversuch ist simpel und ich möchte sie am Ende dieses Beitrages erläutern. Doch fangen wir simpel an.

Zuerst ein Wort der Warnung!

Alles hier Vorgestellte ist nicht zur Verwendung auf jedwedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier ist EGAL, gedacht. Lediglich eine echte Überlebenssituation würde die Verwendung rechtfertigen. Doch Zielwerfen und die Herstellung sind weder Verboten noch problematisch. Wichtig ist nur dafür zu sorgen, dass niemand durch die Übungen zu schaden kommt. Geeignete Orte, Ziele und Sicherheit sind hier besonders wichtig!

Danach die Ethik

Ich interessiere mich für Bushcraft und Survival, stelle hier mein Wissen zur Verfügung. Daher erwarte ich einen entsprechenden Umgang damit. Speziell mit diesem Thema. Waffen sind keine Spielzeuge und daher sollte ihr echter Einsatz auch nur die aller letzte Möglichkeit sein, wenn es tatsächlich um das Überleben geht! Aber es gehört mehr dazu, als sie nur bauen und einsetzen zu können. Was passiert mit möglicherweise verwundetem Wild? Wie erlöst man es schnell und sicher für beide Seiten? Kann ich das gefundene Tier überhaupt damit erlegen? Diese Fragen sind entscheidender und vorher zu klären.

Die Speerschleuder – Atlatl

Die Atlatl ist ein denkbar simples Werkzeug, dass uns in die Lage versetzt, Speere schneller, weiter und kräftiger zu werfen, als wir es von Hand können. Die Speerschleuder ist bereits aus der Altsteinzeit bekannt. Funde belegen laut Wikipedia die Nutzung dieses simplen Geräts bereits vor 18.000 Jahren. Auch heute findet man sie noch bei den Aboriginees in Australien. Diese Fakten bezeugen die Effektivität, wie simple Herstellungsmöglichkeiten. Also sollte doch ein Quick’n’Dirty möglich sein?

Je gründlicher man sich die Ausgangsmaterialien heraus sucht, desto einfacher fällt die Herstellung. Aufgrund meiner Prämisse der Geschwindigkeit, habe ich bewusst auf leicht zu bearbeitende Teile geachtet und möglichst ‚fertige‘ Stücke heraus gesucht.

Für die Schleuder habe ich auf einen geeigneten Seitenast geachtet. Dann die Rinde abgeschält, was im April recht einfach und schnell geht. Aus dem Seitenast habe ich die Spitze geschnitzt, in die später die Speere eingehakt werden. Das Problem bei einer Ernte von Frischholz im April ist jedoch auch die Nässe. Also ab in die Sonne zum oberflächlichen trocknen.

Die Speere sind Simpler. Möglichst gerade Ruten werden gesammelt. Im optimal Fall, werden sie am Feuer mittels Hitze gerade gebogen. Dieser Vorgang hilft der Genaugkeit enorm. Doch er setzt Feuer voraus und die nötige Zeit. Beides sind Dinge, auf die ich im Versuch bewusst verzichtet habe.

Die Spitze aus Holz ist bei der Jagd ehrlich gesagt von Nachteil, weil der Speer stecken bleiben wird und der Wundkanal durch ihn verschlossen wird. Dies führt zu einem verzögerten Verenden des Wildes. Eine Spitze, die breiter ist als der Speer, verursacht einen Wundkanal, der sich nicht verschließt und so wird das Wild schneller verenden. Munitionshersteller für Jagdwaffen beschäftigen sich intensiv seit Jahren mit diesem Thema, damit Wild nicht leidet und waidmännisch erlegt werden können.

Die Länge der Spitze ist von Bedeutung, da sie so gut eindringen kann aber gleichzeitig auch nicht zu filigran ist, um nicht schnell zu brechen. Im Feuer gehärtet, holt man noch mehr heraus.

Alles ist fertig. Was nun? Richtig! Werfen!

Wurftechniken gibt es viele. Weites ausholen macht aber eher langsam und ermüdet. Im Gegensatz dazu das kurze Ausholen. Die Haltende Hand sollte nicht hinter der Schulter sein und der Speer auf Augenhöhe. Dies erleichtert das Zielen. Bevor sich der Arm bewegt, macht man einen leichten Ausfallschritt nach vorne und dann folgt der Arm in einer fließenden geradeaus Bewegung und gleichzeitig dreht man den Körper im Becken mit dem Arm mit. Dies darf nicht schräg ausgeführt werden. Parallel zum Körper, gerade auf das Ziel zu. Der Speer wird mit Daumen und Zeigefinger fixiert und von beiden Fingern losgelassen, wenn die Atlatl beschleunigt. So die grobe Theorie. Da es viele Techniken gibt, heißt es üben und ausprobieren.

Das Wurfholz

Das Wurfholz kennen viele auch als Sportgerät: Bomerang. Sportlich soll er zurückkehren, doch als Wurfholz ist das völlig egal. Man kann es umständlich (wie ich in meinem Versuch) aus einem Stück Holz herstellen oder einfache einen dicken, soliden Ast mit leichter Krümmung aus möglichst schwerem und harten Holz nehmen. In unseren Breiten bietet sich Eiche am besten an. Für mein Projekt habe ich zufällig ein Stammstück von einer Linde gefunden und spontan losgelegt. Doch hier habe ich modernes Werkzeug genutzt.

Lässt sich werfen, aber…

Die Bola

Die Bola ist simpel, leicht hergestellt und auch sie wird seit Jahrtausenden als Jagdwaffe eingesetzt. In Südamerika sogar heute noch von den Gauchos (südamerikanische ‚Cowboys‘)

Das Prinzip ist wirklich einfach. Drei Seile werden an einem Ende verknotet und am jeweils Anderen wird ein Gewicht befestigt. Geworfen öffnen sich die Bola in drei Stränge, die sich mit enormer Wucht (Wurf- und Rotationsenergie mit Beschleunigungskraft, wenn sie sich) um das Ziel wickeln (beispielsweise die Beine von Hirschartigen). Je nach Gewicht, kann die Bola Knochen brechen. Wenn sie getroffen hat musste es bei den Jägern und Sammlern schnell gehen, um das Tier zu erlösen. Selbst in einer Survival Situation, muss man wissen, was man tut, bevor man diese Waffe einsetzt. Tierleid gilt es zu vermeiden und wiederspricht meiner Ethik!

Um die drei Seile mit einander zu verknoten, habe ich den Achterknoten verwendet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Steine wirklich fest sitzen! Einen speziellen Knoten gibt es nicht, da Steine nun einmal individuell geformt sind. Folglich bleibt nur machen. Ebenfalls wichtig ist eine möglichst gleiche Seillänge. Ist alles fest und sicher verknotet ist die Bola fertig.

Zum Werfen ergreift man sie am Knoten, wirbelt sie schnell einmal über dem Kopf herum und wirft sie auf das Ziel. Kreisen lassen sorgt nur für Verwicklungen der Seile. Auch mit den Fingern zwischen die Seile zu greifen ist kontra produktiv.

Der Knoten kommt zwischen Daumen und Zeigefinger, die Bola hängt schlaff herab. Dann nimmt man den Arm hoch, wirbelt sie einmal im Kreis über dem Kopf und wirft. Sind die Seile beispielsweise einen Meter Lang zwischen Knoten und steinen, ergibt sich im Flug ein Kreis von beinahe zwei Metern! Das muss bedacht werden, denn ohne freie Flugbahn, bleibt sie an Hindernissen hängen.

Im Flug rotieren die Steine um den Knoten im Zentrum.

Trifft auch nur einer der Steine ein Ziel, schlagen alle Steine da herum. Dies erhöht im letzten Moment nocheinmal die Geschwindigkeit der Steine beträchtlich!

Das Werfen erlernt man jedoch wie bei der Speerschleuder nur durch üben!

Noch schneller wären wohl nur zwei Seile (oder Schnürsenkel 😉 und zwei Steine.

Fazit

Alle dieser Waffen benötigen Übung. Halbherzig gebaut, verliert die Atlatl viel ihrer Wirksamkeit und bedarf ausreichender Aufmerksamkeit und besonders viel Übung im Werfen. Gerade gebaute Atlatl und Speere sind hier besonders wertvoll. Auch die Spitze, wie ich oben bereits erwähnte, ist von enormer Bedeutung. Dennoch ist die Speerschleuder schnell hergestellt und nur wenig mehr Aufwand hätten sie deutlich effektiver gemacht. Selbst ohne Messer oder Tomahawk und Säge ist sie verhältnismäßig einfach herzustellen. Auch das gerade Biegen am Feuer ist einfacher, als man denkt.

Das Wurfholz war zu viel Aufwand. Das Holz hat sich nicht ordentlich spalten lassen, viel Nacharbeit war nötig und Linde ist sowohl zu weich, als auch zu leicht. So kommt zu wenig Energie im Ziel an. Ein solider Eichenast macht weniger Arbeit, bei mehr Effizienz. Allerdings geht beim Wurfholz das Üben leichter und schneller. Ausserdem ist beim Üben die Umwelt in geringerer Gefahr!

Zu guter Letzt: Die Bola. Schnell, einfach, wenig falsch zu machen. Was jedoch zu bedenken ist, nicht jedes Wild kann damit bejagt werden und selbst wenn es liegt, wird es meist noch leben und sich wehren. Hier ist die Übung im Wurf das einfachste. Die echte Kunst folgt nach dem Wurf. Verwundete Tiere sind niemals zu unterschätzen.

Der Achterknoten

Grundlegendes:

  • Ich bin Linkshänder. Daher können Knoten von Rechtshändern Spiegelverkehrt zu meinen wirken. Bedenkt das bitte bei meinem Tutorial!
  • Damit ein Knoten sicher hält, sollte das lose Ende mindestens den 10-fachen Seildurchmesser überstehen!
  • Geht verantwortungsvoll mit Knoten um! Wenn euch durch die Anwendung von Knoten geschieht, kann ich leider nichts dafür.
  • Knoten helfen nur dann, wenn man weiß, welcher Knoten in welcher Situation wirklich hilft und man sie auch durch üben wirklich beherrscht!
  • Knoten verändern die bruchlast (Reißfestigkeit) eines Seiles! Dabei senken sie diese Belastbarkeit um bis zu 50% !

Der Achterknoten ist beim Klettern ein Standard Knoten. Er wird neben dem Spierenstich unter anderem als Stopperknoten verwendet oder aus doppeltem Seil um eine feste Schlinge herzustellen. Dabei ist dieser Knoten so sicher und zuverlässig, dass er auch von den Berufsgenossenschaften für gewerbliche Kletterer im Bereich der Baumpflege zugelassen und somit auch versichert wird. Gleichzeitig ist er auch einfach zu öffnen, wenn er unter Last gestanden hat.

Links ist das stehende Ende und rechts das abgehende Ende.

Zuerst bildet man eine Schlaufe mit dem abgehenden Ende.

Dann umwinden wir das stehende Ende.

Nachdem wir ie Schlaufe gebildet haben und mit dem abgehenden Ende das stehende Ende einmal umwunden hat, führen wir das abgehende Ende durch die am Anfang gebildete Schlaufe.

Jetzt an beiden enden ziehen und fertig ist der Achterknoten.

Die doppelte Acht

Die doppelte Acht oder den doppelten Achterknoten benötigt man, um eine feste Schlinge zu knoten. Diese kann als Sicherung um einen Gegenstand oder an einen Karabiner genutzt werden.

Um die doppelte Acht zu legen, geht man wie beim normalen Achterknoten vor. Dies veranschaulicht die Galerie.

Andererseits kann man die doppelte Acht auch stechen. Dazu stechen wir einen normalen Achterknoten, lassen diesen jedoch offen und ziehen ihn nicht zu. Dieses mal muss das abgehende Ende wesentlich länger sein. Es muss den üblichen 10fachen Seildurchmesser als Überstand, einweiteres mal den Achterknoten und mindestens den gewünschten Umfang der Schlinge aufweisen.

Der Achterknoten muss in diesem Fall merklich offenstehen.

Das abgehende ende wird um den Gegenstand geführt und dann parallel rückwärts durch die Acht geführt. Dabei bleibt das abgehende Seil immer aneinander.

Schritt für Schritt folgen wir dem abgehenden Ende durch den Knoten zurück.

Schließlich haben wir den doppelten Achter fertig gestellt und können ihn festziehen. Wichtig ist dabei sauberes arbeiten, weil vor allem Anfänger so kontrollieren können, ob der Knoten korrekt gestochen wurde.

Slipknot

Grundlegendes:

  • Ich bin Linkshänder. Daher können Knoten von Rechtshändern Spiegelverkehrt zu meinen wirken. Bedenkt das bitte bei meinem Tutorial!
  • Damit ein Knoten sicher hält, sollte das lose Ende mindestens den 10-fachen Seildurchmesser überstehen!
  • Geht verantwortungsvoll mit Knoten um! Wenn euch durch die Anwendung von Knoten geschieht, kann ich leider nichts dafür.
  • Knoten helfen nur dann, wenn man weiß, welcher Knoten in welcher Situation wirklich hilft und man sie auch durch üben wirklich beherrscht!
  • Knoten verändern die bruchlast (Reißfestigkeit) eines Seiles! Dabei senken sie diese Belastbarkeit um bis zu 50% !

Der Slipknot ist im Grunde ein einfacher Knoten, der mit einer Schlaufe ausgeführt wird und sich dadurch leicht lösen lässt. Meist verwendet man ihn als Sicherungsknoten, den man leicht lösen möchte. Zum Beispiel an den Tarpspannern. So kann man sie öffnen und um einen Baum legen, was sonst ja nur sehr umständlich möglich ist.

Ein Beispiel für die Anwendung. Ein weiteres findet ihr beim Bogen vom Feuerbohren.
Das Seil liegt gerade.
Eine Schlaufe wird gelegt.
Das oben kreuzende Seilende wird von unten durch die Schlaufe gezogen… Dabei wird es in einer Bucht hindurch gezogen.
Dabei wird es in einer Bucht hindurch gezogen.
Nun heißt es Strammziehen!
Fertig!
Eine andere Perspektive des Slipknot.
Zum Lösen des Slipknot wird am Bucht bildenden Seil ende gezogen, wodurch sich die Schlinge verkleinert.
Die Schlinge ist kaum noch vorhanden.
Und nun ist die Schlinge hindurchgezogen und es verbleibt nur noch die Schlaufe vom Beginn.

Feuer bohren – Bow drill

Sieht gut aus? Trotzdem weiter bohren…

Zu sagen, ich wäre ein Meister- oder auch nur Geselle- dieser Technik, wäre gelogen. Mein Fehler bisher ist schlicht mangelnde Übung. Ich habe es immer mal wieder gemacht und es hat immer mal wieder funktioniert (oder auch nicht!) Zur Zeit probiere ich es intensiv und merze Stück für Stück meine Fehler aus. Warum? Nun, ich will Wissen vermitteln und mich auf meine Fähigkeiten verlassen können. Feuer ist meine Disziplin. Und eben diese Technik hapert. Aber dagegen gibt es glücklicherweise ein probates Mittel: Training! Seit einigen Tagen beschäftige ich mich täglich damit und experimentiere. Das Ergebnis? Ich werde kontinuierlich besser und entdecke immer neue Fehler.

Der Bogen

Es kommt auf die richtige Länge an. Eine gute Länge ist etwa von der Schulter bis zu den Fingerspitzen. Damit kann man in sauberen und langen Zügen den Bogen bewegen, um den Bohrer in Rotation zu versetzen.

Der klassische, starre Bogen. Manch einer mag ihn noch weiter gebogen. Ich habe für mich festgestellt, dass ich mit diesem Bogen nicht so gut klar komme. Eine Alternative folgt.

Ein alternativer Bogen ist beidseitig abgeflacht und etwas biegsamer, wenn auch nicht leicht biegsam. Am einen Ende wird die Bogenkerbe eingeschnitzt und die Schnur mittels Bogenknoten (oder Zimmermanssteg) verknotet. Am anderen Ende schnitzen wir einen Spatel mit Durchbruch. Beide Schnitzarbeiten habe ich bereits beim Try-Stick erklärt. Durch den Durchbruch wird die Schnur gefädelt und mittels Slipknot fixiert. Dadurch ist die Spannung sehr einfach zu kontrollieren. Beim Bohren an sich, kann man mittels Daumen, Zeige- und Mittelfinger die Spannung zusätzlich beeinflussen.

Die verwendete Schnur kann im Grunde jede geeignete sein. Paracord und Schnürsenkel sind mit am besten. Letztere hat man ja auch fast immer im Norfall dabei.

Wichtig bei der Spannung ist, dass sie weder zu fest, noch zu lose ist. Klingt doof? Anders kann man es aber nicht sagen. Zu Lose und nichts passiert. Zu stramm und ständig fliegt der Bohrer weg und die Schnur verschleißt wirklich schnell. Leider gibt es da keinen echten Leitwert und so hilft nur üben und nicht aufgeben.

Der Bohrer

Grundlegend sollte der Bohrer Daumendick sein und ca 30cm lang. Mindestens jedoch von kleinem Finger bis Daumen bei ausgespreizter Hand. Ein Ende schön rund zum Bohren und ein Ende spitzt für das Lager im Wiederlager. Die umlaufende Kerbe war in der Theorie eine gute Idee. In der Praxis allerdings echt mies. Der Bohrer muss aus trockenem aber festem Holz sein. Also Totholz suchen!

Das Wiederlager

Ich habe Totes Holz verwendet. Doch auch Frisches kann man nehmen. Hauptsache, es liegt gut in der Hand und ist eher hart. Es sollten mindestens 3 mal neue Löcher für den Bohrer gemacht werden können. In das Wiederlager gehört ein kleines Loch, welches die Spitze des Bohrers aufnimmt, damit der Bohrer sicher an Ort und stelle gehalten wird. Dieses wird einfach mit der Messerspitze hineingeschnitten.

Das Bohrbrett

Das gute Stück sollte ca 2cm dick sein. Wichtig ist, dass es gut auf dem Boden liegt und nicht wackelt, wenn man es mit einem Fuß fixiert. Ein Loch für den Bohrer wird vorgeschnitten. Dabei ist die Mitte etwa 1,5 fache Bohrerdicke vom Rand entfernt. Dies sorgt für Sicherheit beim Bohren. Denn sonst hat der Bohrer keinen sicheren Halt.

Die Kerbe wird erst nach dem Einlaufen eingeschnitzt! Dazu spannt man den Bohrer in den Bogen, setzt ihn am Brett an und legt das Wiederlager auf. Langsam beginnt man nun mit dem Bohren und lässt alles einlaufen. Ist der Bohrer im Brett eingelaufen, wird die Kerbe eingeschnitzt.

Andere Varianten für Bohrbretter…

  • Das Bohrloch an einer Stirnseite, vereinfacht eine oberflächliche Kerbe, wenn es an Zeit oder geeignetem Messer mangelt.
  • Ein Bohrloch, welches vorgebohrt wird und dann von der Gegenseite durchgebohrt wird. So sammelt sich der Staub im unteren Loch und speichert die Hitze effektiver, als in einer seitlichen Kerbe.
  • Zwei Äste aneinandergeknotet und beidseitig gebohrt. Hier sammelt sich der Staub wieder im unteren Loch.

Die eigentliche Arbeit

  • Den Bohrer in den Bogen einspannen. Dabei gehört er auf die Aussenseite des Bogens und nicht zwischen Sehne und Bogen!
  • Der Bohrer wird mit Bogen in das Bohrbrett eingesetzt und mittels Wiederlager fixiert.
  • Die starke Hand führt den bohrer. In die andere gehört das Wiederlager. Diese Hand wird eingeknickt und der Daumen muss am Schienbein anliegen. So wackelt nichts und kaum Kraft wird benötigt.
  • Anbohren und alles einlaufen lassen!
  • Die Kerbe in das Bohrbrett schnitzen, den Bohrer ggf noch einmal leicht nach schnitzen. Spannung im Bogen kontrollieren.
  • Jetzt muss alles bereit sein! Material fürs Feuer, Zunder in Position! Der Zunder kann z.B. unter dem Bohrbrett sein. Unter die Kerbe und dem Bohrloch ein Blatt oder Brettchen legen, dass den Bohrstaub auffängt.
  • Alles in Position? Dann beginnt das Bohren. Langsam und mit Druck. Die Kerbe fängt an, sich mit Bohrstauf zu füllen. Sie muss voll sein und dann gerne überquellen. Wenn es bereits jetzt qualmt, ignoriert das!
  • Die Kerbe ist voll? Nun gilt es den Druck auf den Bohrer zu erhöhen und dran zubleiben. Lange und schnelle Züge! Auf keinen Fall kurze Züge mit dem Bogen. Lang und gleichmäßig ist besser als kurz. Bohrt nun schnell, lange und mit Kraft.
  • Nach einem Endspurt, nehmt vorsichtig den Bohrer weg und beobachtet den Qualm. Maximal langsam mit der Hand Luft zu fächern. Pusten ist nicht nötig. Bleibt ruhig. Qualmt es nach ca 30 Sekunden immer noch? Herzlichen Glückwunsch.
  • Noch etwas warten! Dann sanft den Bohrstaub aus der Kerbe lösen (mit dem Messer o.ä.) und in den Zunder übertragen.
  • Hier geht es nun weiter!

Der wichtigste Punkt: ÜBEN UND EXPERIMENTIEREN! Folgt keinem Kanon;-)

Try-Stick

Die Idee zum Try-Stick habe ich von Mors Kochanski. Generell kann ich auch seine Videos beim Kanal von Karamat Wilderness Ways empfehlen, so lange ihr Englisch beherrscht. Auch wenn manch einem die Videos lang erscheinen mögen, sie lohnen sich in meinen Augen sehr.

Der Try-Stick (Versuchsstab) dient dem Üben verschiedener Schnitztechniken. Man kann sehr viele oder nur sehr wenige Techniken üben. Welche ihr übt, müsst ihr wissen. In der Folge stelle ich mehrere Techniken vor, die in meinen Augen sinnvoll bzw nützlich sind. Das schöne beim Try-Stick ist die Möglichkeit, auch einfach mal zu hause zu üben. Wobei ihr den fast überall üben könnt,wo man eben legal mit einem Messer schnitzen darf. Da ergibt es sich von selbst, dass der Bahnhof nicht die beste Lokalität ist.

Welches Holz?

Am Anfang empfehle ich weiche und einfach zu bearbeitende Hölzer, wie z.B. Weide. Sie ist schnell und einfach zu finden, gibt gute, gerade Äste und istdabei angenehm weich und einfach zu verarbeiten. Haselnuss bietet sich auch an, ist jedoch härter. Versucht doch einfach mal die Unterschiede von Hölzern durch schnitzen kennen zulernen.

Beim Ernten der Äste, trennt sie sauber mit einer Säge ab, nehmt nur wenige Äste von einem Gehölz (meist gibt es ja genug andere in der Nähe) und achtet drauf niemandem zu schaden!

Für meinen Beitrag habe ich vor etwa einer Woche Äste von einer Kopfweide geerntet und somit auch keinem Baum geschadet.

1. Der Rundkopf

Den Rundkopf benötigen wir vor allem bei Heringen zum Abspannen von Zelten oder wenn wir uns einen Wanderstock herstellen wollen. Eine weitere Verwendung findet er, wenn wir einen Stock als Pfosten in einem Tarp verwenden wollen. Diesen sollte man zwar immer noch polstern, doch je weniger Ecken, desto schonender für das Tarp.

Wichtig ist vor allem eine sichere Arbeitsposition. Sitzend, vornüber gelehnt stütze ich hier meine Ellenbogen auf den Knien ab. Dadurch arbeite ich weit vor meinem Körper und auch wenn das Messer abrutscht, gleitet die Klinge in weitem bogen von mir weg und ich kann mich nicht schneiden.

Zuerst schnitzt man eine Spitze in den Stock. So können wir auch Stöcke trennen.

Aus der Spitze, wird stück für Stück eine Art Halbkugel herausgeschnitzt. Keine Bange, sie muss nicht perfekt sein.

2. Durchmesser verkleinern

Der Sinn, den Durchmesser gleichmäßig zu verändern ist nicht zwingend bei diesem Dünneren Stock zu suchen. Doch die Grundtechniken sind identisch. Für verschiedene Verbindungen oder Techniken ist ein kleinerer Durchmesser an einer beliebigen Stelle jedoch durchaus praktisch. Als Griff bei einem Wanderstab zum Beispiel.

Zuerst wird das Holz eingeschnitten. Hier seht ihr die haltende Hand. Die andere Hand dreht den Stock. Zu keinem Zeitpunkt sind Messer klinge oder Daumen in einer Linie! Sollte ich abrutschen, gleitet mein Daumen an der Klinge vorbei, so dass ich mich nicht verletzen kann.

Zwei rund umlaufende Schnitte markieren unseren später verkleinerten Bereich.

Ausserdem helfen die Schnitte beim Schnitzen.

Fleißig rundherum schnitzen ist angesagt.

Schließlich wird nur noch die Spitze eingesetzt, um kleine Unebenheiten zu entfernen.

Fertig! Ein möglichst gleichmäßiger kleinerer Durchmesser ist geschaffen.

3. Der Topfhaken

Zugegeben, der Name täuscht ein wenig. Zwar dient dieser Haken dem Aufhängen von Töpfen, aber in Verbindung mit einem Rundkopf am einen Ende und einer Spitze am anderen, haben wir einen Hering hergestellt.

Zuerst schneiden wir möglichst tief schräg ein.

Dann schneiden wir ein zweites mal entgegengesetzt ein, so dass sich ein Dreieck bildet.

Dann wird fleißig ausgeschnitzt.

Beim Ausschnitzen müssen wir jedoch beachten, dass die Spitze des Dreieckes stehen bleibt!

Wie gesagt, die Spitze muss stehen bleiben und wird fein ausgearbeitet.

Fertig! So rum gehört der Haken für einen Topf. Wenn wir den Haken für einen Hering schnitzen, natürlich andersherum.

4. Rundnut

Die Rundnut dient dem Verbinden zweier Hölzer. Sie kann auch beim Packrahmen verwendet werden, oder mit dem reduzierten Durchmesser von oben kombiniert werden, oder oder oder.

Die Größe ist egal. Wichtiger ist es, heraus zu finden, wie man mit seinem Messer eine runde Nut schnitzen kann. Versucht es selbst! Wie genau man sie am besten rund bekommt, hängt auch vom verwendeten Messer ab.

5. Schwalbenschwanz

Der Schwalbenschwanz ist eine klassische Holzverbindung. Sie dient dem Verbinden zweier Stücke Holz. Dazu wird eine Nut geschnitzt und schließlich das passende Gegenstück eingepasst. Bilder sagen bekanntlich ja mehr als tausend Worte. Deswegen spare ich mir an dieser Stelle einmal eine detaillierte Beschreibung.

6. 90° Nut

Die 90° Nut findet in erster Linie bei Auslösern für Fallen ihre Verwendung. Allerdings kann sie etwas größer in stärkerem Holz auch als Wiederlager für Sprossen bei einer Leiter dienen.

7. Kasten

Der Kasten dient in erster Linie der Übung. Aber eine flache gerade Fläche oder mehrere an beliebiger Stelle können bei verschiedenen Konstruktionen doch mal nützlich sein. Die Technik, diesen Kasten herzustellen, ähnelt dem verringertem Durchmesser.

8. Die Pfeilnocke

Wozu diess Schnitzwerk dient erklärt sich von selbst! So bekommt man die Nocke in einen Pfeil oder Schafft sich eine Kerbe, um eine Pfeilspitze aus Naturmaterial einzupassen.

Zu erst werden zwei rechtwinklige Nuten gegenüber eingeschnitzt.

Im 90° Winkel zu den Beiden werden zwei kleine Kerben gegenüberliegend eingeschnitzt.

In letztere Kerben Sticht man sachte mit dem Messer ein. Nur nicht sehr Tief.

In die ersten Kerben schneidet man nun in Richtung der kleineren Kerben tief ein.

Schließlich lässt sich das ganze ganz leicht und sauber auseinander brechen.

Fertig ist die Nocke.

9. Bogensehennut

Diese Nut ist ähnlich dem Topfhaken. Nur kleiner, runder und flacher. Wozu sie dient, brauche ich denke ich nicht zu erklären. Die Herstellung ergibt sich von selbst. Wichtig ist nur der richtige Winkel, damit die spätere Bogensehne gut geführt wird und schließlich auch, dass sie wirklich rund und ohne scharfe Kanten geschnitzt wurde. Letzteres ist wichtig, damit die Sehne im Schuss nicht reißt.

10. Der Durchbruch

Eine weitere Holzverbindung. Damit können wir sowohl zwei Hölzer verbinden, wie sie hier zur Übung geschnitzt werden oder aber beispielsweise den Schwalbenschwanz durchstoßen und dann mittels geschnitztem Dübel sichern. Auch hier erklären die Bilder mehr, als ich erklären kann.

Immer schön auf die Klingenführung achten!

11. Der Spatel

Der Spatel kann als Kochutensil, zum entrinden oder für Fallen verwendet werden. Zu schnitzen ist er sehr einfach.

Lange, kraftvolle Schnitte werden vor dem Brustkorb ausgeführt. Die Kraft für den Schnitt kommt hier aus den Schultermuskeln. Wichtig auch hierbei: Die Klinge bewegt sich vom Körper weg.

Zu guter Letzt!

Versucht es selbst, variiert mit der Stockdicke und überlegt euch, wofür ihr was alles einsetzen könnt. Vielleicht sieht euer Try-Stick ja anders aus? Ihr lasst was weg, oder wollt mehr? Macht es.

Viel Spaß und stay on Lynx-Trail(.de)

Feuer durch Glut

Wie wir Glut für ein Feuer erzeugen ist letztlich egal. Sei es durch Feuerbohren, nutzen von transportierter Glut oder durch Stein und Stahl (bzw Stein). Die weitere Verarbeitung ist identisch.

Und um genau dieses Vorgehen soll es in diesem Artikel gehen.

Der erste Zunder

Wie üblich, wenn wir etwas in der Natur machen, machen wir es von Anfang an richtig, damit es auch klappt. Dabei dürfen wir auch nicht vergessen, lieber doppelt so viel zu sammeln bzw herzustellen, wie wir glauben zu benötigen!

Wir benötigen zunächst einmal trockenes und faseriges Material. Laub ist eher ungeeignet. Besser ist trockenes gras, dass wir auf jeder Wiese finden können. Hat es geregnet, sollten wir möglichst schon morgens sammeln und diesen Zunder an unserem Körper unter den Schichten trocknen.

Das Gras nehmen wir in beide Hände und zerfasern es, in dem wir es gegeneinander reiben.

Der Zunder wird gröber

Als nächstes helfen kleine Holzlocken wie man sie von Feather-Sticks kennt. In diesem Fall werden die Locken jedoch nicht am Stock belassen, sondern als Knäuel gesammelt. Auch wenn Feather-Sticks hilfreich sind, nutzen sie uns hierbei weniger, als einzelne Locken in einem Knäuel.

Für die Locken benötigt man ein wirklich scharfes Messer. Man führt es dabei sachte an einer Kante entlang und produziert so möglichst unterschiedlich dicke und große Locken aus Holz. Die benötigte Menge muss man durch Übung und Erfahrung abschätzen lernen. Je feuchter das Material bzw die Witterung, desto mehr benötigen wir.

Hilfsmittel

Mit diesen beiden Zundern ist man bereits auf einem guten Weg. Wenn alles feucht ist oder man noch sicherer sein will, setzt man noch Brandbeschleuniger ein. Das können Kienspan, feine Äste von Nadelbäumen sein oder eben Kirsch- und Birkenrinde. Für die Bestimmung möchte ich die Internetseite Baumkunde empfehlen!

Biken- und Kirschrinde kann lose abgezupft werden. Dann schädigt man auch lebende Bäume nicht. Totholz kann man auch mit einer Klinge sehr gut entrinden und erhält so größere Mengen an Material. Beide Rinden enthalten ätherische Öle, die sowohl nass noch hervorragend brennen, als auch dafür sorgen, dass die Rinde noch intakt ist wenn das innere bereits morsch ist.

Brennholz

Jetzt kommen wir zum wichtigsten an unserem Vorhaben! Wie alles andere müssen wir auch das Holz entsprechend vorbereiten. Liegendes Holz gilt es zu vermeiden. Besser ist stehendes oder hängendes Totholz. Selbst wenn dieses äußerlich feucht ist, so ist der Kern trocken. Also spalten! Auch die Locken gewinnt man in diesem Fall aus dem trockenen Kernholz.

Was wir brauchen sind verschieden starke Holzstücke. Diese werden auch nach Stärke sortiert bereit gelegt. Da Vorbereitung wichtig ist und je nach Situation immer wichtiger wird, gehören die dünnsten Stücke am dichtesten an die Feuerstelle und die Stärksten am weitesten weg. Der Grund dafür ist einfach: Zeit. Durch diese Sortierung können wir zügig auf die Entwicklung des Feuers einwirken und sicher sein, dass es erfolgreich wird. Dennoch ist Übung bedeutend, denn die beste Vorbereitung hilft ohne Übung und Routine nichts. Spätestens unter widrigen Umständen wie Regen oder nasses Holz, wird sich zeigen, warum Übung so wichtig ist.

Lässt sich das Holz nicht hinstellen, kann man es auch spalten, in dem man es hinlegt und dann hinein schlägt. Steckt das Tomahawk (Axt, Beil) bei dünnen Stücken im Hackklotz, vereinfacht das seitliche Drehen des Endes das Spalten.

Die Feuerstelle

Wieder heißt es Vorbereitung! In diesem Fall habe ich eine neue Art von Feuerstelle getestet.

Die dicken Scheite werden V-förmig gestapelt. Die trockenste Seite gehört nach innen und die Öffnung des V wird in den Wind ausgerichtet. So spart man sich auch das Pusten. Vorausgesetzt, dass der Wind nicht zu stark ist. Die Holzspäne liegen bereit und einige dünnere Holzstücke sind auch bereits in Position. Auch das sorgt für ein schnelleres Handeln und gehört fest zu den Vorbereitungen, BEVOR auch nur ein Funke geschlagen wird.

Alles ist bereit!

Wenn alles bereit ist, können wir die Glut erzeugen. Wie das mit Feuerstein und Stahl geht, habe ich ja bereits auch im Beitrag über charred cloth geschrieben.

Haben wir Glut, haben wir Eile. Eile bedeutet jedoch nicht Hektik. Durch Übung und Vorbereitung sind wir jetzt in der Lage richtig zu agieren und das bedeutet Geschwindigkeit.

Die Glut gehört in unser Zundernest. Man legt sie mittig hinein und faltet es dann sanft um die Glut herum und das Anblasen beginnt. Hält man die Glut hoch vor das Gesicht, läuft man nicht Gefahr, das beispielsweise Schweißtropfen nach dem Feuerbohren in die Glut tropfen und alles zunichte machen. Ferner zieht uns dann auch der Qualm nicht ins Gesicht. Sobald Flammen schlagen, wird der zunder umgedreht, damit die Flammen durch das Nest hindurch nach oben steigen und sich die Hitze ausbreitet. Dies geschieht, während man das Zundernest in das V hineinlegt.

Liegt das Zundernest, werden die Späne vor und auf den brennenden Zunder geschoben.

Zaghafte Flämmchen stärken

Beginnt alles zu brennen, gilt es die Flammen sicher zustellen. Hierzu eignen sich Brandbeschleuniger wie die gesammelte Rinde bestens. In verschieden große Stücke gerupft werden sie einfach in die Flammen gelegt, ohne sie jedoch zu ersticken. Dadurch werden die Flammen größer und stärker.

Sind die Flammen sicher, gehört das kleinste Holz in das Feuer.

Das Kleinholz wird schräg an das dicke, V bildende Holz angelehnt, damit es über den Flammen steht. Dabei gilt es, luftig zu stapeln, damit Luft durch die Hölzer dringt und die Flammen mit ihrer Hitze auch in diesem Material Fuß fassen können. Nun heißt es warten.

Das Feuer hat sicher die nächsten Hölzer erfasst und breitet sich aus. Damit sind wir erneut gefragt.

Weiteres Material wird aufgelegt. Dieses Mal wieder etwas größer und schon wieder heißt es warten. Ab diesem Punkt, haben wir bei guter Vorbereitung so gut wie gewonnen und unser Feuer kann kaum noch erlöschen.

Brennt nun auch die nächste Stärke, heißt es abwarten, bis sich das Feuer gleichmäßig verbreitet hat und die letzte Stärke kann aufgelegt werden bzw das Feuer kann genutzt werden. Es bleibt nun nur noch eine Frage offen:

Habt ihr genug Holz für die benötigte Dauer des Feuers?

Charred cloth – verkohlter Stoff

Das Ergebnis ganz oben, Mittel zur Herstellung darunter.

Verkohlter Stoff oder auch charred cloth (im englischen Sprachraum gebräuchlich) ist ein seit Jahrhunterten verwendetes Mittel, um Funken von Feuerstein und Stahl aufzufangen, in Glut zu verwandeln und dann in Zunder zu übertragen. Nachteil dieser Methode des Feuer-Machens ist jedoch, dass das Material (Stoff) gut vorbereitet sein will. Außerdem muss der verkohlte Stoff gut gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Gleichzeitig ist Wind jedoch kein Problem, im Gegenteil. Wind hilft uns sogar beim übertragen der Glut in den Zunder, um diesen dann zu entzünden! Zudem ist er ein gutes Mittel, den echten Zunderschwamm zu umgehen, da dieser unter Naturschutz steht und somit eher schwierig zu bekommen ist. Stammholz am Wegesrand ist eine Option, wenn es dort zur Abholung für die holzbearbeitende Industrie bereit liegt und an diesen Stämmen der Pilz wächst oder befallene Bäume im Garten.

Was benötigen wir?

Starten wir mit dem Grundmaterial:

  • gut schließende Blechdose
  • einen soliden Nagel o.ä.
  • Hammer o.ä.
  • Baumwollstoff (oder einen anderen 100% Naturstoff außer Wolle)

Es geht jede beliebige Blechdose, solange sie gut wieder verschließbar ist. Allerdings darf beim verkohlen kein Kunststoff mehr anhaften. Weder Dichtungen, noch Beschichtungen. Die Dosen sollten dazu auch vor den ersten Schritten gut gesäubert werden. Dann können wir beginnen.

Wie bereiten wir die Dose vor?

Der Nagel wird mittig eingeschlagen. Wozu dies dient, verrate ich später!

Wenn das Loch im Deckel ist, werden Deckel und Dose sauber im Feuer ausgebrannt, damit keine Kunststoffreste mehr an der Dose sind. Diese verkleben gerne schon einmal die Dose beim Verkohlen und das öffnen wird schwierig. Ein leichter Schimmer ist am Ende von der Beschichtung ähnlich der Schrift auf verbrannter Zeitung noch vorhanden. Dieser ist nicht mehr schlimm und hinterlässt nur ein wenig Schmutz an den Fingern. Allerdings lässt sich das mit einem Baumwoll Lappen bequem entfernen. Dieser kann hinterher auch mit verkohlt werden. So verschwenden wir nichts.

Beim Herausholen der Dose(n) daran denken, dass sie heiß sind! Deswegen gehören die guten Stücke auch auf eine Feuerfeste Unterlage und sollen dort auskühlen. Praktischer Weise geht dies bei dem dünnen Stahlblech sehr schnell und schon können wir weiter arbeiten.

Das Verkohlen

Zu erst wird nun der Baumwollstoff in kleine mehr oder wenig quadratische Stücke geschnitten, die sich in die Dose legen lassen. Das können alte Kleidungsstücke wie z.B. Jeans oder T-Shirts sein. Wichtig ist nur 100% natürliche Pflanzenfaser. Dünne Stoffe nehmen die Funken etwas besser an, als dicke Stoffe wie Jeans. Dafür glühen sie etwas länger. Probiert einfach damit herum und sammelt eigene Erfahrungen, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Ist die Dose dicht befüllt, wird der Deckel geschlossen…

… und die Dose in eine heiße Stelle des Feuers gelegt. Nach einiger zeit tritt Rauch aus. Dies ist ein gutes Zeichen. Es kommt jedoch auch vor, dass:

… sich die Rauchgase entzünden. Dies ist völlig normal und in Ordnung. Es dauert seine Zeit. Leider gibt es hier keine sichere Zeit, die ich nennen könnte. Es ist jedoch wichtig, dass der Stoff ausreichend lange in Dose und Feuer verkohlen kann. Ein guter Indikator ist der Rauch bzw die kleine Flamme aus dem Loch. So lange diese vorhanden sind, muss die Dose im Feuer verbleiben. Da es vorkommt, dass Rauch zeitweilig pausiert, heißt es auch nach dem Ende des Rauches noch einige Minuten zu warten. Kommt dann kein Rauch mehr, ist der Stoff fertig verkohlt.

Aber die Dose darf unter keinen Umständen sofort geöffnet werden. Weiterhin muss das Loch einige Zeit verschlossen werden.

Ich drehe die Dose dazu um oder lege etwas kleines, flaches wie z.B. eine Münze oder flachen Stein darauf. Das Auskühlen geht recht schnell. Aber leider kann zu frühes Öffnen dazu führen, dass der Stoff wieder zu glühen oder brennen anfängt, wodurch die Arbeit zu nichte wird.

Als Trick und weil ich Outdoors an möglichst Energie effizientem Vorgehen interessiert bin (was ja auch in einer Überlebenssituation hilft), mache ich den Stoff beim Kochen. Alles Vorbereiten und sobald mein Essen ins Feuer kommt, werfe ich die Dose in die Flammen hinzu. Ist das essen fertig, ist auch meine Dose fertig. Nun entferne ich beides aus den Flammen und die Dose wird während des Essens zum Auskühlen gelagert. Dann aufräumen und schließlich wenn alles fertig ist, ist auch die Dose fertig und wird wieder eingepackt. Das Schöne bei der Dose ist, dass sie auch gut zum Transport bestens geeignet ist.

Der besondere Moment: Ist das Werk gelungen oder nicht?
So soll es aussehen: gleichmäßig verkohlter Stoff. Aber das Volumen ist geschwunden.
Test: Man entnimmt ein Läppchen und versucht es auseinander zu zupfen. Geht es leicht, ohne zu zerfallen, wenn man es festhält, ist der Zustand optimal.

Wie geht es nun weiter?

Der Rest ist nun nur noch Übung. Feuerstahl und -stein wollen geübt werden, aber es ist keine Herausforderung.

Ein verkohltes Läppchen unter den Stein halten, dass es heraussteht. (Je schärfer die Kante des Steines, desto leichter entstehen funken)
Nun wird der Stahl scharf über die Kante des Steines geschlagen, so dass Funken auf das Läppchen geworfen werden. Der Winkel benötigt ein wenig Übung und jeder macht da seine eigenen Erfahrungen.
Ein winziger funke reicht aus. Beginnt es zu glühen reicht ganz sachtes Blasen, um die Glut anzufachen.

Gibt es Alternativen zum Stoff?

Ja und nein. Dazu habe ich Experimente mit verschiedenen Materialien durchgeführt. Nicht alle taugten, waren brauchbar oder leicht zu handhaben. Aber grundsätzlich war es dennoch aufschlussreich.

Die Materialien zum Test: Bastgewebe (Linde), Gras, Laub und Moos)

Gras

Das Ergebnis sah zunächst gut aus. Dann erwies sich jedoch das Handling als überaus schwierig. Das Gras zerbröselt sofort und so blieb mir nur noch, zu versuchen die Funken in die Dose zu schlagen. Einige wenige flogen wirkungslos hinein und so versuchte ich es auf dem Stamm. Als auch dies erfolglos war, kam der gute Auermetall-Stab zum Einsatz. Tatsächlich brachten nun endlich diese Funken ein wenig Glut hervor. Doch noch bevor ich sachte pusten konnte, waren sie wieder verloschen.

Moos

Im Grunde verhielt sich Moos genau so wie Gras. Handling nicht gut, nimmt keine Funken an, Auermetall versagt ebenfalls. Folglich ist auch Moos ungeeignet.

Laub

Laub ist offenbar noch ungeeigneter als Moos oder Gras. Es wirkt im ersten Moment effekiv und brauch bar. Doch es zerfällt bei leichter Berührung sofort und damit ist das Handling noch ungünstiger, als bei den ersten beiden Versuchen. Hat man dieses Problem gelöst, nimmt das Laub jedoch auch keine Funken an. Weder vom Stein, noch vom Auermetall. Schade!

Lindenbast

Lindenbast will erst einmal gewonnen werden. Dazu wird ein Linden Ast entrindet und das Faserige Material zwischen Rinde und Holz gewonnen. Dieses wird dann mit den Fingern noch weiter zerfasert und in die Dose gesteckt. Auch wenn das Handling nicht so einfach ist, wie die Läppchen, geht es mit ein wenig tricksen doch sehr einfach, den verkohlten Bast zu entzünden.

Mein Fazit

Auch wenn ich diese Methode liebe, um mein Feuer zu entfachen, ist sie dennoch keine wirklich gute Technik in einer Survival Situation. Sie erfordert spezielles Material und Vorbereitung. Da ist unser Auermetall wesentlich vielseitiger und effektiver. Alleine vom Volumen her. Aber dennoch mag ich diese Technik einfach und es macht mir Spaß, damit feuer zu entfachen. Alleine schon deshalb, wird bei mir in Zukunft immer eine zweite Dose dabei sein, um weitere Materialien zu testen, wenn ich die Gelegenheit habe. Erfahrung und Routine, bekommt man nur durch üben und testen!

In diesem Sinne,

Stay on (Lynx-) Trail!