Die Debris-Hut

Mal überlegen, wo finde ich hier Trümmer?

Der Begriff Debris-Hut stammt aus dem Englischen. Wörtlich übersetzt bedeutet dies Trümmer-Hütte. Die Kunst dieser Notunterkunft besteht darin, sich aus der Umgebung am Baumaterial zu bedienen und eine brauchbare Unterkunft für einen gewissen Zeitraum zu schaffen. Dabei kann man mehrere Wege einschlagen. Entweder nur als Wetterschutz vor Wind und Regen oder aber auch als Schlafsackersatz. Eine Debris-Hut bietet sich in erster Linie auch nur dann an, wenn Feuer keine Option ist, weil sie ein paar Nachteile hat. Unter anderem ist der Bauaufwand sehr hoch und bedarf viel Material. Da ist ein offenes Lean to schneller und einfacher gebaut und auch mit einem Feuer gut beheizt. Gleichzeitig ist meine eigene Erfahrung, dass eine Debris leicht mit Fehlern gebaut und genutzt wird, so dass man im Laufe der Nacht auskühlt. Dadurch habe ich mir bei meinen ersten Versuchen durchaus Unterkühlungen zu gezogen. Aber immer wieder versucht und mich schlau gemacht.

Der Bau

Als Material kann man zwar grundsätzlich alles Mögliche nehmen, aber als Naturmaterial, bietet sich Laub am besten an. Sogar feuchtes oder nasses Laub geht. Die Körperwärme trockntet die nahesten Schichten gut genug. Und mit ein wenig suchen findet man oft auch noch trockene Laubbereiche, die nahe am Körper platziert werden können.

Als erstes kümmere ich mich um die Isolierung vor der Bodenkälte. So bietet sich zunächst eine Schicht aus Ästen an. Der Durchmesser sollte wenigstens zwei Fringer Dick sein, die Länge etwas mehr als Schulterbreit. Es dürfte sich von selbst erklären, dass die Fläche ein Stück breiter und Länger sein sollte, als der eigene Körper. Dazu lege ich mich auf den Boden, um zu prüfen, wie es sich dort generell liegt und markiere die Bereiche durch entfernen von Laub, dem legen von Ästen usw.

Der Markierte Bereich wird nun mit Ästen ausgelegt. Diese werden quer zur Liegerichtung ausgerichtet. Je glatter die Äste sind, desto besser. Also sollten keine Zweige an den Ästen nach oben stehen, da man später darauf liegt. Aber auch dafür legt man sich immer wieder auf die Fläche, um den Liegekomfort zu testen. Lufträume sind hier ein großer Bonus, da Luft ein prima Isolator ist. Passen die Äste nicht gut zusammen, kann man umlegen oder kleinere Äste einfügen oder sogar Fichtenzapfen etc. verwenden.

Ich kann nur immer wieder betonen, wie wichtig es ist, wieder und wieder Probe zuliegen. Denn nur so merkt man, wie komfortabel die Fläche ist und ob sie ausreichend Isoliert. Dabei sollte man mindestens 15 Minuten liegen bleiben. Dabei schaue ich ständig über mich, damit ich mir sicher sein kann, dass dort keine Witwenmacher (also Totholz) ist, welche in der Nacht auf mich herabstürzen könnten.

Passt das Probeliegen und nichts sticht oder drückt, so geht es weiter. Nur die Äste alleine Isolieren nicht ausreichend. Als weitere Isolation wird nun Laub aufgetragen. Die erste Schicht trage ich bis auf Kniehöhe auf. Dann wird diese Schicht Probe gelegen. Auch jetzt heißt es wieder etwa 15 Minuten faul herum liegen und die Aussicht genießen. Fallen dabei unbequeme Stellen auf, merkt man sich diese und besser sie aus. Jeder hat ein anderes Kälteempfinden, die Kleidung, der Boden und die Lufttemperatur etc. verhindern, dass man eine Faustformel für die Dicke des Bodens angeben kann. Generell packe ich lieber nochmal das doppelte drauf, wenn ich meine, es reicht.

Nur der Anfang!
Probeliegen

Das Probeliegen fürht auch dazu, dass Luft als isolator im Laub eingeschlossen wird und im anschluss drücke ich die Liegefläche noch zusätzlich an, um dann nocheinmal so viel Laub aufzutragen. Auch diese Schicht wird dann ausführlich Probegelegen.

Je dicker, desto besser! Dadurch habt ihr mehr Liegekomfort und eine bessere Isolation.

Die dicke der isolation wirkt sich natürlich auch auf den Liegekomfort aus. Hier bestimmt ihr, wie ihr am bequemsten liegt! Also schludert nicht. Denn ein erholsamer Schlaf ist nie zu unterschätzen. Besonders in einer Survival Situation nicht. Schlaf erneuert die Energiereserven und die welt sieht besser aus. Wer hat schon einen brauchbaren Arbeitstag, wenn man die Nacht nicht vernünftig geschlafen hat?

Passt der Boden der Debris, geht es auch schon an den oberen Teil. Aus zwei Astgabeln formt man am Kopfende und Eingang ein Dreieck, auf weches man den First auflegt. Mindest die 1 1/2 fache Länge des eigenen Körpers sollte dieser lang sein.Am Fußende erhöhe ich ihn mir sehr gerne für etwas mehr Freiheit.

Wichtig beim First ist, dass er möglichst Mittig über der Längsachse der Liegefläche verläuft. Auch hier gilt wieder Probeliegen, weil der First unseren späteren Innenraum der Debris vorgibt.

Nun müssen wieder Äste gesammelt werden, um sie an den First zu lehnen, wodurch sich das Dach bildet. Dafür benötigen wir Äste und stöcke in verschiedenen Längen. Ich bevorzuge es, am fußende mit einer Seite Anzufangen und dann gen Öffnung zu arbeiten.

Während die Wände wachsen, wird der so entstehende Hohlraum mit Laub ausgestopft und gefüllt. Dabei lohnt es sich, beide Seiten etwa gleich weiterzubauen, dann ein Stück ausfüllen und wieder weiter bauen. Man kann aber auch Äste, die in der Länge gut passen aber auch bereits platzieren. Wie ihr es machen wollt, ist letztlich Euch überlassen. Daher probiert es einfach mal selbst aus und schaut, wie es Euch am besten von der Hand geht.

Wenn alles ausgefüllt ist und die Seiten auch vollkommen geschlossen sind, wird der Eingang noch verkleinert, um die Isolation zu verbessern.

Ist auch das vollbracht, gibt es eigentlich nur noch eines zu tun:
Laub auf alles drauf werfen. Je dicker und fester, desto besser! Diese Schicht hat nun zusätzlich zur aufgabe der Isolation noch die Aufgabe, das Innere und vor alem uns vor Wind und Wetter zu schützen. Daher muss diese Schicht dick, festgepresst und vor allem dichtgepresst sein. Laub wird nun von unten nach oben aufgeschichtet und immer wieder festgepresst. Auf dem First ist es besonders wichtig, dass das Laub gut angepresst ist und besonders, wenn Äste der Konstruktion aus dem Laubheraus stehen können sich bei unachtsamer Arbeit Brücken bilden, durch welche sowohl kälte, als auch Wasser eindringen könnten. festgepresstes Laub u.ä. helfen hier immens.

Zu guter Letzt gehört noch ein ordentlicher Laubhaufen vor den Eingang, damit der Eingang auch zugezogen werden kann. Dadurch gewinnt man erneut ein paar grad Celsius. Das Einsteigen in die Debris ist wirkliche Arbeit! Mit den Füßen voraus schiebt, dreht und arbeitet man sich zwischen die feste Schicht der Bodenisolierung und der darüberbefindlichen Füllung. Die Arbeit wollt ihr nicht zweimal in einer nacht machen! Nehmt daher eine Flasche mit rein. wenn ihr dann mal müsst, habt ihr eine Wärmflasche. Klingt eklig? Besser so, als zu Unterkühlen oder gar zu erfrieren. Und auch dadurch gewinnt man ein paar grad Celsius und minimiert seinen Wärmeverlust. Gleichzeitig wärmt die Arbeit um in die Hütte zu kommen den Körper ordentlich auf. Diese Wärme nimmt man mit in die Debris und wird ebenfalls gespeichert.

Das Tuch habe ich mir in erster Linie überden Kopf gezogen, damit ich später nicht alles Laub aus der Hütte in meinen Haaren hängen habe, aber auch so Isoliert man sich zusätzlich. Ich bin einige Minuten noch liegen geblieben und habe nur hemd, T-Shirt und Hose getragen. Der Effekt der Hütte war beeindruckend. Ich habe mich wie im Garkessel gefühlt.

Je nach Temperatur lässt sich die äußere Schicht noch anpassen, also dicker gestalten. Zu dünn ist jedoch gar nichts, weil so der Witterungsschutz geringer wird. Es helfen auch hier nur Erfahrungswerte aus eigenen Versuchen. Um ein gefühl für die äußere Schicht zu bekommen, rate ich mal nur das ‘Dach’ zu bauen. Dann könnt ihr von innen mal begutachten, wo Licht einfällt und wie Dick die Schicht sein müsste, damit sie wirklich schützt.

Geht raus und macht!

Stay on Lynx-trail.de

Die Fährtenkiste

Seit Jahren wollte ich mir meine eigene Fährtenkiste bauen. Aber bisher war Platz ein Hinderniss. Aber nun, wo ich die Gelegenheit habe, wolte ich sie endlich nutzen. Und so begann das Projekt!

Was ist eine Fährtenkiste?

Die Antort ist simpel. Die Fährtenkiste ist eigentlich nur ein Sandkasten für uns Fährtenleser bzw. jene, die es werden wollen. Der richtige Sand (Spielsand ist bestens geeignet!) konserviert unglaublich gut selbst kleinste Details in Fährten und Abdrücken. Wenn wir also begreifen wollen, wie die Auswirkungen von Bewegungen eines Lebewesens in seinen Fährten sind, können wir sie in der Kiste machen. Als Fährtenleser können wir verschiedenste Bewegungen, Geschwindigkeiten, Handlungen etc durchführen oder sogar unsere Haustiere in die Box lund sie dort Dinge tun lassen. Dabei beobachten wir exakt, was wir selbst, oder unser ‘Opfer’ in der Box getan haben und analysieren so die Spur und suchen nach den Details in dem abdruck. Zu zweit oder in einer Gruppe lassen sich sogar Spiele verwirklichen!

Ein Beispiel ist das Sherlock holmes -Spiel, wie es der Ralf Greiner der Kojote Akademie nennt. Dabei Drehen sich alle Teilnehmer um, während einer oder zwei Etwas in der Kiste macht. Was genau das ist, ist der Kreativität überlassen. Ist die spur gelegt, drehen sich die anderen um und versuchen anhand der Spuren im Sand heraus zu finden, was geschehen ist. Beim Tracker Kurs an der Kojote akademie, haben wir Stunden bei diesem Spiel verbracht und noch im Dunkeln nur mit unseren Lampen gegenseitige Rätsel gelöst.

Der Beginn und die Planung

Eigentlich sind die Maße beinahe egal. Aber je größer, desto mehr lässt sich halt machen. Folglich habe ich mich für 2 Meter zu einem Meter und 13cm Höhe entschieden. Das meiste Material hatte ich aus einem anderen Projekt und noch so herumliegen. Daher sind noch einige Bohrlöcher im Holz oder die Teichplane gebraucht. Das spielt aber auch keine Rolle, denn schließlichmüssen wir nicht immer alles wegwerfen oder komplett neu anschaffen, wenn wir altes neu verwenden können.

Das Material

Ich liste hier das von mir verwendete Material ab. Mengen und Maße können sich natürlich bei anderen Größen ändern!

  • Holz für den Rahmen je 2 mal 1m Lange und 2m lange Bretter, ca 3cm dick und 13cm breit
  • 4 Winkel
  • Teichfolie
  • 8 Schrauben 5×60 je 2 an den Kanten
  • 3×30 Schrauben für die Winkel
  • 2x3m Plane zum Abdecken des Kastens
  • 200l (ca 250kg) Spielsand (1l entspricht einem dm³; Füllhöhe sind 10cm also ein dm. Länge 2m = 20dm und Breite 1m = 10dm. Daraus ergibt sich: 20 dm x 10 dm x 1dm = 200dm =200l

Der Bau

Im Grunde sagen hier Bilder mehr als tausend Worte.

Wie geht es nun weiter?

Wie ich oben bereits erklärte, gibt es viele Möglichkeiten. Kernaufgabe dieser Fährtenkiste ist jedoch das Erlernen der Basis. In der Kiste begreift man am schnellsten, wie sich eine Spur entwickelt und welche Zeichen zu welcher Bewegung gehören. Ich selber kann aus meiner Erfahrung in erster Linie leider nur das Englisch sprachige Buch The Science and Art of Tracking von Tom Brown jr. empfehlen. Er arbeitet verschiedene Dinge so simpel und effektiv heraus und schafft es sie in diesem Buch effektiv zu erklären. Schade ist nur, dass es kein vergleichbares buch in Deutsch gibt. Zwar versucht es ein Autor, doch bleibt das Buch ‘Wie lerne ich Spurenlesen’ von Hans-Jörg Kriebel eher ein Versuch. Denn sowohl Bilder, Grafiken und Zeichnungen wirken sehr lieblos und wenn man einen Kurs besucht hat, der auf Tom BrownsMethode basiert, erkennt man sehr schnell, dass es sich bei dem Buch lediglich um die Notizen eines Lehrgangsteilnehmers handelt und mit diesen kann man eben nur wenig anfangen, wenn man selbst nicht an diesem teilgenommen hat.

Und auch jetzt ist der Sand mehr zum begreifen, denn solch hervorragende Abdrücke, bzw überhaupt detailreiche Abdrücke (wie z.B. auch in Lehm, Schlamm oder Schnee) machen wohl nur knapp 5% aller Spuren aus. Aber die Grundlagen lassen sich nirgends so sicher und gut erlernen, wie in dieser Kiste. Hat man erstmal verstanden, welche Zeichen eine Bewegung hier hinterlässt, muss man nur noch die anderen Untergründe verstehen lernen und kann dieses Wissen dann auch auf Gras, Laub und sogar Stein übertragen.

Und je höher unsere Fertigkeiten werden, desto hilfreicher ist die Kiste beim Verstehen von noch unbekannten Zeichen im Dreck!

Mikro-Abenteuer – Die Werre mit dem LIDL Boot

Alles ist bereit. Die Luftkammern aufgepumpumt, Reperaturzeugs liegt bereit, Rucksäcke mir Essen und Wasser sind auch am Start.

Mikro-Abenteuer sind ein mittlerweile wohl recht bekanntes Projekt. Im Wesentlichen geht es uns darum, keinen großen Urlaub zu unternehmen und dann mal mehr oder weiger Spontan aus allem heraus zu kommen. Sie können mal nur wenige Stunden oder auch nur ein Wochenende eine Auslastung und Abwechslung zum (Arbeits-)Alltag sein. Das tolle bei so einem Mikro-Abenteuer: Es muss nicht teuer sein. Man braucht auch keine große Vorbereitung, kein großes Equipment oder sonst was, kreativ sein, Dinge spontan nutzen und loslegen.

Darüber hat aber auch mein guter Freund und oftmaliger Weggefährte der letzten Jahre, Björn Eickhoff, etwas in seinem Blog geschrieben.

Die Idee wächst.

Die Idee dazu hatte meine verlobte bereits vor einigen Monaten. Eigentlich sogar vor dem Corona Lockdown. An unserem Jahrestag eine Kanu Tour. Ohne eigenes Kanur blieb ein verleih. Sie hatte also schon alles in die Wege geleitet und wollte es vor mir geheim halten. Aber dann kam der Lockdown, Veranstalter teilte uns mit, das der termin möglicherweise nicht statt finden könne. E-Mail kontakt vor wenigen Wochen gehabt, keine Rückmeldung mehr. Dann kam mein Schwiegervater auf uns zu und meinte, im LIDL gäbe es ein Schlauchboot für 38 Euro. Die Idee war geboren. und sogar mit einwenig Sorge garniert. Hält das Boot? Und dann hatte die Werre auch nocht etwa 20 bis 30 cm weniger Wasser als üblich.

Das Boot

Punkt 7 uhr beim LIDL. Es gab nur ein Boot.

Das Boot war schnell gekauft. Das Auto in Löhne am Kanuanleger abgestellt und auf nach Herford zum Kanuanleger. Und davon gibt es an der Werre wirklich reichlich! Trotz unübersichtlicher und chaotischer Anleitung, ging der Aufbau schnell und einfach von der Hand.

Aus einem Doppelpaddel habe ich mit Messer, Sandpapier und einem Rohrschneider zwei Stechpaddel gebaut.

Die Tour

Die Tour folgte völlig entspannt der Werre. Der Einstieg in Herford besteht aus einem kleinen Schotterparkplatz und einem Sandstrand. Beim Boot seht ihr Teile des Strandes beim Aufbau. Die Tour ist selbst für völlig Unerfahrene realistisch. Es gibt kaum Stromschnellen und wenn doch, kann man immer an sicheren Ausstiegen mit dem Boot über Land diese Stellen passieren und hinter dem Hindernis wieder in den Fluss einsteigen. Da die Werre nie schiffbar gemacht wurde und dennoch teils renaturiert wurde, sieht man viele Tiere. So haben wir auf der ganzen Strecke etwa 15 (!) verschiedene (Sichtungen eines Exemplares nicht doppelt gezählt) Eisvögel beobachten können.

Mit einwenig Suchen findet man auch die Bruthöhle des Eisvogels.

Aber auch ein paar Kormorane, Bisamratten, Enten (Stock und sogar eine Kolbenente), Blässhühner und gewöhnliche Ratten konnten wir beobachten und den Anblick genießen.

Von Tieren mal abgesehen, hatte es aber auch die Landschaft in sich. Von den Feldern haben wir nicht viel mitbekommen. Dafür eine ausgeprägte Ufervegetation und viele schöne Details, wie Tiefhängende Weiden.

In einen Ort haben wir beide uns sehr verliebt. Eine kleine Steinbank. Der Ort hatte beinahe eine magische Wirkung auf uns. Völlige Entspannung und Genuss folgte beinahe nach dem ersten Schritt auf diese Insel.

Das kleine Video soll einem Eindruck der Steinbank vermitteln. Genießt es!

Die letzten Kilometer

Der Rest der Tour war gemütlich. Ein heftiger Schauer folgte noch, aber dafür hatten wir Ponchos dabei und so ging es unbeiirt weiter. Aber dann, etwa einen Kilometer vor dem Ziel haben wir unter Wasser etwas nicht gesehen und schon war die Bodenkammer undicht. Die Luft entwich, doch kein Wasser kam ins Boot. So hatten wir Glück im Unglück und konnten die Tour trocken beenden, obwohl das Boot tiefer im Wasser lag. Was war passiert? Wir haben irgendwas unter Wasser übersehen und das hat uns das Boot aufgeschlitzt.

Fazit

Die Tour war großartig! Das Mikro-Abenteuer hat sich gelohnt und uns beiden gut getan. Das Boot ist leider kaputt, doch ich überlege, wie ich den recht langen Riss repariert bekomme und den Boden einwenig sicherer bekomme. Oder doch ein hochwertiges Boot?

Primitive Jagdwaffen – schnell und einfach!

Keine perfekt hergestellten Jagdwaffen, aber für einen Vormittag ein akzeptables Ergebnis.

Ich habe hier im Blog an einigen Stellen bereits gepredigt:

Wenn du etwas machst, dann mach es direkt richtig.

Bei diesem ‘Feldversuch’ habe ich es bewusst nicht sofort richtig gemacht, sondern wollte für mich wissen, wie schnell bin ich in der Lage, primitive Waffen für die Jagd in einer Survival Situation herzustellen, vorausgesetzt natürlich, dass die Jagd überhaupt Sinn macht. Natürlich kann man sich dann auch nur auf eine dieser Varianten beschränken oder mehr Zeit investieren. Doch um eine Theoretisierung geht es mir gar nicht. Diese wird viel zu oft von allen möglichen Personen über alle möglichen Themen betrieben.

Meine Erkenntnis zu diesem Feldversuch ist simpel und ich möchte sie am Ende dieses Beitrages erläutern. Doch fangen wir simpel an.

Zuerst ein Wort der Warnung!

Alles hier Vorgestellte ist nicht zur Verwendung auf jedwedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier ist EGAL, gedacht. Lediglich eine echte Überlebenssituation würde die Verwendung rechtfertigen. Doch Zielwerfen und die Herstellung sind weder Verboten noch problematisch. Wichtig ist nur dafür zu sorgen, dass niemand durch die Übungen zu schaden kommt. Geeignete Orte, Ziele und Sicherheit sind hier besonders wichtig!

Danach die Ethik

Ich interessiere mich für Bushcraft und Survival, stelle hier mein Wissen zur Verfügung. Daher erwarte ich einen entsprechenden Umgang damit. Speziell mit diesem Thema. Waffen sind keine Spielzeuge und daher sollte ihr echter Einsatz auch nur die aller letzte Möglichkeit sein, wenn es tatsächlich um das Überleben geht! Aber es gehört mehr dazu, als sie nur bauen und einsetzen zu können. Was passiert mit möglicherweise verwundetem Wild? Wie erlöst man es schnell und sicher für beide Seiten? Kann ich das gefundene Tier überhaupt damit erlegen? Diese Fragen sind entscheidender und vorher zu klären.

Die Speerschleuder – Atlatl

Die Atlatl ist ein denkbar simples Werkzeug, dass uns in die Lage versetzt, Speere schneller, weiter und kräftiger zu werfen, als wir es von Hand können. Die Speerschleuder ist bereits aus der Altsteinzeit bekannt. Funde belegen laut Wikipedia die Nutzung dieses simplen Geräts bereits vor 18.000 Jahren. Auch heute findet man sie noch bei den Aboriginees in Australien. Diese Fakten bezeugen die Effektivität, wie simple Herstellungsmöglichkeiten. Also sollte doch ein Quick’n’Dirty möglich sein?

Je gründlicher man sich die Ausgangsmaterialien heraus sucht, desto einfacher fällt die Herstellung. Aufgrund meiner Prämisse der Geschwindigkeit, habe ich bewusst auf leicht zu bearbeitende Teile geachtet und möglichst ‘fertige’ Stücke heraus gesucht.

Für die Schleuder habe ich auf einen geeigneten Seitenast geachtet. Dann die Rinde abgeschält, was im April recht einfach und schnell geht. Aus dem Seitenast habe ich die Spitze geschnitzt, in die später die Speere eingehakt werden. Das Problem bei einer Ernte von Frischholz im April ist jedoch auch die Nässe. Also ab in die Sonne zum oberflächlichen trocknen.

Die Speere sind Simpler. Möglichst gerade Ruten werden gesammelt. Im optimal Fall, werden sie am Feuer mittels Hitze gerade gebogen. Dieser Vorgang hilft der Genaugkeit enorm. Doch er setzt Feuer voraus und die nötige Zeit. Beides sind Dinge, auf die ich im Versuch bewusst verzichtet habe.

Die Spitze aus Holz ist bei der Jagd ehrlich gesagt von Nachteil, weil der Speer stecken bleiben wird und der Wundkanal durch ihn verschlossen wird. Dies führt zu einem verzögerten Verenden des Wildes. Eine Spitze, die breiter ist als der Speer, verursacht einen Wundkanal, der sich nicht verschließt und so wird das Wild schneller verenden. Munitionshersteller für Jagdwaffen beschäftigen sich intensiv seit Jahren mit diesem Thema, damit Wild nicht leidet und waidmännisch erlegt werden können.

Die Länge der Spitze ist von Bedeutung, da sie so gut eindringen kann aber gleichzeitig auch nicht zu filigran ist, um nicht schnell zu brechen. Im Feuer gehärtet, holt man noch mehr heraus.

Alles ist fertig. Was nun? Richtig! Werfen!

Wurftechniken gibt es viele. Weites ausholen macht aber eher langsam und ermüdet. Im Gegensatz dazu das kurze Ausholen. Die Haltende Hand sollte nicht hinter der Schulter sein und der Speer auf Augenhöhe. Dies erleichtert das Zielen. Bevor sich der Arm bewegt, macht man einen leichten Ausfallschritt nach vorne und dann folgt der Arm in einer fließenden geradeaus Bewegung und gleichzeitig dreht man den Körper im Becken mit dem Arm mit. Dies darf nicht schräg ausgeführt werden. Parallel zum Körper, gerade auf das Ziel zu. Der Speer wird mit Daumen und Zeigefinger fixiert und von beiden Fingern losgelassen, wenn die Atlatl beschleunigt. So die grobe Theorie. Da es viele Techniken gibt, heißt es üben und ausprobieren.

Das Wurfholz

Das Wurfholz kennen viele auch als Sportgerät: Bomerang. Sportlich soll er zurückkehren, doch als Wurfholz ist das völlig egal. Man kann es umständlich (wie ich in meinem Versuch) aus einem Stück Holz herstellen oder einfache einen dicken, soliden Ast mit leichter Krümmung aus möglichst schwerem und harten Holz nehmen. In unseren Breiten bietet sich Eiche am besten an. Für mein Projekt habe ich zufällig ein Stammstück von einer Linde gefunden und spontan losgelegt. Doch hier habe ich modernes Werkzeug genutzt.

Lässt sich werfen, aber…

Die Bola

Die Bola ist simpel, leicht hergestellt und auch sie wird seit Jahrtausenden als Jagdwaffe eingesetzt. In Südamerika sogar heute noch von den Gauchos (südamerikanische ‘Cowboys’)

Das Prinzip ist wirklich einfach. Drei Seile werden an einem Ende verknotet und am jeweils Anderen wird ein Gewicht befestigt. Geworfen öffnen sich die Bola in drei Stränge, die sich mit enormer Wucht (Wurf- und Rotationsenergie mit Beschleunigungskraft, wenn sie sich) um das Ziel wickeln (beispielsweise die Beine von Hirschartigen). Je nach Gewicht, kann die Bola Knochen brechen. Wenn sie getroffen hat musste es bei den Jägern und Sammlern schnell gehen, um das Tier zu erlösen. Selbst in einer Survival Situation, muss man wissen, was man tut, bevor man diese Waffe einsetzt. Tierleid gilt es zu vermeiden und wiederspricht meiner Ethik!

Um die drei Seile mit einander zu verknoten, habe ich den Achterknoten verwendet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Steine wirklich fest sitzen! Einen speziellen Knoten gibt es nicht, da Steine nun einmal individuell geformt sind. Folglich bleibt nur machen. Ebenfalls wichtig ist eine möglichst gleiche Seillänge. Ist alles fest und sicher verknotet ist die Bola fertig.

Zum Werfen ergreift man sie am Knoten, wirbelt sie schnell einmal über dem Kopf herum und wirft sie auf das Ziel. Kreisen lassen sorgt nur für Verwicklungen der Seile. Auch mit den Fingern zwischen die Seile zu greifen ist kontra produktiv.

Der Knoten kommt zwischen Daumen und Zeigefinger, die Bola hängt schlaff herab. Dann nimmt man den Arm hoch, wirbelt sie einmal im Kreis über dem Kopf und wirft. Sind die Seile beispielsweise einen Meter Lang zwischen Knoten und steinen, ergibt sich im Flug ein Kreis von beinahe zwei Metern! Das muss bedacht werden, denn ohne freie Flugbahn, bleibt sie an Hindernissen hängen.

Im Flug rotieren die Steine um den Knoten im Zentrum.

Trifft auch nur einer der Steine ein Ziel, schlagen alle Steine da herum. Dies erhöht im letzten Moment nocheinmal die Geschwindigkeit der Steine beträchtlich!

Das Werfen erlernt man jedoch wie bei der Speerschleuder nur durch üben!

Noch schneller wären wohl nur zwei Seile (oder Schnürsenkel 😉 und zwei Steine.

Fazit

Alle dieser Waffen benötigen Übung. Halbherzig gebaut, verliert die Atlatl viel ihrer Wirksamkeit und bedarf ausreichender Aufmerksamkeit und besonders viel Übung im Werfen. Gerade gebaute Atlatl und Speere sind hier besonders wertvoll. Auch die Spitze, wie ich oben bereits erwähnte, ist von enormer Bedeutung. Dennoch ist die Speerschleuder schnell hergestellt und nur wenig mehr Aufwand hätten sie deutlich effektiver gemacht. Selbst ohne Messer oder Tomahawk und Säge ist sie verhältnismäßig einfach herzustellen. Auch das gerade Biegen am Feuer ist einfacher, als man denkt.

Das Wurfholz war zu viel Aufwand. Das Holz hat sich nicht ordentlich spalten lassen, viel Nacharbeit war nötig und Linde ist sowohl zu weich, als auch zu leicht. So kommt zu wenig Energie im Ziel an. Ein solider Eichenast macht weniger Arbeit, bei mehr Effizienz. Allerdings geht beim Wurfholz das Üben leichter und schneller. Ausserdem ist beim Üben die Umwelt in geringerer Gefahr!

Zu guter Letzt: Die Bola. Schnell, einfach, wenig falsch zu machen. Was jedoch zu bedenken ist, nicht jedes Wild kann damit bejagt werden und selbst wenn es liegt, wird es meist noch leben und sich wehren. Hier ist die Übung im Wurf das einfachste. Die echte Kunst folgt nach dem Wurf. Verwundete Tiere sind niemals zu unterschätzen.

Der Achterknoten

Grundlegendes:

  • Ich bin Linkshänder. Daher können Knoten von Rechtshändern Spiegelverkehrt zu meinen wirken. Bedenkt das bitte bei meinem Tutorial!
  • Damit ein Knoten sicher hält, sollte das lose Ende mindestens den 10-fachen Seildurchmesser überstehen!
  • Geht verantwortungsvoll mit Knoten um! Wenn euch durch die Anwendung von Knoten geschieht, kann ich leider nichts dafür.
  • Knoten helfen nur dann, wenn man weiß, welcher Knoten in welcher Situation wirklich hilft und man sie auch durch üben wirklich beherrscht!
  • Knoten verändern die bruchlast (Reißfestigkeit) eines Seiles! Dabei senken sie diese Belastbarkeit um bis zu 50% !

Der Achterknoten ist beim Klettern ein Standard Knoten. Er wird neben dem Spierenstich unter anderem als Stopperknoten verwendet oder aus doppeltem Seil um eine feste Schlinge herzustellen. Dabei ist dieser Knoten so sicher und zuverlässig, dass er auch von den Berufsgenossenschaften für gewerbliche Kletterer im Bereich der Baumpflege zugelassen und somit auch versichert wird. Gleichzeitig ist er auch einfach zu öffnen, wenn er unter Last gestanden hat.

Links ist das stehende Ende und rechts das abgehende Ende.

Zuerst bildet man eine Schlaufe mit dem abgehenden Ende.

Dann umwinden wir das stehende Ende.

Nachdem wir ie Schlaufe gebildet haben und mit dem abgehenden Ende das stehende Ende einmal umwunden hat, führen wir das abgehende Ende durch die am Anfang gebildete Schlaufe.

Jetzt an beiden enden ziehen und fertig ist der Achterknoten.

Die doppelte Acht

Die doppelte Acht oder den doppelten Achterknoten benötigt man, um eine feste Schlinge zu knoten. Diese kann als Sicherung um einen Gegenstand oder an einen Karabiner genutzt werden.

Um die doppelte Acht zu legen, geht man wie beim normalen Achterknoten vor. Dies veranschaulicht die Galerie.

Andererseits kann man die doppelte Acht auch stechen. Dazu stechen wir einen normalen Achterknoten, lassen diesen jedoch offen und ziehen ihn nicht zu. Dieses mal muss das abgehende Ende wesentlich länger sein. Es muss den üblichen 10fachen Seildurchmesser als Überstand, einweiteres mal den Achterknoten und mindestens den gewünschten Umfang der Schlinge aufweisen.

Der Achterknoten muss in diesem Fall merklich offenstehen.

Das abgehende ende wird um den Gegenstand geführt und dann parallel rückwärts durch die Acht geführt. Dabei bleibt das abgehende Seil immer aneinander.

Schritt für Schritt folgen wir dem abgehenden Ende durch den Knoten zurück.

Schließlich haben wir den doppelten Achter fertig gestellt und können ihn festziehen. Wichtig ist dabei sauberes arbeiten, weil vor allem Anfänger so kontrollieren können, ob der Knoten korrekt gestochen wurde.

Nur deinen Fußabdruck!


Die Schönheit der Natur ist erhaltenswert!

Nur deinen Fußabdruck! Man kann diesen Blogartikel als Handlungsempfehlung ansehen. Für mich ist es jedoch eine Philosophie, nach der ich draußen lebe. Ich versuche nicht mehr Spuren zu hinterlassen, als meine Füße zurücklassen.

Natürlich ist dies nicht möglich. Als Bushcrafter, Survivalist und Jäger greife ich ständig in die Natur ein. Doch was bedeutet dieser Satz wirklich für mich?

Feuer im Wald

Wenn ich mich in der Natur bewege, möchte ich sie möglichst so hinterlassen, wie ich sie vorgefunden habe. Dieses Thema wird offenbar immer wichtiger. Denn in einschlägigen Foren, Facebookgruppen und den Nachrichten ist immer häufiger von brennenden Wäldern und Naturschutzgebieten die Rede. Noch vor 10 Jahren war die Waldbrandgefahr nicht so früh so hoch. Doch heute (Stand 25.04.2020)? Bereits im April ist es schon so trocken, dass beinahe die ganze Bundesrepublik Warnstufe 3 hat. Lediglich an Nord- und Ostsee haben wir Stufe 2. Aber einige Teile sind bereits Stufe 4 und ab dem 27.04.2020 wird im Osten Deutschlands bereits Stufe 5 prognostiziert (Quelle: deutscher Wetterdienst)!

Deutschlandkarte mit dem Tageswert des Waldbrand-Gefahrenindex WBI, heute
Quelle: Deutscher Wetterdienst

Viele Leute ignorieren schlicht die Gefahr oder nehmen sie auf die Leichte Schulter.

Als Outdoorer, sehe ich mich und UNS(!) in der Pflicht. Ein Feuer kann und sollte vermieden werden! Wenn es dennoch einen geeigneten Platz gibt, beispielsweise am Ufer eines Gewässers mit viel nicht brennbarem Boden wie Sand und Stein, oder schlicht wirklich nassem Boden, reichlich Abstand zum Wald oder anderen brennbaren Landschaftsbestandteilen (Darunter fallen natürlich auch Sträucher, Wiesen etc. ), mag es möglich sein, ein kleines Feuer in irgendeiner Form zu betreiben. Hier gilt jedoch auch besondere Sorgfaltspflicht!

Kleine Brennstoffmengen, fester Stand und klatschnasser Boden in direkter Nähe zum Gewässer. So geht ein sicheres Kochen!

Darüber hinaus gibt es keinen Grund, ein Feuer größer zu gestalten, als man es wirklich benötigt. ‘Coolness’ ist kein intelligenter Grund. Löschmaterial gehört dazu. Ein kleiner Hobo am Flussufer auf Sand, ist schnell mit Tasse oder Topf und dem Flusswasser gelöscht. Ein brennender Gaskocher auf trockener Wiese mit nur einem Liter Wasser für den Kaffee ist das nicht!

Der gesunde Menschenverstand gebietet es doch auch, keine Zigarettenstummel achtlos weg zuwerfen. Auch weil manche Tiere diese gerne mal Fressen. Da Nikotin auch ein Gift ist und in Form von Neonikotinoiden auch Verwendung in Pflanzenschutzmitteln gegen Insekten angewandt werden, gehören Kippen auch nicht zum Löschen in offene Gewässer.

Gewässerschutz?

Der alte Witz: “Was macht ein Lachs im Rhein? – Chemie studieren!” Ist leider immer noch in Teilen wahr, wobei zunehmend mehr für unsere Gewässer getan wird.

Aber jeder von uns kann etwas tun! Seife bricht die Oberflächenspannung von Wasser, was für kleinste Lebewesen in Gewässern Schaden anrichten kann. selbst biologisch abbaubare Seife tut dies. Hier ist der Trick, einige Schritte vom Wasser entfernt ein kleines Loch aus zuheben und dort das Seifenwasser hineinzu gießen, damit es dort versickern kann. Mikroorganismen im Boden lösen dann das Problem für uns und die Seife bleibt aus dem Gewässer.

Müll

Was wir in die Natur schleppen, können wir auch wieder mit nehmen! Verschließbare Beutel und auf die Verpackung achten, hilft nicht nur Müll zu sparen, sondern diesen auch für längere Zeit transportabel zu erhalten, bis wir ihn sachgemäß entsorgen können.

In Schweden kam es sogar zu einer neuen Sportart: dem Plogging!

Immer wieder sammle ich bei meinen Touren auch Müll auf. Dies ist für mich eine soziale Verantwortung und auch ein Pflichtgefühl der Natur gegenüber. Was ich allerdings immer wieder auf meine Agenda geschrieben und ebenso oft dann spontan doch wieder vergessen habe, ist einfach mal einen Müllsack mit zunehmen und mal auf der gesamten Tour Müll aus der Natur zu entfernen.

Meine Regeln

  • Verlasse alles, wie du es vorgefunden hast
  • Respektiere Wildtiere – stelle ihnen nicht nach oder suche ihre Tageseinstände auf
  • Respektiere auch andere Menschen in der Natur und rechne mit ihnen
  • Nimm gefälligst deinen Müll mit
  • Entnimm nur, was du brauchst
  • Mach nichts kaputt
  • Sei vorsichtig mit Feuer
  • Gehe nur dort, wo du nichts zerstörst

Kurz: Sei respektvoll!

Aber die anderen machen doch auch… AM ARSCH! Mach’s besser!

Slipknot

Grundlegendes:

  • Ich bin Linkshänder. Daher können Knoten von Rechtshändern Spiegelverkehrt zu meinen wirken. Bedenkt das bitte bei meinem Tutorial!
  • Damit ein Knoten sicher hält, sollte das lose Ende mindestens den 10-fachen Seildurchmesser überstehen!
  • Geht verantwortungsvoll mit Knoten um! Wenn euch durch die Anwendung von Knoten geschieht, kann ich leider nichts dafür.
  • Knoten helfen nur dann, wenn man weiß, welcher Knoten in welcher Situation wirklich hilft und man sie auch durch üben wirklich beherrscht!
  • Knoten verändern die bruchlast (Reißfestigkeit) eines Seiles! Dabei senken sie diese Belastbarkeit um bis zu 50% !

Der Slipknot ist im Grunde ein einfacher Knoten, der mit einer Schlaufe ausgeführt wird und sich dadurch leicht lösen lässt. Meist verwendet man ihn als Sicherungsknoten, den man leicht lösen möchte. Zum Beispiel an den Tarpspannern. So kann man sie öffnen und um einen Baum legen, was sonst ja nur sehr umständlich möglich ist.

Ein Beispiel für die Anwendung. Ein weiteres findet ihr beim Bogen vom Feuerbohren.
Das Seil liegt gerade.
Eine Schlaufe wird gelegt.
Das oben kreuzende Seilende wird von unten durch die Schlaufe gezogen… Dabei wird es in einer Bucht hindurch gezogen.
Dabei wird es in einer Bucht hindurch gezogen.
Nun heißt es Strammziehen!
Fertig!
Eine andere Perspektive des Slipknot.
Zum Lösen des Slipknot wird am Bucht bildenden Seil ende gezogen, wodurch sich die Schlinge verkleinert.
Die Schlinge ist kaum noch vorhanden.
Und nun ist die Schlinge hindurchgezogen und es verbleibt nur noch die Schlaufe vom Beginn.

Wildtierschutz

Ein schwieriges und umständliches Thema! Daher möchte ich mit sofort regeln Beginnen und später mehr Text und Wissen ausführlich vermitteln.

Für den eiligen Leser

  1. Die Brut- und Setzzeiten beginnen je nach Wetter und Wildtierart im März und gehen bis in den Frühsommer. Bei Feldhasen sogar bis in den Oktober!
  2. Bleib in dieser Zeit auf den Wegen! Vermeidet vor allem Dickungen!
  3. Feldhasen und Rehe legen ihre Jungtiere ab. Dort liegen sie versteckt und das Muttertier kehrt immer wieder zum Säugen zurück. Das beduetet, dass nicht jedes Jungtier welches man findet auch verwaist ist. Bleibt man in der Nähe, um dies zu prüfen, kehrt die Mutter oftmals wegen der Störung nicht zurück. Dieses Handeln ist folglich kontraproduktiv!
  4. Im Zweifelsfall: Den örtlichen Tierschutzverein oder auch das Ordnungsamt anrufen. Diese können dann an die zuständige Stelle weitervermitteln.
  5. Bei einem Verkehrsunfall mit Wildtieren immer die Polizei einschalten. Alles andere kann als Wilderei verfolgt werden. Und nicht dem Tier nähern! Dies kann selbst bei Rehen zu einer hohen Eigengefährdung führen.
  6. Hunde: Lasst sie vor allem in dieser Jahreszeit in Wald und Feld an der Leine! Auch wenn ihr denkt: “Der tut doch nix…” Ein junger Hase oder ein Rehkitz kann zum Opfer werden. Ausserdem wird in dieser ohnehin anspruchsvollen Zeit das Wild unnötig beunruhigt.

Brut- und Setzzeiten: Was passiert da draußen?

Feldhasen bilden im Januar bis in den August Jahresehen. Diese Zeit wird unter Jägern als Rammelzeit bezeichnet. Bei einer Tragzeit von 42 Tagen und einer Säugezeit von ca 4 Wochen ergibt das eine Setzzeit von März bis Oktober. Im Gegensatz zum Kaninchen, leben Hasen nicht in Bauen. Daher kommen die Junghasen behaart und sehend zur Welt. In der Anfangszeit, können sie noch nicht flüchten und ducken sich – wie erwachsene Hasen auch- am Boden bzw. in den sogenannten Sassen ab. Eine Sasse ist eine flache Mulde, die Hasen mit ihren Läufen in den Erdboden arbeiten. Die Häsin legt von ihren 1 bis 5 Junghasen jeden an einen anderen Platz ab und kehrt immer wieder zu den Jungtieren zurück, um sie zu säugen. So ist die Häsin nicht angreifbar, da sie sich nur sehr kurz um ihre Jungtiere kümmern muss und diese auch nicht leicht von Fressfeinden (z.B. dem Fuchs) gefunden werden. Darüber hinaus sind die Jungtiere geruchslos. In der Folge müssen Junghasen, die man irgendwo auf offener Fläche findet auch nicht umsorgt oder gar mitgenommen werden. Vor allem in den ersten Tagen, überleben sie ohne die Muttermilch gar nicht, weil diese wichtige Stoffe enthält. Dafür haben wir Menschen auch keinen Ersatzstoff. Folglich verenden auch sehr viele übereifrig mitgenommene Junghasen in den Händen der Helfer. Selbst wenn sie Fachleuten zur Pflege übergeben wurden. Erst nach dieser ersten Zeit, können wir überhaupt etwas bewirken. Falls wir sie jedoch nicht dort liegen lassen können, wo sie abgelegt wurden, weil wir dort beispielsweise Arbeiten verrichten müssen, können sie mit viel Gras sanft angehoben und versetzt werden. Direkter Kontakt ist aufgrund unseres Geruchs jedoch absolut TABU! Sebst Handschuhe helfen nicht und die Häsin verstößt das Jungtier. Es helfen wirklich nur Pflanzen aus der direkten Umgebung und das Jungtier darf auch nicht zu weit weg gesetzt werden!

Rehe paaren sich in der Blattzeit. Diese beginnt Mitte Juli und geht bis Mitte August. Nach der Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle, folgt zunächst eine ca. 4 1/2 monatige Keimruhe. Diese endet im Dezember. Ab Ende April bis Mai folgt die Setzzeit. Ricken (weibliche Rehe) setzen nun ein oder zwei Kitzen (junge Rehe). Wie Feldhasen sind Rehkitze geruchsneutral und werden von der Mutter gut versteckt abgelegt. Sie geht nun auf Nahrungssuche und kehrt immer wieder zu den Kitzen zurück. Bei Störungen holt sie ihren Nachwuchs auch gerne vorzeitig ab und führt diesen dann in ein ruhigeres Gebiet. Meist werden die Rehkitze noch bis in den November gesäugt. Auch Rehkitze sollten einfach an Ort und Stelle belassen werden. Müssen sie doch umgesetzt werden, wie zum Beispiel bei der Heumaht, so gilt es, sie wie junge Hasen mit viel Gras sanft aufzuheben und in der unmittelbaren Nähe in Sicherheit zu bringen.

Vögel sind da etwas weniger kompliziert. Je jünger das Küken ist, desto geringer ist seine Überlebenschance ausserhalb des Nestes. Ist das Nest in Reichweite, so kann das Küken wieder mit natürlichen Materialien sanft in das Nest zurück gesetzt werden. Je jünger das Küken ist, desto wichtiger ist fachlich kompetente Hilfe. Es ist kein leichtes, einen Jungvogel zu retten. Hier gilt: Beim örtlichen Tierschutzverein anrufen. Verfügt der Vogel jedoch schon über ein vollständiges Gefieder, handelt es sich nicht mehr um den im Nest lebenden Nestling, sondern in der Regel um den nun auf den Ästen lebenden Ästling. Diesen kann man tatsächlich recht einfach anheben und auf einen Ast in sicherer Höhe setzen. Hier finden ihn die Eltern. Meist schaffen sie den Start vom Boden nur noch nicht, nach dem ihr Entdeckerdrang sie zu den ersten Flugversuchen geführt hat.

Hilfe, ein Jungtier das hier nicht beschrieben wurde?

Bei weiteren Tieren hilft auch einfach mal das Nachlesen der Lebensweise. Die Natur hat einen guten Grund für ihre Vorgehensweise: Die Evolution. Über Jahrtausende und -millionen haben sich die Tiere ihren Lebensräumen und Feinden angepasst. Meistens ist unser Verhalten und der Hilfsdrang wirklich gut gemeint, aber in Wirklichkeit völlig überflüssig. Leider neigen wir zu oft dazu, Tiere zu vermenschlichen. Das ist einerseits gut, andererseits, können wir dadurch auch Schaden anrichten. Es geht um das gesunde Mittelmaß. Respekt, Wissen, (Jagd-)Ethik und Beobachten helfen uns hier weiter.

Im Zweifel: Ruft den örtlichen Tierschutzverein an! Oder die 24h besetzte Nummer des Ordnungsamtes. Befindet sich ein Tier in Akuter Gefahr: Notruf. Ist ein Tier in einen Unfall verwickelt: Polizei!

Auf gar keinen Fall einfach mitnehmen. Auch wenn es noch so gut gemeint ist, lasst es! Ihr richtet damit eher Schaden an, als ihr helft!

Was kann ich denn nun tun?

Das ist simpel und bereits oben kurz aufgeführt. Wenn wir auf den Wegen bleiben, schonen wir die Rückzugsorte des Wildes und gewähren ihm die Ruhe, die es benötigt. Bewegen wir uns normal und schleichen nicht durch die Natur, erkennt es uns frühzeitig als harmlos. Dann vermeiden wir vor allem Dickichte und Dickungen. Denn diese sind die Wohnzimmer des Wildes. Ihr mögt es schließlich auch nicht, wenn plötzlich Fremde in eurem Wohnzimmer stehen!

Hunde sind noch einmal eine eigene Geschichte! Informiert Euch über die jeweiligen Gesetze in Eurem Bundesland! Denn schließlich seid ihr doch verantwortungsvolle Hundehalter!

Da ich in Nordrhein-Westfalen lebe, möchte ich die Lage hier mal kurz erläutern. Im Wald gibt es keinen generellen Leinenzwang! Dies ist im Landesforstgesetz §2 Abs.3 nachzulesen. Dort heißt es:

“Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie andere schutzwürdige Interessen der Waldbesitzer und die Erholung anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Im Wald dürfen Hunde außerhalb von Wegen nur angeleint mitgeführt werden; dies gilt nicht für Jagdhunde im Rahmen jagdlicher Tätigkeiten sowie für Polizeihunde “

Landesforstgesetz NRW

Somit muss der Hund jedoch jederzeit unter Kontrolle bleiben. Sprich er muss zuverlässig auf Kommando zurück kehren. Leider ignorieren viele Halter das Verhalten ihres Hundes. Beim mehrfachen Rufen kommt er ja… Aber was ist, wenn er Wild aufgestöbert hat? Ja, Hunde brauchen ihren Auslauf. Doch auch auf Kosten anderer Tiere? Dann doch lieber Zeit in eine gute Ausbildung investieren und mit Realismus an seinen Hund heran gehen. Dann genießt er auch Freiheiten.

Die Schattenseiten des freilaufenden Hundes findet man dann im nordrhein-westfälischen Landesjagdgesetz §25 Abs. 4.2:

(4) Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt,

1. Personen, die in einem Jagdbezirk unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen oder außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden, anzuhalten, ihre Person festzustellen und ihnen gefangenes und erlegtes Wild, Schuss- und sonstige Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde und Frettchen abzunehmen;

2. Hunde außerhalb der Einwirkung ihrer Führerin oder ihres Führers abzuschießen, wenn
a) diese Wild töten oder erkennbar hetzen und in der Lage sind, das Wild zu beißen oder zu reißen,
b) es sich um keine Blinden-, Behindertenbegleit-, Hirten-, Herdenschutz-, Jagd-, Polizei- oder Rettungshunde handelt, soweit sie als solche kenntlich sind und solange
c) andere mildere und zumutbare Maßnahmen des Wildtierschutzes, insbesondere das Einfangen des Hundes, nicht erfolgversprechend sind.”

Landesjagdgesetz NRW

All das lässt sich schließlich durch intelligentes Verhalten vermeiden und einem ungestörten Naturgenuss steht nichts im Wege.

Echter Naturschutz und Hilfe für Wildtiere setzt Wissen und einen sorgsamen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen voraus.

Nehmt einfach Rücksicht und handelt nicht vorschnell aus vermeintlich guten Gründen, weil süße Tiere (oft unbegründete) Mitleid erwecken. So trägt jeder zum Naturschutz und dem Arterhalt bei.

Auch du!

Feuer bohren – Bow drill

Sieht gut aus? Trotzdem weiter bohren…

Zu sagen, ich wäre ein Meister- oder auch nur Geselle- dieser Technik, wäre gelogen. Mein Fehler bisher ist schlicht mangelnde Übung. Ich habe es immer mal wieder gemacht und es hat immer mal wieder funktioniert (oder auch nicht!) Zur Zeit probiere ich es intensiv und merze Stück für Stück meine Fehler aus. Warum? Nun, ich will Wissen vermitteln und mich auf meine Fähigkeiten verlassen können. Feuer ist meine Disziplin. Und eben diese Technik hapert. Aber dagegen gibt es glücklicherweise ein probates Mittel: Training! Seit einigen Tagen beschäftige ich mich täglich damit und experimentiere. Das Ergebnis? Ich werde kontinuierlich besser und entdecke immer neue Fehler.

Der Bogen

Es kommt auf die richtige Länge an. Eine gute Länge ist etwa von der Schulter bis zu den Fingerspitzen. Damit kann man in sauberen und langen Zügen den Bogen bewegen, um den Bohrer in Rotation zu versetzen.

Der klassische, starre Bogen. Manch einer mag ihn noch weiter gebogen. Ich habe für mich festgestellt, dass ich mit diesem Bogen nicht so gut klar komme. Eine Alternative folgt.

Ein alternativer Bogen ist beidseitig abgeflacht und etwas biegsamer, wenn auch nicht leicht biegsam. Am einen Ende wird die Bogenkerbe eingeschnitzt und die Schnur mittels Bogenknoten (oder Zimmermanssteg) verknotet. Am anderen Ende schnitzen wir einen Spatel mit Durchbruch. Beide Schnitzarbeiten habe ich bereits beim Try-Stick erklärt. Durch den Durchbruch wird die Schnur gefädelt und mittels Slipknot fixiert. Dadurch ist die Spannung sehr einfach zu kontrollieren. Beim Bohren an sich, kann man mittels Daumen, Zeige- und Mittelfinger die Spannung zusätzlich beeinflussen.

Die verwendete Schnur kann im Grunde jede geeignete sein. Paracord und Schnürsenkel sind mit am besten. Letztere hat man ja auch fast immer im Norfall dabei.

Wichtig bei der Spannung ist, dass sie weder zu fest, noch zu lose ist. Klingt doof? Anders kann man es aber nicht sagen. Zu Lose und nichts passiert. Zu stramm und ständig fliegt der Bohrer weg und die Schnur verschleißt wirklich schnell. Leider gibt es da keinen echten Leitwert und so hilft nur üben und nicht aufgeben.

Der Bohrer

Grundlegend sollte der Bohrer Daumendick sein und ca 30cm lang. Mindestens jedoch von kleinem Finger bis Daumen bei ausgespreizter Hand. Ein Ende schön rund zum Bohren und ein Ende spitzt für das Lager im Wiederlager. Die umlaufende Kerbe war in der Theorie eine gute Idee. In der Praxis allerdings echt mies. Der Bohrer muss aus trockenem aber festem Holz sein. Also Totholz suchen!

Das Wiederlager

Ich habe Totes Holz verwendet. Doch auch Frisches kann man nehmen. Hauptsache, es liegt gut in der Hand und ist eher hart. Es sollten mindestens 3 mal neue Löcher für den Bohrer gemacht werden können. In das Wiederlager gehört ein kleines Loch, welches die Spitze des Bohrers aufnimmt, damit der Bohrer sicher an Ort und stelle gehalten wird. Dieses wird einfach mit der Messerspitze hineingeschnitten.

Das Bohrbrett

Das gute Stück sollte ca 2cm dick sein. Wichtig ist, dass es gut auf dem Boden liegt und nicht wackelt, wenn man es mit einem Fuß fixiert. Ein Loch für den Bohrer wird vorgeschnitten. Dabei ist die Mitte etwa 1,5 fache Bohrerdicke vom Rand entfernt. Dies sorgt für Sicherheit beim Bohren. Denn sonst hat der Bohrer keinen sicheren Halt.

Die Kerbe wird erst nach dem Einlaufen eingeschnitzt! Dazu spannt man den Bohrer in den Bogen, setzt ihn am Brett an und legt das Wiederlager auf. Langsam beginnt man nun mit dem Bohren und lässt alles einlaufen. Ist der Bohrer im Brett eingelaufen, wird die Kerbe eingeschnitzt.

Andere Varianten für Bohrbretter…

  • Das Bohrloch an einer Stirnseite, vereinfacht eine oberflächliche Kerbe, wenn es an Zeit oder geeignetem Messer mangelt.
  • Ein Bohrloch, welches vorgebohrt wird und dann von der Gegenseite durchgebohrt wird. So sammelt sich der Staub im unteren Loch und speichert die Hitze effektiver, als in einer seitlichen Kerbe.
  • Zwei Äste aneinandergeknotet und beidseitig gebohrt. Hier sammelt sich der Staub wieder im unteren Loch.

Die eigentliche Arbeit

  • Den Bohrer in den Bogen einspannen. Dabei gehört er auf die Aussenseite des Bogens und nicht zwischen Sehne und Bogen!
  • Der Bohrer wird mit Bogen in das Bohrbrett eingesetzt und mittels Wiederlager fixiert.
  • Die starke Hand führt den bohrer. In die andere gehört das Wiederlager. Diese Hand wird eingeknickt und der Daumen muss am Schienbein anliegen. So wackelt nichts und kaum Kraft wird benötigt.
  • Anbohren und alles einlaufen lassen!
  • Die Kerbe in das Bohrbrett schnitzen, den Bohrer ggf noch einmal leicht nach schnitzen. Spannung im Bogen kontrollieren.
  • Jetzt muss alles bereit sein! Material fürs Feuer, Zunder in Position! Der Zunder kann z.B. unter dem Bohrbrett sein. Unter die Kerbe und dem Bohrloch ein Blatt oder Brettchen legen, dass den Bohrstaub auffängt.
  • Alles in Position? Dann beginnt das Bohren. Langsam und mit Druck. Die Kerbe fängt an, sich mit Bohrstauf zu füllen. Sie muss voll sein und dann gerne überquellen. Wenn es bereits jetzt qualmt, ignoriert das!
  • Die Kerbe ist voll? Nun gilt es den Druck auf den Bohrer zu erhöhen und dran zubleiben. Lange und schnelle Züge! Auf keinen Fall kurze Züge mit dem Bogen. Lang und gleichmäßig ist besser als kurz. Bohrt nun schnell, lange und mit Kraft.
  • Nach einem Endspurt, nehmt vorsichtig den Bohrer weg und beobachtet den Qualm. Maximal langsam mit der Hand Luft zu fächern. Pusten ist nicht nötig. Bleibt ruhig. Qualmt es nach ca 30 Sekunden immer noch? Herzlichen Glückwunsch.
  • Noch etwas warten! Dann sanft den Bohrstaub aus der Kerbe lösen (mit dem Messer o.ä.) und in den Zunder übertragen.
  • Hier geht es nun weiter!

Der wichtigste Punkt: ÜBEN UND EXPERIMENTIEREN! Folgt keinem Kanon;-)

Wassergewinnung – Birkensaft

Zur richtigen Jahreszeit, ist die Wassergewinnung aus einer Birke eine der besten und zuverlässigsten Methoden, an Wasser zu kommen. Dabei schmeckt das Wasser aus der Birke süßlich und aromatisch. Gleichzeitig ist die Birke durch ihre Wurzeln ein natürlicher Wasserfilter. Lediglich in chemisch belasteten Gebieten, würde ich mir den Genuss überlegen.

Was ist die richtige Jahreszeit?

Die Antwort ist recht simpel. Das Frühjahr ist die beste Zeit, den Saft zu zapfen. Zu Beginn des Blattaustriebes bis der Baum fast vollständig und fertig belaubt ist, lässt sich der Saft hervorragend zapfen.

Was ist zu beachten?

Zu aller erst gilt es zu beachten, dass ihr wirklich eine Birke anzapft! Aber alleine die bekannte weiße Rinde, ist ein allseits bekanntes Merkmal. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich zunächst damit beschäftigen. Dazu kann ich nur die Seite: www.baumkunde.de empfehlen. Dort findet ihr auch die Birke.

Als gelernter Baumschulgärtner, bin ich ein Gegner des Sammelns am Stamm. Ich halte einen sauberen Schnitt an einem Ast, den der Baum problemlos verkraften kann für sinnvoller. Ein unnötiger Schnitt am Stamm führt zu einer Wunde, die Eintrittspforte für verschiedenste Krankheiten und Fäulnis werden kann. Das Abtrennen eines Astes, ein ganzes Stück vom Stamm entfernt, führt zu einer Abschottung und das Problem wird auf einen sehr kleinen Bereich eingedämmt. Gleichzeitig, erntet nicht zu viel von einem Baum. Lieber mehrere Bäume nutzen, als viele Äste an einem zu beschneiden, nur um den Saft zu gewinnen!

Welchen Ast und wie schneiden?

Ich bevorzuge Äste von etwa fingerdicke. Im Optimalfall sind sie ohne großen Aufwand zu erreichen.

Der grüne Pfeil markiert den Zweig am Ast, den ich für den weiteren Wuchs des Astes vorgesehen habe, bevor ich schneide. Er ist gesund und führt den Wuchs des Astes im Verlauf der nächsten Jahre ohne Probleme fort.

Der Rote Strich zeigt, wo ich schneide. Ja, im Gegensatz zur gängigen Praxis im Garten lasse ich hier ein paar Zentimeter Ast stehen. Diese dienen der birke zum effektiven Abschotten der Wunde und verhindern, dass eine Fäule tief in den Ast einzieht und meinen Zweig langfristig doch absterben lässt.

Der schnitt muss sauber geführt werden. Ob mit einer Ast- oder Rosenschere, einem Messer oder einer scharfen Säge. Achtet beim Genuss zapfen bitte auf scharfes Werkzeug und darauf, die Bäume möglichst wenig und nicht unnötig zu schädigen. Schließlich wollen wir noch lange etwas von unserer Natur haben und auch andere genießen lassen!

Für mich ist hier eine scharfe und saubere (!!!) Rosenschere das Mittel der Wahl.

Der Schnitt ist gemacht und nun?

Jetzt kommt der Moment. Führt der Baum genügend Wasser? Wenn ja, dann beginnt der Saft zu fließen. Dafür habe ich schon vor dem Schnitt mein Gefäß zum auffangen in die Nähe gehängt.

Der topf hängt unter dem Schnitt und nun heißt es Warten. wie lange? Das hängt vom Wasser im Boden, dem Zeitpunkt des Zapfens und der Birke ab.

Geht einfach raus und probiert es selbst!

Stay on Lynx-Trail.de