Die Debris-Hut

Mal überlegen, wo finde ich hier Trümmer?

Der Begriff Debris-Hut stammt aus dem Englischen. Wörtlich übersetzt bedeutet dies Trümmer-Hütte. Die Kunst dieser Notunterkunft besteht darin, sich aus der Umgebung am Baumaterial zu bedienen und eine brauchbare Unterkunft für einen gewissen Zeitraum zu schaffen. Dabei kann man mehrere Wege einschlagen. Entweder nur als Wetterschutz vor Wind und Regen oder aber auch als Schlafsackersatz. Eine Debris-Hut bietet sich in erster Linie auch nur dann an, wenn Feuer keine Option ist, weil sie ein paar Nachteile hat. Unter anderem ist der Bauaufwand sehr hoch und bedarf viel Material. Da ist ein offenes Lean to schneller und einfacher gebaut und auch mit einem Feuer gut beheizt. Gleichzeitig ist meine eigene Erfahrung, dass eine Debris leicht mit Fehlern gebaut und genutzt wird, so dass man im Laufe der Nacht auskühlt. Dadurch habe ich mir bei meinen ersten Versuchen durchaus Unterkühlungen zu gezogen. Aber immer wieder versucht und mich schlau gemacht.

Der Bau

Als Material kann man zwar grundsätzlich alles Mögliche nehmen, aber als Naturmaterial, bietet sich Laub am besten an. Sogar feuchtes oder nasses Laub geht. Die Körperwärme trockntet die nahesten Schichten gut genug. Und mit ein wenig suchen findet man oft auch noch trockene Laubbereiche, die nahe am Körper platziert werden können.

Als erstes kümmere ich mich um die Isolierung vor der Bodenkälte. So bietet sich zunächst eine Schicht aus Ästen an. Der Durchmesser sollte wenigstens zwei Fringer Dick sein, die Länge etwas mehr als Schulterbreit. Es dürfte sich von selbst erklären, dass die Fläche ein Stück breiter und Länger sein sollte, als der eigene Körper. Dazu lege ich mich auf den Boden, um zu prüfen, wie es sich dort generell liegt und markiere die Bereiche durch entfernen von Laub, dem legen von Ästen usw.

Der Markierte Bereich wird nun mit Ästen ausgelegt. Diese werden quer zur Liegerichtung ausgerichtet. Je glatter die Äste sind, desto besser. Also sollten keine Zweige an den Ästen nach oben stehen, da man später darauf liegt. Aber auch dafür legt man sich immer wieder auf die Fläche, um den Liegekomfort zu testen. Lufträume sind hier ein großer Bonus, da Luft ein prima Isolator ist. Passen die Äste nicht gut zusammen, kann man umlegen oder kleinere Äste einfügen oder sogar Fichtenzapfen etc. verwenden.

Ich kann nur immer wieder betonen, wie wichtig es ist, wieder und wieder Probe zuliegen. Denn nur so merkt man, wie komfortabel die Fläche ist und ob sie ausreichend Isoliert. Dabei sollte man mindestens 15 Minuten liegen bleiben. Dabei schaue ich ständig über mich, damit ich mir sicher sein kann, dass dort keine Witwenmacher (also Totholz) ist, welche in der Nacht auf mich herabstürzen könnten.

Passt das Probeliegen und nichts sticht oder drückt, so geht es weiter. Nur die Äste alleine Isolieren nicht ausreichend. Als weitere Isolation wird nun Laub aufgetragen. Die erste Schicht trage ich bis auf Kniehöhe auf. Dann wird diese Schicht Probe gelegen. Auch jetzt heißt es wieder etwa 15 Minuten faul herum liegen und die Aussicht genießen. Fallen dabei unbequeme Stellen auf, merkt man sich diese und besser sie aus. Jeder hat ein anderes Kälteempfinden, die Kleidung, der Boden und die Lufttemperatur etc. verhindern, dass man eine Faustformel für die Dicke des Bodens angeben kann. Generell packe ich lieber nochmal das doppelte drauf, wenn ich meine, es reicht.

Nur der Anfang!
Probeliegen

Das Probeliegen fürht auch dazu, dass Luft als isolator im Laub eingeschlossen wird und im anschluss drücke ich die Liegefläche noch zusätzlich an, um dann nocheinmal so viel Laub aufzutragen. Auch diese Schicht wird dann ausführlich Probegelegen.

Je dicker, desto besser! Dadurch habt ihr mehr Liegekomfort und eine bessere Isolation.

Die dicke der isolation wirkt sich natürlich auch auf den Liegekomfort aus. Hier bestimmt ihr, wie ihr am bequemsten liegt! Also schludert nicht. Denn ein erholsamer Schlaf ist nie zu unterschätzen. Besonders in einer Survival Situation nicht. Schlaf erneuert die Energiereserven und die welt sieht besser aus. Wer hat schon einen brauchbaren Arbeitstag, wenn man die Nacht nicht vernünftig geschlafen hat?

Passt der Boden der Debris, geht es auch schon an den oberen Teil. Aus zwei Astgabeln formt man am Kopfende und Eingang ein Dreieck, auf weches man den First auflegt. Mindest die 1 1/2 fache Länge des eigenen Körpers sollte dieser lang sein.Am Fußende erhöhe ich ihn mir sehr gerne für etwas mehr Freiheit.

Wichtig beim First ist, dass er möglichst Mittig über der Längsachse der Liegefläche verläuft. Auch hier gilt wieder Probeliegen, weil der First unseren späteren Innenraum der Debris vorgibt.

Nun müssen wieder Äste gesammelt werden, um sie an den First zu lehnen, wodurch sich das Dach bildet. Dafür benötigen wir Äste und stöcke in verschiedenen Längen. Ich bevorzuge es, am fußende mit einer Seite Anzufangen und dann gen Öffnung zu arbeiten.

Während die Wände wachsen, wird der so entstehende Hohlraum mit Laub ausgestopft und gefüllt. Dabei lohnt es sich, beide Seiten etwa gleich weiterzubauen, dann ein Stück ausfüllen und wieder weiter bauen. Man kann aber auch Äste, die in der Länge gut passen aber auch bereits platzieren. Wie ihr es machen wollt, ist letztlich Euch überlassen. Daher probiert es einfach mal selbst aus und schaut, wie es Euch am besten von der Hand geht.

Wenn alles ausgefüllt ist und die Seiten auch vollkommen geschlossen sind, wird der Eingang noch verkleinert, um die Isolation zu verbessern.

Ist auch das vollbracht, gibt es eigentlich nur noch eines zu tun:
Laub auf alles drauf werfen. Je dicker und fester, desto besser! Diese Schicht hat nun zusätzlich zur aufgabe der Isolation noch die Aufgabe, das Innere und vor alem uns vor Wind und Wetter zu schützen. Daher muss diese Schicht dick, festgepresst und vor allem dichtgepresst sein. Laub wird nun von unten nach oben aufgeschichtet und immer wieder festgepresst. Auf dem First ist es besonders wichtig, dass das Laub gut angepresst ist und besonders, wenn Äste der Konstruktion aus dem Laubheraus stehen können sich bei unachtsamer Arbeit Brücken bilden, durch welche sowohl kälte, als auch Wasser eindringen könnten. festgepresstes Laub u.ä. helfen hier immens.

Zu guter Letzt gehört noch ein ordentlicher Laubhaufen vor den Eingang, damit der Eingang auch zugezogen werden kann. Dadurch gewinnt man erneut ein paar grad Celsius. Das Einsteigen in die Debris ist wirkliche Arbeit! Mit den Füßen voraus schiebt, dreht und arbeitet man sich zwischen die feste Schicht der Bodenisolierung und der darüberbefindlichen Füllung. Die Arbeit wollt ihr nicht zweimal in einer nacht machen! Nehmt daher eine Flasche mit rein. wenn ihr dann mal müsst, habt ihr eine Wärmflasche. Klingt eklig? Besser so, als zu Unterkühlen oder gar zu erfrieren. Und auch dadurch gewinnt man ein paar grad Celsius und minimiert seinen Wärmeverlust. Gleichzeitig wärmt die Arbeit um in die Hütte zu kommen den Körper ordentlich auf. Diese Wärme nimmt man mit in die Debris und wird ebenfalls gespeichert.

Das Tuch habe ich mir in erster Linie überden Kopf gezogen, damit ich später nicht alles Laub aus der Hütte in meinen Haaren hängen habe, aber auch so Isoliert man sich zusätzlich. Ich bin einige Minuten noch liegen geblieben und habe nur hemd, T-Shirt und Hose getragen. Der Effekt der Hütte war beeindruckend. Ich habe mich wie im Garkessel gefühlt.

Je nach Temperatur lässt sich die äußere Schicht noch anpassen, also dicker gestalten. Zu dünn ist jedoch gar nichts, weil so der Witterungsschutz geringer wird. Es helfen auch hier nur Erfahrungswerte aus eigenen Versuchen. Um ein gefühl für die äußere Schicht zu bekommen, rate ich mal nur das ‘Dach’ zu bauen. Dann könnt ihr von innen mal begutachten, wo Licht einfällt und wie Dick die Schicht sein müsste, damit sie wirklich schützt.

Geht raus und macht!

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Primitive Jagdwaffen – schnell und einfach!

Keine perfekt hergestellten Jagdwaffen, aber für einen Vormittag ein akzeptables Ergebnis.

Ich habe hier im Blog an einigen Stellen bereits gepredigt:

Wenn du etwas machst, dann mach es direkt richtig.

Bei diesem ‘Feldversuch’ habe ich es bewusst nicht sofort richtig gemacht, sondern wollte für mich wissen, wie schnell bin ich in der Lage, primitive Waffen für die Jagd in einer Survival Situation herzustellen, vorausgesetzt natürlich, dass die Jagd überhaupt Sinn macht. Natürlich kann man sich dann auch nur auf eine dieser Varianten beschränken oder mehr Zeit investieren. Doch um eine Theoretisierung geht es mir gar nicht. Diese wird viel zu oft von allen möglichen Personen über alle möglichen Themen betrieben.

Meine Erkenntnis zu diesem Feldversuch ist simpel und ich möchte sie am Ende dieses Beitrages erläutern. Doch fangen wir simpel an.

Zuerst ein Wort der Warnung!

Alles hier Vorgestellte ist nicht zur Verwendung auf jedwedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier ist EGAL, gedacht. Lediglich eine echte Überlebenssituation würde die Verwendung rechtfertigen. Doch Zielwerfen und die Herstellung sind weder Verboten noch problematisch. Wichtig ist nur dafür zu sorgen, dass niemand durch die Übungen zu schaden kommt. Geeignete Orte, Ziele und Sicherheit sind hier besonders wichtig!

Danach die Ethik

Ich interessiere mich für Bushcraft und Survival, stelle hier mein Wissen zur Verfügung. Daher erwarte ich einen entsprechenden Umgang damit. Speziell mit diesem Thema. Waffen sind keine Spielzeuge und daher sollte ihr echter Einsatz auch nur die aller letzte Möglichkeit sein, wenn es tatsächlich um das Überleben geht! Aber es gehört mehr dazu, als sie nur bauen und einsetzen zu können. Was passiert mit möglicherweise verwundetem Wild? Wie erlöst man es schnell und sicher für beide Seiten? Kann ich das gefundene Tier überhaupt damit erlegen? Diese Fragen sind entscheidender und vorher zu klären.

Die Speerschleuder – Atlatl

Die Atlatl ist ein denkbar simples Werkzeug, dass uns in die Lage versetzt, Speere schneller, weiter und kräftiger zu werfen, als wir es von Hand können. Die Speerschleuder ist bereits aus der Altsteinzeit bekannt. Funde belegen laut Wikipedia die Nutzung dieses simplen Geräts bereits vor 18.000 Jahren. Auch heute findet man sie noch bei den Aboriginees in Australien. Diese Fakten bezeugen die Effektivität, wie simple Herstellungsmöglichkeiten. Also sollte doch ein Quick’n’Dirty möglich sein?

Je gründlicher man sich die Ausgangsmaterialien heraus sucht, desto einfacher fällt die Herstellung. Aufgrund meiner Prämisse der Geschwindigkeit, habe ich bewusst auf leicht zu bearbeitende Teile geachtet und möglichst ‘fertige’ Stücke heraus gesucht.

Für die Schleuder habe ich auf einen geeigneten Seitenast geachtet. Dann die Rinde abgeschält, was im April recht einfach und schnell geht. Aus dem Seitenast habe ich die Spitze geschnitzt, in die später die Speere eingehakt werden. Das Problem bei einer Ernte von Frischholz im April ist jedoch auch die Nässe. Also ab in die Sonne zum oberflächlichen trocknen.

Die Speere sind Simpler. Möglichst gerade Ruten werden gesammelt. Im optimal Fall, werden sie am Feuer mittels Hitze gerade gebogen. Dieser Vorgang hilft der Genaugkeit enorm. Doch er setzt Feuer voraus und die nötige Zeit. Beides sind Dinge, auf die ich im Versuch bewusst verzichtet habe.

Die Spitze aus Holz ist bei der Jagd ehrlich gesagt von Nachteil, weil der Speer stecken bleiben wird und der Wundkanal durch ihn verschlossen wird. Dies führt zu einem verzögerten Verenden des Wildes. Eine Spitze, die breiter ist als der Speer, verursacht einen Wundkanal, der sich nicht verschließt und so wird das Wild schneller verenden. Munitionshersteller für Jagdwaffen beschäftigen sich intensiv seit Jahren mit diesem Thema, damit Wild nicht leidet und waidmännisch erlegt werden können.

Die Länge der Spitze ist von Bedeutung, da sie so gut eindringen kann aber gleichzeitig auch nicht zu filigran ist, um nicht schnell zu brechen. Im Feuer gehärtet, holt man noch mehr heraus.

Alles ist fertig. Was nun? Richtig! Werfen!

Wurftechniken gibt es viele. Weites ausholen macht aber eher langsam und ermüdet. Im Gegensatz dazu das kurze Ausholen. Die Haltende Hand sollte nicht hinter der Schulter sein und der Speer auf Augenhöhe. Dies erleichtert das Zielen. Bevor sich der Arm bewegt, macht man einen leichten Ausfallschritt nach vorne und dann folgt der Arm in einer fließenden geradeaus Bewegung und gleichzeitig dreht man den Körper im Becken mit dem Arm mit. Dies darf nicht schräg ausgeführt werden. Parallel zum Körper, gerade auf das Ziel zu. Der Speer wird mit Daumen und Zeigefinger fixiert und von beiden Fingern losgelassen, wenn die Atlatl beschleunigt. So die grobe Theorie. Da es viele Techniken gibt, heißt es üben und ausprobieren.

Das Wurfholz

Das Wurfholz kennen viele auch als Sportgerät: Bomerang. Sportlich soll er zurückkehren, doch als Wurfholz ist das völlig egal. Man kann es umständlich (wie ich in meinem Versuch) aus einem Stück Holz herstellen oder einfache einen dicken, soliden Ast mit leichter Krümmung aus möglichst schwerem und harten Holz nehmen. In unseren Breiten bietet sich Eiche am besten an. Für mein Projekt habe ich zufällig ein Stammstück von einer Linde gefunden und spontan losgelegt. Doch hier habe ich modernes Werkzeug genutzt.

Lässt sich werfen, aber…

Die Bola

Die Bola ist simpel, leicht hergestellt und auch sie wird seit Jahrtausenden als Jagdwaffe eingesetzt. In Südamerika sogar heute noch von den Gauchos (südamerikanische ‘Cowboys’)

Das Prinzip ist wirklich einfach. Drei Seile werden an einem Ende verknotet und am jeweils Anderen wird ein Gewicht befestigt. Geworfen öffnen sich die Bola in drei Stränge, die sich mit enormer Wucht (Wurf- und Rotationsenergie mit Beschleunigungskraft, wenn sie sich) um das Ziel wickeln (beispielsweise die Beine von Hirschartigen). Je nach Gewicht, kann die Bola Knochen brechen. Wenn sie getroffen hat musste es bei den Jägern und Sammlern schnell gehen, um das Tier zu erlösen. Selbst in einer Survival Situation, muss man wissen, was man tut, bevor man diese Waffe einsetzt. Tierleid gilt es zu vermeiden und wiederspricht meiner Ethik!

Um die drei Seile mit einander zu verknoten, habe ich den Achterknoten verwendet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Steine wirklich fest sitzen! Einen speziellen Knoten gibt es nicht, da Steine nun einmal individuell geformt sind. Folglich bleibt nur machen. Ebenfalls wichtig ist eine möglichst gleiche Seillänge. Ist alles fest und sicher verknotet ist die Bola fertig.

Zum Werfen ergreift man sie am Knoten, wirbelt sie schnell einmal über dem Kopf herum und wirft sie auf das Ziel. Kreisen lassen sorgt nur für Verwicklungen der Seile. Auch mit den Fingern zwischen die Seile zu greifen ist kontra produktiv.

Der Knoten kommt zwischen Daumen und Zeigefinger, die Bola hängt schlaff herab. Dann nimmt man den Arm hoch, wirbelt sie einmal im Kreis über dem Kopf und wirft. Sind die Seile beispielsweise einen Meter Lang zwischen Knoten und steinen, ergibt sich im Flug ein Kreis von beinahe zwei Metern! Das muss bedacht werden, denn ohne freie Flugbahn, bleibt sie an Hindernissen hängen.

Im Flug rotieren die Steine um den Knoten im Zentrum.

Trifft auch nur einer der Steine ein Ziel, schlagen alle Steine da herum. Dies erhöht im letzten Moment nocheinmal die Geschwindigkeit der Steine beträchtlich!

Das Werfen erlernt man jedoch wie bei der Speerschleuder nur durch üben!

Noch schneller wären wohl nur zwei Seile (oder Schnürsenkel 😉 und zwei Steine.

Fazit

Alle dieser Waffen benötigen Übung. Halbherzig gebaut, verliert die Atlatl viel ihrer Wirksamkeit und bedarf ausreichender Aufmerksamkeit und besonders viel Übung im Werfen. Gerade gebaute Atlatl und Speere sind hier besonders wertvoll. Auch die Spitze, wie ich oben bereits erwähnte, ist von enormer Bedeutung. Dennoch ist die Speerschleuder schnell hergestellt und nur wenig mehr Aufwand hätten sie deutlich effektiver gemacht. Selbst ohne Messer oder Tomahawk und Säge ist sie verhältnismäßig einfach herzustellen. Auch das gerade Biegen am Feuer ist einfacher, als man denkt.

Das Wurfholz war zu viel Aufwand. Das Holz hat sich nicht ordentlich spalten lassen, viel Nacharbeit war nötig und Linde ist sowohl zu weich, als auch zu leicht. So kommt zu wenig Energie im Ziel an. Ein solider Eichenast macht weniger Arbeit, bei mehr Effizienz. Allerdings geht beim Wurfholz das Üben leichter und schneller. Ausserdem ist beim Üben die Umwelt in geringerer Gefahr!

Zu guter Letzt: Die Bola. Schnell, einfach, wenig falsch zu machen. Was jedoch zu bedenken ist, nicht jedes Wild kann damit bejagt werden und selbst wenn es liegt, wird es meist noch leben und sich wehren. Hier ist die Übung im Wurf das einfachste. Die echte Kunst folgt nach dem Wurf. Verwundete Tiere sind niemals zu unterschätzen.

Der Achterknoten

Grundlegendes:

  • Ich bin Linkshänder. Daher können Knoten von Rechtshändern Spiegelverkehrt zu meinen wirken. Bedenkt das bitte bei meinem Tutorial!
  • Damit ein Knoten sicher hält, sollte das lose Ende mindestens den 10-fachen Seildurchmesser überstehen!
  • Geht verantwortungsvoll mit Knoten um! Wenn euch durch die Anwendung von Knoten geschieht, kann ich leider nichts dafür.
  • Knoten helfen nur dann, wenn man weiß, welcher Knoten in welcher Situation wirklich hilft und man sie auch durch üben wirklich beherrscht!
  • Knoten verändern die bruchlast (Reißfestigkeit) eines Seiles! Dabei senken sie diese Belastbarkeit um bis zu 50% !

Der Achterknoten ist beim Klettern ein Standard Knoten. Er wird neben dem Spierenstich unter anderem als Stopperknoten verwendet oder aus doppeltem Seil um eine feste Schlinge herzustellen. Dabei ist dieser Knoten so sicher und zuverlässig, dass er auch von den Berufsgenossenschaften für gewerbliche Kletterer im Bereich der Baumpflege zugelassen und somit auch versichert wird. Gleichzeitig ist er auch einfach zu öffnen, wenn er unter Last gestanden hat.

Links ist das stehende Ende und rechts das abgehende Ende.

Zuerst bildet man eine Schlaufe mit dem abgehenden Ende.

Dann umwinden wir das stehende Ende.

Nachdem wir ie Schlaufe gebildet haben und mit dem abgehenden Ende das stehende Ende einmal umwunden hat, führen wir das abgehende Ende durch die am Anfang gebildete Schlaufe.

Jetzt an beiden enden ziehen und fertig ist der Achterknoten.

Die doppelte Acht

Die doppelte Acht oder den doppelten Achterknoten benötigt man, um eine feste Schlinge zu knoten. Diese kann als Sicherung um einen Gegenstand oder an einen Karabiner genutzt werden.

Um die doppelte Acht zu legen, geht man wie beim normalen Achterknoten vor. Dies veranschaulicht die Galerie.

Andererseits kann man die doppelte Acht auch stechen. Dazu stechen wir einen normalen Achterknoten, lassen diesen jedoch offen und ziehen ihn nicht zu. Dieses mal muss das abgehende Ende wesentlich länger sein. Es muss den üblichen 10fachen Seildurchmesser als Überstand, einweiteres mal den Achterknoten und mindestens den gewünschten Umfang der Schlinge aufweisen.

Der Achterknoten muss in diesem Fall merklich offenstehen.

Das abgehende ende wird um den Gegenstand geführt und dann parallel rückwärts durch die Acht geführt. Dabei bleibt das abgehende Seil immer aneinander.

Schritt für Schritt folgen wir dem abgehenden Ende durch den Knoten zurück.

Schließlich haben wir den doppelten Achter fertig gestellt und können ihn festziehen. Wichtig ist dabei sauberes arbeiten, weil vor allem Anfänger so kontrollieren können, ob der Knoten korrekt gestochen wurde.

Nur deinen Fußabdruck!


Die Schönheit der Natur ist erhaltenswert!

Nur deinen Fußabdruck! Man kann diesen Blogartikel als Handlungsempfehlung ansehen. Für mich ist es jedoch eine Philosophie, nach der ich draußen lebe. Ich versuche nicht mehr Spuren zu hinterlassen, als meine Füße zurücklassen.

Natürlich ist dies nicht möglich. Als Bushcrafter, Survivalist und Jäger greife ich ständig in die Natur ein. Doch was bedeutet dieser Satz wirklich für mich?

Feuer im Wald

Wenn ich mich in der Natur bewege, möchte ich sie möglichst so hinterlassen, wie ich sie vorgefunden habe. Dieses Thema wird offenbar immer wichtiger. Denn in einschlägigen Foren, Facebookgruppen und den Nachrichten ist immer häufiger von brennenden Wäldern und Naturschutzgebieten die Rede. Noch vor 10 Jahren war die Waldbrandgefahr nicht so früh so hoch. Doch heute (Stand 25.04.2020)? Bereits im April ist es schon so trocken, dass beinahe die ganze Bundesrepublik Warnstufe 3 hat. Lediglich an Nord- und Ostsee haben wir Stufe 2. Aber einige Teile sind bereits Stufe 4 und ab dem 27.04.2020 wird im Osten Deutschlands bereits Stufe 5 prognostiziert (Quelle: deutscher Wetterdienst)!

Deutschlandkarte mit dem Tageswert des Waldbrand-Gefahrenindex WBI, heute
Quelle: Deutscher Wetterdienst

Viele Leute ignorieren schlicht die Gefahr oder nehmen sie auf die Leichte Schulter.

Als Outdoorer, sehe ich mich und UNS(!) in der Pflicht. Ein Feuer kann und sollte vermieden werden! Wenn es dennoch einen geeigneten Platz gibt, beispielsweise am Ufer eines Gewässers mit viel nicht brennbarem Boden wie Sand und Stein, oder schlicht wirklich nassem Boden, reichlich Abstand zum Wald oder anderen brennbaren Landschaftsbestandteilen (Darunter fallen natürlich auch Sträucher, Wiesen etc. ), mag es möglich sein, ein kleines Feuer in irgendeiner Form zu betreiben. Hier gilt jedoch auch besondere Sorgfaltspflicht!

Kleine Brennstoffmengen, fester Stand und klatschnasser Boden in direkter Nähe zum Gewässer. So geht ein sicheres Kochen!

Darüber hinaus gibt es keinen Grund, ein Feuer größer zu gestalten, als man es wirklich benötigt. ‘Coolness’ ist kein intelligenter Grund. Löschmaterial gehört dazu. Ein kleiner Hobo am Flussufer auf Sand, ist schnell mit Tasse oder Topf und dem Flusswasser gelöscht. Ein brennender Gaskocher auf trockener Wiese mit nur einem Liter Wasser für den Kaffee ist das nicht!

Der gesunde Menschenverstand gebietet es doch auch, keine Zigarettenstummel achtlos weg zuwerfen. Auch weil manche Tiere diese gerne mal Fressen. Da Nikotin auch ein Gift ist und in Form von Neonikotinoiden auch Verwendung in Pflanzenschutzmitteln gegen Insekten angewandt werden, gehören Kippen auch nicht zum Löschen in offene Gewässer.

Gewässerschutz?

Der alte Witz: “Was macht ein Lachs im Rhein? – Chemie studieren!” Ist leider immer noch in Teilen wahr, wobei zunehmend mehr für unsere Gewässer getan wird.

Aber jeder von uns kann etwas tun! Seife bricht die Oberflächenspannung von Wasser, was für kleinste Lebewesen in Gewässern Schaden anrichten kann. selbst biologisch abbaubare Seife tut dies. Hier ist der Trick, einige Schritte vom Wasser entfernt ein kleines Loch aus zuheben und dort das Seifenwasser hineinzu gießen, damit es dort versickern kann. Mikroorganismen im Boden lösen dann das Problem für uns und die Seife bleibt aus dem Gewässer.

Müll

Was wir in die Natur schleppen, können wir auch wieder mit nehmen! Verschließbare Beutel und auf die Verpackung achten, hilft nicht nur Müll zu sparen, sondern diesen auch für längere Zeit transportabel zu erhalten, bis wir ihn sachgemäß entsorgen können.

In Schweden kam es sogar zu einer neuen Sportart: dem Plogging!

Immer wieder sammle ich bei meinen Touren auch Müll auf. Dies ist für mich eine soziale Verantwortung und auch ein Pflichtgefühl der Natur gegenüber. Was ich allerdings immer wieder auf meine Agenda geschrieben und ebenso oft dann spontan doch wieder vergessen habe, ist einfach mal einen Müllsack mit zunehmen und mal auf der gesamten Tour Müll aus der Natur zu entfernen.

Meine Regeln

  • Verlasse alles, wie du es vorgefunden hast
  • Respektiere Wildtiere – stelle ihnen nicht nach oder suche ihre Tageseinstände auf
  • Respektiere auch andere Menschen in der Natur und rechne mit ihnen
  • Nimm gefälligst deinen Müll mit
  • Entnimm nur, was du brauchst
  • Mach nichts kaputt
  • Sei vorsichtig mit Feuer
  • Gehe nur dort, wo du nichts zerstörst

Kurz: Sei respektvoll!

Aber die anderen machen doch auch… AM ARSCH! Mach’s besser!

Wassergewinnung – Birkensaft

Zur richtigen Jahreszeit, ist die Wassergewinnung aus einer Birke eine der besten und zuverlässigsten Methoden, an Wasser zu kommen. Dabei schmeckt das Wasser aus der Birke süßlich und aromatisch. Gleichzeitig ist die Birke durch ihre Wurzeln ein natürlicher Wasserfilter. Lediglich in chemisch belasteten Gebieten, würde ich mir den Genuss überlegen.

Was ist die richtige Jahreszeit?

Die Antwort ist recht simpel. Das Frühjahr ist die beste Zeit, den Saft zu zapfen. Zu Beginn des Blattaustriebes bis der Baum fast vollständig und fertig belaubt ist, lässt sich der Saft hervorragend zapfen.

Was ist zu beachten?

Zu aller erst gilt es zu beachten, dass ihr wirklich eine Birke anzapft! Aber alleine die bekannte weiße Rinde, ist ein allseits bekanntes Merkmal. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich zunächst damit beschäftigen. Dazu kann ich nur die Seite: www.baumkunde.de empfehlen. Dort findet ihr auch die Birke.

Als gelernter Baumschulgärtner, bin ich ein Gegner des Sammelns am Stamm. Ich halte einen sauberen Schnitt an einem Ast, den der Baum problemlos verkraften kann für sinnvoller. Ein unnötiger Schnitt am Stamm führt zu einer Wunde, die Eintrittspforte für verschiedenste Krankheiten und Fäulnis werden kann. Das Abtrennen eines Astes, ein ganzes Stück vom Stamm entfernt, führt zu einer Abschottung und das Problem wird auf einen sehr kleinen Bereich eingedämmt. Gleichzeitig, erntet nicht zu viel von einem Baum. Lieber mehrere Bäume nutzen, als viele Äste an einem zu beschneiden, nur um den Saft zu gewinnen!

Welchen Ast und wie schneiden?

Ich bevorzuge Äste von etwa fingerdicke. Im Optimalfall sind sie ohne großen Aufwand zu erreichen.

Der grüne Pfeil markiert den Zweig am Ast, den ich für den weiteren Wuchs des Astes vorgesehen habe, bevor ich schneide. Er ist gesund und führt den Wuchs des Astes im Verlauf der nächsten Jahre ohne Probleme fort.

Der Rote Strich zeigt, wo ich schneide. Ja, im Gegensatz zur gängigen Praxis im Garten lasse ich hier ein paar Zentimeter Ast stehen. Diese dienen der birke zum effektiven Abschotten der Wunde und verhindern, dass eine Fäule tief in den Ast einzieht und meinen Zweig langfristig doch absterben lässt.

Der schnitt muss sauber geführt werden. Ob mit einer Ast- oder Rosenschere, einem Messer oder einer scharfen Säge. Achtet beim Genuss zapfen bitte auf scharfes Werkzeug und darauf, die Bäume möglichst wenig und nicht unnötig zu schädigen. Schließlich wollen wir noch lange etwas von unserer Natur haben und auch andere genießen lassen!

Für mich ist hier eine scharfe und saubere (!!!) Rosenschere das Mittel der Wahl.

Der Schnitt ist gemacht und nun?

Jetzt kommt der Moment. Führt der Baum genügend Wasser? Wenn ja, dann beginnt der Saft zu fließen. Dafür habe ich schon vor dem Schnitt mein Gefäß zum auffangen in die Nähe gehängt.

Der topf hängt unter dem Schnitt und nun heißt es Warten. wie lange? Das hängt vom Wasser im Boden, dem Zeitpunkt des Zapfens und der Birke ab.

Geht einfach raus und probiert es selbst!

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Begegnungen am Wegesrand – Man darf auch mal Opportunist sein!

Eine der wichtigsten Verhaltensweisen in der Natur, ist für meinen Geschmack Opportunismus. Damit meine ich, nutzen und sammeln, wenn ich es kann. Frei nach unseren Vorfahren, den Jägern und Sammlern. Bei einer einfachen Wandertour ist es nicht so wichtig. Aber für zukünftige Projekte oder den Vorrat zu Hause ist es gar nicht so schlecht, immer mal wieder Materialien oder Rohstoffe auf Tour zu sammeln. So kann man immer einen kleinen Vorrat auf Touren oder Unternehmungen mit nehmen und auch mal eine spontane Trainingseinheit kann man zu hause durchführen.

Ein netter Wasserfall. Wenn die Jahreszeit stimmt, für uns Opportunisten bestenfalls für eine Dusche geeignet. (Allerdings bitte ohne Seife, aus Rücksicht auf die Gewässer!)

Ferner sorgt diese Angewohnheit auch dafür, dass man beispielsweise bewusster mit seinem Wasservorrat umgeht und diesen möglichst oft wieder auffüllt. Speziell bei Wasser hat dies einen Vorteil. Ich nutze bevorzugt bei Touren flüssigen Wasserentkeimer. Dieser hat jedoch eine Wirkdauer, ab welcher das Wasser ‚keimfrei‘ getrunken werden kann. Fülle ich nun das Wasser regelmäßig auf, kann immer wieder eine kleine Menge entkeimen, während ich immer noch genügend Trinkwasser zur Verfügung habe.

Verführerischer Bach? Ein Bild weiter zeigt, was ohne Aufklärung des Bachlaufes verborgen geblieben wäre.
Was auf dem Bild nicht zu erkennen ist, der Reifen liegt im Wasser, welches weiter unten klar und deutlich verführerisch fließt. Aufklärung und die Suche nach der Quelle ist hier keine Verschwendung. Denn oberhalb der Quelle ist nichts zu finden, was das Wasser kontaminieren könnte und so können wir unverzüglich größere Mengen an sofort nutzbarem Wasser an der Quelle gewinnen.
Beinahe unendlich viel Trinkwasser wartet auf unsere Nutzung!

Bei Zunder verhält es sich ähnlich. Je nach Zunder, ist ein gewisser Trocknungsgrad von Vorteil. Klar, Birken- und Kirschrinde brennt auch im nassen Zustand, doch Nutzen wir Samen (von z.B. Disteln), Rohrkolben oder Gras, geben wird dem Zunder Zeit zum trockenen, wenn wir ihn richtig lagern. Dazu stecke ich ihn mir je nach Witterung unter die Kleidung. Dabei achte ich jedoch darauf, nicht zu viel Feuchtigkeit in meine Schichten zu bringen und gleichzeitig, dass mein Schweiß den Zunder nicht befeuchtet. Besonders bei totem aber feuchtem Gras als Zunder, ist somit ein frühes Sammeln am Tag besser, weil es so in den Kleidungsschichten noch etwas trocknen kann. Und hierbei ist jedes bisschen mehr Trockenheit ein wertvoller Vorteil.

Auch nass und innen völlig verfault, ist Birkenrinde äußerlich noch intakt und als Zunder sofort verwendbar! Aber hier alles ernten?

Mach es sofort und richtig!

Ihr seht also, dass der Vorteil darin liegt, Dinge sofort zu tun und zu erledigen. In der Natur und speziell im Survival bedeutet dies Energie sparen. Verschwenderisch können wir in unserem Alltag sein. Nicht jedoch, wenn es um unser Überleben geht. Dann bedeutet jeder kleine Vorteil eine höhere Chance zu überleben.

Immer wieder Samen sammeln, sorgt dafür, dass wir uns nicht plötzlich mit der Situation konfrontiert sehen, viel auf einmal sammeln zu müssen und damit viel Zeit zu verbringen.

Vorteile für Natur und Umwelt

Ebenso wie Birkenrinde ist auch Kirschrinde ein hervorragender Zunder. Sie ist nur nicht so bekannt.

Sammeln wir regelmäßig auf Tour immer mal wieder kleinere Mengen, benötigen wir nirgends größere Mengen und am Ende haben wir eine große Menge an gesammeltem Material. Samen bleiben so vor Ort erhalten und gerade Wildkräuter, die sich durch Samen vermehren, sind im Bestand sicher. Birken- und auch Kirschrinde können wir vom lebenden wie toten Baum gewinnen. Beide Rinden lassen sich auch von bereits morschem Totholz am Boden oder gar stehend gewinnen. Hier bevorzuge ich auch nur eine eingeschränkte Nutzung der Menge, weil in dem Holz noch Insekten und anderes Getier lebt. Ich mag ja auch nicht, wenn man mein Dach vom Haus reißt. Bei Lebenden Bäumen kann man ohne Messer bedenkenlos die oberen in leicht abstehenden Rindenlocken abzupfen.

Einsteiger Shelter: A-Frame

Hier stelle ich Euch ein A-Frame Shelter ( Englisch für Unterkunft) vor. Das A-Frame ist klein und unauffällig. Ihr benötigt wenig Material, es ist recht vielseitig bei schnellem Aufbau und gutem Schutz. Da es im Grundriss dreieckig ist, krabbelt man zunächst mit den Füßen hinein. Folglich richtet man das Fußende zur Wetterseite aus. Den Eingang kann man mit seinem Rucksack grob verschließen.

Material: Plane 2x3m Heringe (gekauft oder selbst geschnitzt) und ggf Seil

Öse mittig der 2m Seite wählen

In Meinem Beispiel habe ich den A-Frame an einem Baum aufgebaut. Um das Seil an der Plane zu befestigen, habe ich eine feste Schlinge mittels doppeltem Achter-Knoten gestochen, diese durch die Öse geschoben und dann das Seil durch die Schlinge gezogen. Schließlich in einer geschätzten Höhe und Entfernung (hier ist nur Übung oder testen angesagt.) am Baum Angeknotet. Praktischer weise kann man das Ganze auch mit einem Stock machen. Wenn man diesen dann noch mit dem Seil am Boden abspannt, wird die Konstruktion echt Stabil.

Die Schlinge zieht sich zu, lässt sich aber entspannt lösen.

Als erstes nach dem Befestigen am Baum, wird die 3 m lange Seite als First auf Spannung gebracht. Dann Fixiert man das ganze mit einem Hering in der mittleren Öse gegenüber unserem Seil. So nutzen wir die gesamte Länge von 3 m als Liegefläche aus. 2 m als First sind dann doch aufgrund der Konstruktion eher klein.

Am Kopfende werden die beiden Ecken gespannt und mit Heringen fixiert. Klappt man nun die noch außen liegenden Flächen ein, hat man im Fuß- bis fast Hüftbereich sogar einen Boden.

Fertig ist unser A-Frame für die erste Nacht oder ein kurzes Nickerchen am Mittag bei Regen.

Einsteiger Ausrüstung und erste Schritte

Kleinkram für den Einsteiger

Oben seht ihr mal Ausrüstung im Gesamtwert unter 30 Euro.

Der Topf ist aus dem Ikea für ca 5 Euro. Einen Kocher (Edelstahl Besteckkorb bekommt ihr dort für 1,79).

Das Seil oder besser Schnur ist eine billige aus einem Baumarkt (ca 5 Euro für 15m), ebenso das Mora (ca. 8 Euro) und die Plane 3x2m (ich meine etwa 6€)

Mit der Ausrüstung lässt sich solide in das Hobby einsteigen. Noch ein paar günstige Arbeitshandschuhe aus Leder einpacken und los! Zeug für Übernachtungen, Axt und Säge etc braucht ihr erstmal nicht. Mit dem Kram oben könnt ihr reinschnuppern und gebt nicht gleich Unsummen an Geld aus, nur um dann festzustellen, dass euch das Hobby nicht liegt.

Warum keine Schlafausstattung?

Weil ich hier ausdrücklich keine billigen Klamotten empfehle. Die ersten Nächte alleine draußen können echt gruselig sein und übt euch doch erstmal Nachts alleine im Wald ohne Übernachtung und dehnt die Zeit aus. Im Warmen Sommer reichen einfache Fleecedecken oder ähnliches. Das haben die meisten von Euch doch eh zuhause. Und im Sommer benötigt ihr auch keine all zu gute Isomatte und könnt ohne viele Skills und Übung mal draußen übernachten. Meine ersten Übernachtungen und Versuche sind meist gescheitert und ich musste auch mal mit einer ordentlichen Unterkühlung nachhause. Überschätzt euch einfach nicht, sondern tastet Euch langsam heran. Dann macht es auch wirklich Spaß und verlasst Eure Komfort Zone Stück für Stück!

Warum weder Axt noch Säge?

Die Antwort ist Simpel. Weil ihr es meist nicht dürft. Tut mir leid, aber es ist nun einmal so. Bäume Fällen, offenes Feuer im Wald und All das sind leider verboten. Andererseits sind unsere Wälder keine echten Wälder mehr. Oder besser ausgedrückt: Deutschland ist ein reines Kulturland. Selbst große Nationalparks bieten für uns alle nicht genug Platz und wenn jeder Einwohner Deutschlands dies tun würde, tschüss Natur. Das wollen wir alle nicht. Also passt auf, wo ihr mit Axt und Säge im Wald unterwegs seid und was ihr dort tut.