„Feuerzeug“

In diesem Beitrag möchte ich einmal Zug für’s Feuer besprechen. Oder: Womit können wir ein Feuer draußen entzünden.

Direkte Flammenerzeuger

Direkte Flammenerzeuger sind jene Geräte, die sofort eine Flamme entzünden. Darunter Fallen Feuerzeuge und Streichhölzer.

Feuerzeuge werden entweder mit Benzin oder Gas betrieben. Sie sind sehr unempfindlich und geben uns eine langanhaltende Flamme. Die Nachteile von Feuerzeugen sind recht simpel. Die meisten sind windanfällig. Die, die nicht windanfällig sind, werden elektronisch gezündet, was uns viel Raum für Gas nimmt. Oder es sind die klassischen Benzinfeuerzeuge. Letztere halte ich nicht für empfehlenswert, weil sich das Benzin verflüchtigt. So kann ich die Feuerzeuge nicht lange lagern. Also bleiben uns nur noch die Gasfeuerzeuge mit Reiber. Sie schlagen Funken mittels Auermetall. Das gleiche Metall, aus dem unsere tollen Funkenstäbe sind. Sind sie leer und enthalten kein Gas mehr, so haben wir immer noch Funken! Die Feuerzeuge müssen nur gegen unbeabsichtigtes Gas ausströmen gesichert sein und dann halten sie ewig. Achtet nur auf hochwertige Feuerzeuge, denn im laufe langer Zeit (Jahre) können günstigere Gas durch den Kunststoff verlieren. Bei einem EDC wäre dies schon blöd. Endlich nach all den Jahren des Herumtragen kann man es endlich gebrauchen und dann ist das Feuerzeug leer.

Streichhölzer sind da schon besser zu lagern. Sie sind nur kürzer in der Flamme und wenn sie erlöschen kann man sie nicht noch einmal anmachen. Andererseits lassen sie sich, wenn man es richtig macht, ewig lagern und auch wasserdicht machen. Sei es durch Verpackung oder durch imprägnieren mit Wachs. Dann gibt es noch verschiedene Varianten. Mit langem Schwefelkopf bei viel Wind, oder der Fähigkeit, an jeder rauen Oberfläche zünden zu können etc. Ein paar sind als Letzte Chance sicher nicht verkehrt im EDC. Aber sie müssen entsprechend vorbereitet oder Verpackt sein.

Das ewige Streichholz ist ein Zwitter. In einem dichten Container aus Edelstahl befindet sich Watte. Ein Edelstahl Stab ist eingeschraubt und kann entnommen werden. In dem Container ist Benzin. An dem Stab ist ein Auermetall und eine Lunte. In dem Container saugt sich die Lunte voll. Schraubt man den Stab heraus, kann man mittels des daran befestigten Auermetalls die Lunte entzünden und das Benzin verbrennt über einen längeren Zeitraum. Hat man sein Feuer entzündet, Lunte ausblasen und den Stab zurück in den Container, wo er sich wieder mit neuem Benzin vollsaugt. Durch Dichtungen und den Schraubverschluss, kann kein Benzin entweichen und das ewige Feuerzeug hält wirklich ewig. Wenn es leer ist, hat man immer noch ein Auermetall und die Lunte die sich zum glühen bringen lässt. Damit lässt sich auch noch ein Feuer entzünden.

Meine Feuertasche

Ja, sie wurde auch mehrfach geändert. Aber nicht nur von mir!


Je nach Tour, nehme ich gerne meine Tasche mit. Sie ist ein altes selbst genähtes Schmuckstück, dass ich mal geschenkt bekommen habe. Sie dürfte sogar älter sein, als ich. Aber ich halte sie genau deswegen in Ehren! Andererseits ist sie auch zu groß für lange Touren und ich nehme nur Teile mit. Aber in ihr habe ich mein Feuer Zeugs zusammen.

Der Inhalt… (ganz links ist ein Auermetallstab mit Hirschgeweih als Griff)
Klassiker!

In einer kleinen Ledertasche führe ich eine Dose, Feuerstein und den Striker.

Die Dose enthält verkohlten (Baumwoll-)Stoff. Wenige Funken bringen diesen Vorbereiteten Stoff zum Glühen und aus Glut wird Feuer. Gleichzeitig dient die Dose dazu, weiteren Stoff zu verkohlen.

Charred Cloth oder verkohlter Stoff

Die Herstellung ist sehr simpel! Reine Baumwolle, oder anderer Stoff aus 100% Naturfaser wird in kleine Stücke geschnitten. Die Dose muss aus Metall sein und vorher mittels ordentlichem ausbrennen von jeglichem Kunststoff und jeder Beschichtung befreit werden. Dann wird ein Loch mit einem kleinen Nagel in den Deckel geschlagen.

Ist die Dose vorbereitet, wird sie mit den Stoffstücken vollgestopft und Verschlossen. Nun legt man sie mit dem Loch nach oben in das Feuer. Nach einiger Zeit steigt rauch auf. Das ist gut. Nach dem der Rauch verschwunden ist, empfehle ich noch einen Moment zu warten, ehe man sie aus dem Feuer nimmt. Ist sie aus dem Feuer entnommen, muss das Loch abgedeckt werden, so das kein Sauerstoff eintreten kann. Ich drehe sie dazu schlicht um. Nun heißt es abwarten und abkühlen. Wird die Dose zu früh aus dem Feuer genommen, nimmt der Stoff die Funken nicht an. Wird sie zu früh geöffnet, entzündet sich der Stoff wieder und verglüht. Lasst Euch also Zeit! Für die Herstellung plane ich noch einen eigenen Beitrag, bei welchem ich auch verschiedene Materialien zum verkohlen sammeln und probieren möchte.

Eine kleine Kiste voll mit Bushcrafters Gold: Kienspan!

Kienspan ist der Begriff für Kiefernholz, welches voll mit Harz ist. Das geht aber auch mit Fichte, Tanne, Pinie, Douglasie etc. Für Kienspan folgt ein eigener Artikel!

In Baumwolltuch eingeschlagene Birkenrinde. Doppelter Nutzen!
Baumwolltücher und Paracord

Ich denke, das Baumwolltuch ist selbsterklärend. Die Paracord dient der Herstellung von Feuerbohr Sets

Das kleine Feuerzeug

Im kleinen Lederbeutel verbirgt sich noch mal ein kleines Set. Den Beutel stopfe ich dann schon in meinen Rucksack bei jeder Tour!

Verschlossen wird er mit einem Stück Paracord. Lang genug, um auch eine Bogensehne für den Feuerbohrer zu geben.

Verschiedene Hilfsmittel

Baumwollstoff zum verkohlen, Tampons als Zunder, kleine Feuersteine und ein dickes, saftiges Stück Kienspan. Mein Trick bei diesem Set ist, dass ich den Klingenrücken meines Moras mit den Feuersteinen verwende. So spare ich mir den Schläger!

Nochmal etwas Stoff und Reste eines Tampons. Man muss ja nicht mehr nehmen, als nötig!

Die Dose ist selbst erklärend. Nur eben kleiner als in der großen Tasche. Die Schnur ist gewachst. Wenn ich mal eine art kleine Kerze benötigt, kann ich sie entzünden (auch wenn es mit diesem Kit etwas umständlich ist) und die Flamme übertragen.

Brandbeschleuniger…

In einem Lederbeutel (wieder mit Wachsschnur) bewahre ich dann Birken und Kirschrinde auf.

Wasserfilter 2 – Marke Eigenbau

Was wir benötigen

  • Kies (kleinere Steine, aus einem Bach- oder Flußbett etc.)
  • Sand (es geht beinahe jeder mineralische, feine Boden. Wichtig ist, dass er nicht zum verkleben neigt, wie z.B. Lehm)
  • Fasermaterial (trocken oder frisch, Farn, Gras, Stoff etc)
  • Holzkohle
  • Ein Gefäß (z.B. PET – Flasche, in Holz Stamm gebrannt, oder oder oder)

Vorbereitung des Gefäßes

Die Hände wurden freundlicherweise von meiner Freundin zur Verfügung gestellt, damit ich fotografieren konnte.

Der Boden wird abgetrennt. Dadurch entsteht auch eine Schöpfkelle oder ein Trinkgefäß etc.
Etwa 2 cm unter dem Schnittrand, werden zwei gegenüberliegende Löcher in das Gefäß gestochen
Alles ist vorbereitet. Okay, ein Foto habe ich vergessen zu machen. ein kleines Loch für das Wasser muss noch in den Deckel gebohrt werden.

Die Füllung

Fasermaterial wird als unterste Lage feste in die Flasche gestopft. Keine Bange, zu fest geht nicht!
Die Kohle ist nun grob zerstoßen, sollte jedoch von kleinen Partikeln befreit werden! Diese ververfäben das Wasser sehr lange. Also größere Teile heraus sammeln, Staub fortpusten.
Kohle rein stopfen und direkt eine weitere Schicht Fasermaterial als Trennschicht! Beides ordentlich feste stopfen. Zu feste geht nicht!
Sand und Fasermaterial hinterher! Und wieder: Feste stopfen!
Zu guter letzt: Kies! Der wird mal nicht gestopft. Dann noch nach oben platz lassen, damit man Wasser einfüllen kann.

So weit, so gut. Doch das ist nicht alles! Das Fasermaterial dient als Trennschicht und die unterste Lage noch als letzter Feinfilter. Je sauberer Kies und Kohle sind – hier haben feine Stäube und Sandkorngroße Stücke NICHTS verloren- desto sauberer wird später das Wasser.

Der Probelauf

Links: gekauftes Trinkwasser, welches NUR zum Vergleich zwischen Schmutz und gefiltertem Wasser dient.
Mitte: Gefiltertes Wasser
Rechts: Das Ausgangswasser…

Fazit

Bei meinem Bau war ich bei der Kohle ein wenig unsauber und diese Partikel sah man hinterher eindeutig im gefilterten Wasser. Aber: Kohle schadet wenigstens nicht 😉 Dennoch: selbst mit diesem nicht 100% sauberen Wasser, lässt sich besser arbeiten, als mit völlig unsauberem. Dennoch ist die Auswahl des Verwendeten Wassers enorm wichtig. Nach diesem Filter ist immer noch zu beachten, dass es noch desinfiziert werden muss, bevor es genießbar ist. Chemikalien sind immer noch bedenklich.

Ferner, kann ich mit diesem Filter aufbauen und immer saubereres Wasser erzeugen, womit ich meinen Kies besser reinigen kann, die Kohle auswaschen, lose Teile entfernen, alles abkochen und so stück für Stück bessere Rohmaterialien für meinen Filter herstellen, bis ich schließlich am Optimum für diese Umstände angekommen bin!

Wasserfilter

Das möchte nun niemand ‚genießen‘

Wasserfilter sind ein schier unüberschaubares Gebiet geworden. Von kleinen Filtern bis zu Filter für große Gruppen oder gar in Katastrophen Gebieten. Es erfordert einige Zeit, sich in dieses Thema einzuarbeiten. Stück für Stück möchte ich auch hier immer mal wieder Details zu diesem Thema vorstellen. Denn Wunderwerke sind sie alle nicht. Jeder hat seine Vor- und Nachteile. Bedenkenlos einsetzbar ist kaum eines der mobilen Geräte. Es gibt entsprechende Filterstationen beim Katastrophenschutz, doch diese sind LKW Anhänger groß und werden von Fachkräften bedient. Einfach blind auf einen Wasserfilter zu vertrauen, ist nicht empfehlenswert und kann in Infektionen enden.

*Aufgrund der vielfältigen Chemikalien und Ursachen, kann hier keine sichere Auskunft gegeben werden.
** Mittel wirken gegen lebende Organismen, wie z.B. Protozoen, Bakterien und Viren. Nicht jedoch gegen die Verschmutzung.
*** Starke Verschmutzung könnte ggf. die Wirkung der Mittel einschränken und sie sind hier unsicher.

Angaben von verschiedenen Herstellern zusammengetragen.

Die Tabelle soll einen Überblick über die Vor- Und Nachteile verschiedener Systeme zeigen. Daraus muss sich jeder sein persönliches System heraussuchen.

Große Auswahl, doch was nehmen?

Es gibt keine Eier legende Wollmilchsau! Wie die Tabelle oben aufzeigt, gibt es sehr viele Gefahren und Verunreinigungen im Wasser. Das führt zu simplen Tatsachen:

  1. Grobe Verschmutzungen, wie Partikel und Dreck müssen entfernt werden
  2. Feinere Partikel, Schwebeteilchen müssen entfernt werden
  3. Protozoen und Bakterien müssen entfernt bzw. unschädlich gemacht werden
  4. Viren müssen entfernt oder unschädlich gemacht werden
  5. Chemikalien müssen entfernt werden.

Wie bereits erwähnt, sorgen wir durch eine gute Auswahl des Wassers bereits für bessere Qualität und eine grundlegende Sicherheit, doch endgültige Gewissheit geben uns nur wenige Dinge.

Endgültige Sicherheit erhalten wir nur durch Kenntnis von den Gefahren und wie man sie ausschließen oder ausmerzen kann. Fangen wir mal hinten an.

Chemikalien

Hier sind die Verschmutzungen gut sichtbar. Später im Fluss nicht mehr!

Chemikalien sind das schlimmste, wenn es um das Ausfiltern geht. Oft geruchsneutral und unsichtbar, schleichen sie sich in unser Wasser, ohne das wir es merken. Hier schützt uns zunächst wirklich gute Auswahl des Wassers. Herausfiltern lassen sich Chemikalien jedoch auch. Wie die Tabelle oben zeigt, hilft dort jedoch nur Aktivkohle. Dabei handelt es sich um gereinigte und aufgearbeitete Kohle. Diese hat die Eigenschaft, gewisse Stoffe zu binden. Der Nachteil bei Aktivkohle ist jedoch, dass sie irgendwann voll ist und dadurch wirkungslos wird. Bei brackigem Wasser führt Aktivkohle auch zu deutlicher Geschmacks und Geruchsverbesserung. Bei solcher Art belastetem Wasser, merkt man der Aktivkohle an, wenn sie ausgetauscht werden muss. Dies äußert sich in Geruch und Geschmack. Bei Chemikalien ist dies meist nicht der Fall. Somit kann ein defekter oder zugesetzter Aktivkohlefilter möglicherweise nicht auffallen. Hier hilft nur auf Nummer sicher gehen und regelmäßig austauschen!

Schadorganismen

Viren, Protozoen und Bakterien sind mechanisch ausfilterbar. Doch Viren sind schon wegen ihrer geringen Größe ein großes Problem. Auch hier, kann jeder Filter Versagen und wir bemerken es nicht. Was hier möglich ist, findet man zuverlässig bei den Herstellerangaben.

Die Sicherheit bekommen wir jedoch durch verschiedene Techniken und Mittel hin. In klarem Wasser ohne Schwebeteilchen, helfen UV-Geräte sehr zuverlässig. Sie haben den großen Vorteil, schnell zu wirken (meist in wenigen Minuten) und den Geschmack nicht zu verändern. Ihre Zuverlässigkeit besteht in der aggressiven Wirkung von UV-Strahlen im Wasser. Dazu steckt man eine kleine Lampe in das Wasser und aktiviert sie. Nach meist 90 Sekunden, geht die Lampe aus und das Wasser ist genießbar. Durch das Leuchten der Lampe, ist auch gewährleistet, zu erkennen, ob sie noch funktioniert. Diese Geräte passen in die Hosentasche und benötigen Batterien. Vielleicht ihr einziger Nachteil.

Chemische Mittel, wie z.B. Chlor oder Silberionen können den Geschmack verändern, wirken aber ebenso zuverlässig, wie UV-Strahlung. Sie müssen jedoch richtig Dosiert werden und eine Wartezeit muss eingehalten werden, damit sie ihre Wirkung auch wirklich entfalten. Das Abschätzen dieser zeit kann schon mal schwierig werden. Aber man kann auch sehr großzügig bemessen und vorsorgen.

Der Klassiker ist jedoch das Abkochen. Sprudelnd kochendes Wasser tötet zuverlässig ab. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Wasser mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen muss. Je niedriger der Luftdruck ist, desto früher beginnt es zu sprudeln und der eigentliche Siedepunkt von Wasser ( nämlich 100°C) ist noch nicht erreicht. Dementsprechend muss in höheren Lagen die Kochzeit verlängert werden. Als Faustregel 3 Minuten auf Meereshöhe und je 1 Minute für je 150 Meter über dem Meeresspiegel.

Es gibt leider jedoch einige wenige echte Überlebenskünstler unter den Schadorganismen, die sogar diese Prozeduren überstehen können. Wobei ehrlicher Weise, das Risiko äußerst gering ist, diese Organismen zu erwischen. Ich möchte dies hier nur der Vollständigkeit halber nennen.

Das Grobe: Die Partikel

Partikel sind wohl das angenehmste, um von uns entfernt zu werden. Das können Sedimente vom Gestein oder organische Teile sein. Wirklich grobe Verschmutzung können wir sogar mit unserer Kleidung heraus filtern. Und je kleiner diese Partikel werden, desto feiner muss eben unser Filter sein. Dies stellt jedoch gar kein Problem dar. Jeder noch so billige Filter kann das! Was jedoch nicht vergessen werden darf, dass es auch noch andere, gefährlichere Dinge im Wasser gibt!

Welches System nehmen (ein Beispiel)?

Im Folgenden möchte ich meine Gedanken zu einem System für die Wasseraufbereitung vorstellen. Wichtig ist jedoch, dass ihr bedenkt, das es lediglich meine Präferenzen wiederspiegelt und jeder andere Prämissen hat. So kann ein einfacher Lifestraw völlig ausreichend sein, während der Trekker in Asien einen aufwändigen Pumpfilter bevorzugt.

Ich möchte ein System, dass

  • wenig Pflege bedarf
  • keine empfindlichen Teile hat
  • Technisch einfach ist
  • keine Ersatzteile benötigt

Damit sind sämtliche Pumpsystemefür mich persönlich raus. Sie sind voluminös, benötigen Wartung und Pflege, sowie Ersatzteile. Darüber hinaus weisen die meisten dieser Filter einen Keramikfilter auf. Sollte dieser Beschädigt sein, kann es sich um sogenannte Haarrisse handeln. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen, können dennoch Protozoen, Bakterien und Viren hindurchschlüpfen und die Probleme sind da. Nutze ich einen solchen Filter, möchte ich natürlich nicht noch zusätzlich desinfizieren… Das führt zu keiner Rückfallebene.

Alles was ich auf Tour benötige

Somit bleiben mir Schwerkraftfilter. Ein Gefäß wird mit Wasser befüllt, der Filter aufgeschraubt, das ganze verkehrt herum aufgehängt und nun heißt es warten. Da bieten sich Pausen ohnehin an. Als ich mich für ein System entschieden habe, gab es nur 0,2 Micron beim Sawyer Mini. Für mich kein Problem. Katadyn Micropur in flüssig dabei und egal, was durch meinen Filter flutscht, Chlor tötet es. Den Chlorgeschmack kann man ertragen oder übertünchen. Der Nachteil des Sawyer ist, dass er das Wasser nur bis 0,2 Micron sicher Filtert. Das bedeutet aber auch, dass nur Viren es durch den Filter schaffen. Bei sachgemäßer Verwendung und darauf Achten, dass er nicht einfriert, kann er eigentlich nicht kaputt gehen. Diesen Filter kann ich mir einfach unter die Jacken stecken und er friert nicht ein. Einen Pumpfilter, bekomme ich da kaum unter.

Eigentlich nicht kaputt gehen? Nun, er funktioniert simpel. Durch dünne und poröse Kunstfaserschläuche wird wird das Wasser geleitet und durch die Poren fließt das Wasser, während Partikel über 0,2 Micron abgefangen werden. Mittels Spülen mit sauberem Wasser in umgekehrter Richtung, werden diese Partikel später ausgepresst und der Filter ist wieder sauber. Sein Innenleben kann jedoch auch reißen. Im Gegensatz zu Partikeln, sind diese Wesen für unser Auge unsichtbar. Bleibt das Wasser nach dem Filtern optisch verschmutzt, so muss der Filter ersetzt werden. Da ich bei diesem Filter jedoch keine Viren entfernen kann, muss ich den Schritt gehen und diese bekämpfen. Alle dazu verwendeten Mittel lösen jedoch auch mein Problem mit den größeren Schadorganismen, wodurch ich sicheres Wasser erhalte.

Achte ich noch dazu auf meine Wasserquelle, so laufe ich damit hervorragend. Eine alternative zum Micropur ist auch noch das abkochen. UV Geräte finde ich auch nicht schlecht, aber das bedeutet weitere Elektronische Geräte mit zuführen und weitere Ersatzbatterien.

Begegnungen am Wegesrand – Man darf auch mal Opportunist sein!

Eine der wichtigsten Verhaltensweisen in der Natur, ist für meinen Geschmack Opportunismus. Damit meine ich, nutzen und sammeln, wenn ich es kann. Frei nach unseren Vorfahren, den Jägern und Sammlern. Bei einer einfachen Wandertour ist es nicht so wichtig. Aber für zukünftige Projekte oder den Vorrat zu Hause ist es gar nicht so schlecht, immer mal wieder Materialien oder Rohstoffe auf Tour zu sammeln. So kann man immer einen kleinen Vorrat auf Touren oder Unternehmungen mit nehmen und auch mal eine spontane Trainingseinheit kann man zu hause durchführen.

Ein netter Wasserfall. Wenn die Jahreszeit stimmt, für uns Opportunisten bestenfalls für eine Dusche geeignet. (Allerdings bitte ohne Seife, aus Rücksicht auf die Gewässer!)

Ferner sorgt diese Angewohnheit auch dafür, dass man beispielsweise bewusster mit seinem Wasservorrat umgeht und diesen möglichst oft wieder auffüllt. Speziell bei Wasser hat dies einen Vorteil. Ich nutze bevorzugt bei Touren flüssigen Wasserentkeimer. Dieser hat jedoch eine Wirkdauer, ab welcher das Wasser ‚keimfrei‘ getrunken werden kann. Fülle ich nun das Wasser regelmäßig auf, kann immer wieder eine kleine Menge entkeimen, während ich immer noch genügend Trinkwasser zur Verfügung habe.

Verführerischer Bach? Ein Bild weiter zeigt, was ohne Aufklärung des Bachlaufes verborgen geblieben wäre.
Was auf dem Bild nicht zu erkennen ist, der Reifen liegt im Wasser, welches weiter unten klar und deutlich verführerisch fließt. Aufklärung und die Suche nach der Quelle ist hier keine Verschwendung. Denn oberhalb der Quelle ist nichts zu finden, was das Wasser kontaminieren könnte und so können wir unverzüglich größere Mengen an sofort nutzbarem Wasser an der Quelle gewinnen.
Beinahe unendlich viel Trinkwasser wartet auf unsere Nutzung!

Bei Zunder verhält es sich ähnlich. Je nach Zunder, ist ein gewisser Trocknungsgrad von Vorteil. Klar, Birken- und Kirschrinde brennt auch im nassen Zustand, doch Nutzen wir Samen (von z.B. Disteln), Rohrkolben oder Gras, geben wird dem Zunder Zeit zum trockenen, wenn wir ihn richtig lagern. Dazu stecke ich ihn mir je nach Witterung unter die Kleidung. Dabei achte ich jedoch darauf, nicht zu viel Feuchtigkeit in meine Schichten zu bringen und gleichzeitig, dass mein Schweiß den Zunder nicht befeuchtet. Besonders bei totem aber feuchtem Gras als Zunder, ist somit ein frühes Sammeln am Tag besser, weil es so in den Kleidungsschichten noch etwas trocknen kann. Und hierbei ist jedes bisschen mehr Trockenheit ein wertvoller Vorteil.

Auch nass und innen völlig verfault, ist Birkenrinde äußerlich noch intakt und als Zunder sofort verwendbar! Aber hier alles ernten?

Mach es sofort und richtig!

Ihr seht also, dass der Vorteil darin liegt, Dinge sofort zu tun und zu erledigen. In der Natur und speziell im Survival bedeutet dies Energie sparen. Verschwenderisch können wir in unserem Alltag sein. Nicht jedoch, wenn es um unser Überleben geht. Dann bedeutet jeder kleine Vorteil eine höhere Chance zu überleben.

Immer wieder Samen sammeln, sorgt dafür, dass wir uns nicht plötzlich mit der Situation konfrontiert sehen, viel auf einmal sammeln zu müssen und damit viel Zeit zu verbringen.

Vorteile für Natur und Umwelt

Ebenso wie Birkenrinde ist auch Kirschrinde ein hervorragender Zunder. Sie ist nur nicht so bekannt.

Sammeln wir regelmäßig auf Tour immer mal wieder kleinere Mengen, benötigen wir nirgends größere Mengen und am Ende haben wir eine große Menge an gesammeltem Material. Samen bleiben so vor Ort erhalten und gerade Wildkräuter, die sich durch Samen vermehren, sind im Bestand sicher. Birken- und auch Kirschrinde können wir vom lebenden wie toten Baum gewinnen. Beide Rinden lassen sich auch von bereits morschem Totholz am Boden oder gar stehend gewinnen. Hier bevorzuge ich auch nur eine eingeschränkte Nutzung der Menge, weil in dem Holz noch Insekten und anderes Getier lebt. Ich mag ja auch nicht, wenn man mein Dach vom Haus reißt. Bei Lebenden Bäumen kann man ohne Messer bedenkenlos die oberen in leicht abstehenden Rindenlocken abzupfen.

Wasser

Eines der großen Kernelemente für unser Überleben ist Wasser. Warum ist das so? Natürlich ist den meisten die Faustregel bekannt, dass der menschliche Körper zu mehr als 70% aus Wasser besteht. Das wir Menschen durch unsere Schweißdrüsen Wasser verlieren ist wohl auch jedem bekannt.

Doch das sind nicht unsere einzigen ‚undichten Stellen‘ durch welche wir Wasser verlieren. Betrachten wir die Regel der 3 (3 Sekunden unachtsam, 3 Minuten ohne Luft, 3 Stunden ohne Isolation, 3 Tage ohne Wasser, 3 Wochen ohne Nahrung…), so stellen wir fest, das wir durch Dehydrierung, also Wasserverlust, schneller sterben, als ohne essen. Alleine deswegen stellt Wasser eine unserer höheren Prioritäten dar. Als höchste Priorität gilt das, was als erstes tötet.

Welche Stellen dehydrieren uns denn nun?

Die Antwort ist denkbar einfach: Fast alles! Beinahe jede noch so kleine Funktion unseres Körpers benötigt Wasser. Selbst beim atmen, verdunsten wir Wasser in unseren Lungen. Dieser Effekt ist bei Kälte gut zu beobachten. Die kleinen Wolken vor unseren Mündern und Nasen. Dazu Schwitzen, Essen, Verdauen und sogar unser Stuhlgang benötigt Wasser. Eigentlich geht unser Organismus sogar sehr verschwenderisch mit diesem Rohstoff um. Benötigen wir meist nur etwa 2 bis 3 Liter pro Tag, kann diese Menge sehr schnell das Doppelte bis gar das Dreifache erreichen. Je nach Temperatur und Tätigkeit.

Was können wir tun?

Prinzipiell müssen wir uns (zumindest) derzeit in den nördlichen Regionen der Welt keine echten Gedanken um das Verdursten machen. Dennoch ist Vorsorge besser, als Nachsorge und so sollten wir uns in einer Überlebenssituation frühest möglich Gedanken um unseren Wasserhaushalt machen. Der erste Schritt ist hier denkbar einfach: Möglichst wenig Wasser aus unserem Körper Verschwenden. Dazu sollten wir zunächst das Schwitzen vermeiden. Folglich heißt es geeignete Kleidung wählen und die Kleidung, die wir dabei haben möglichst effektiv wählen. In Bewegung lieber dünner, dafür dicker, wenn wir ruhen. Auch durch das Sprechen verlieren wir viel Wasser als Verdunstungsfeuchte aus unseren Lungen. Da wir Atmen müssen, können wir hier nicht sparen. Doch das reden beispielsweise können wir auf ein Minimum beschränken. Auch unsere Fortbewegung können wir ebenso wie Arbeiten auf ein notwendiges Minimum beschränken. Oder aber es in kühlere Tageszeiten verlegen, so lange kein dringender Grund dafür spricht.

Bin ich dehydriert?

Die Frage lässt sich leicht beantworten! Zunächst einmal, verfärbt sich früh der Urin sehr dunkel und beginnt sehr unangenehm zu riechen oder zu stinken. Dann sind weitere folgen Kopfschmerzen und auch Schwindel kann später einsetzen. Der Stuhlgang wird zunehmend härter und in der Folge auch unangenehmer. Ein Schnelltest kann sein, dass man mit zwei Fingern ein Stück Haut greift und diese etwa 0,5 bis 1cm anhebt. Zieht sich die Falte nicht schnell zurück, sondern nur langsam, ist dies ein gutes Zeichen für Wassermangel im Körper. Bereits 1% Wassermangel kann zu Leistungseinbußen führen. Das sing gerade einmal 800g (also 800ml Wasser) bei einer 80kg schweren Person.

Wasser – aber woher?

Im Survival Bereich gibt es viele Techniken der Wassergewinnung. Im Laufe der Zeit, werde ich hier noch viele vorstellen. Aber erst einmal möchte ich hier nur eine grundlegendes Verständnis für diese Thematik schaffen. Daher betrachte ich in diesem Beitrag zunächst nur offene Gewässer.

Offene Gewässer?

Wem der Begriff nichts sagt, oder wer nur eine grobe Vorstellung hat, der Begriff ist einfach erklärt. Offene Gewässer sind sämtliche oben offene Gewässer, die wir finden. Bäche und Flüsse, Pfützen, Seen und das Meer. Ganz simpel oder?

Welche Gewässer sind nutzbar?

Grundsätzlich jedes, solange wir in der Lage sind, das Wasser entsprechend aufzubereiten. Aber genau hier, liegt unser großes Problem. Vor allem in der Nähe landwirtschaftlich genutzter Flächen, auch wenn diese eine größere Strecke Flussaufwärts liegen, ist die Belastung durch Nitrate, Pflanzenschutzmittel und Dünger sehr hoch. Natürlich kann man das Wasser trinken. Aber ich persönlich rate davon ab! Selbst moderne Wasserfilter tun sich sehr schwer, die chemische Belastung aus Wasser heraus zu filtern.

Wie finde ich brauchbares Trinkwasser?

Brauchbares Trinkwasser lässt sich auch in unserer Industrie- und Agrarlandschaft finden. Meistens ist unser großes Problem dabei, dass wir Wasser falsch bewerten. Ist es absehbar, das meine Überlebenssituation in kurzer Zeit vorüber ist, ich jedoch vorher verdursten würde, kann ich mit den Nachteilen von belastetem Wasser überleben und ggf. gesundheitliche Schwierigkeiten können durch moderne Medizin überwunden werden. Dies gilt jedoch nicht für alle Belastungen!

Grundsätzlich trinke ich nicht aus unbekannten Gewässern. Statt aus dem Fluss, suche ich mir lieber einen Zulauf, den ich möglichst bis zur Quelle verfolge, wo ich sicher sein kann, ob dort Belastungen sind oder nicht. Klares Wasser in Bewegung, ist immer dem stehenden und trüben Gewässer zu bevorzugen. Seen oder Teiche, die keinen Erkennbaren Zu- und ablauf haben, sind auch sehr zweifelhafte Quellen für Trinkwasser. Andererseits weisen sehr große und sehr klare Seen über ein eigenes Gewässerökosystem, welches Trinkwasser bietet. ABER: Landwirtschaftliche Flächen können das Wasser belasten. Beinahe bedenkenlos, können in Höhenlagen Fließgewässer verwendet werden. Je höher man (in den Bergen) ist, desto weniger belastet kann das Wasser sein und somit reicht es aus, auf sich bewegendes, nicht stehendes Wasser zurück zu greifen.

In Kürze:

– klares vor trübem

– fließendes vor stehendem

– möglichst bis zur Quelle folgen

– möglichst keine Landwirtschaft in der Nähe oder Hangaufwärts

– Geruchstest: Wasser sollte nicht riechen. Stark riechendes Wasser nicht trinken!

Mein Schlafsystem – Quick’n Dirty

Eine Nacht draußen in der Natur, soll möglichst komfortabel sein. Je schwieriger unsere Situation, wenn es zum Beispiel tatsächlich um unser reines Überleben geht, desto wichtiger wird für uns auch ein guter Schlaf. Natürlich geht es auch mal ohne. Aber wenn eine längere Zeit absehbar ist, gewinnt guter Schlaf eine ebenso große Priorität, wie Nahrung und Wasser.

Klingt simpel? Es kommt darauf an. Schließlich ist eine gute Nachtruhe auch ein ziemlicher Bonus auf einer Tour. Vor allem, wenn sie anstrengend ist. ‚The more you know, the less you carry!‘ (Mors Kochanski). Natürlich kann ich mir meinen Schlafplatz jedesmal neu errichten, doch das nimmt gerade auf einer Tour sehr viel Zeit in Anspruch. Bodenisolation, Dach über dem Kopf etc. Da verliert man dann schon einmal mehrere Stunden. Und da ich persönlich ein Anhänger der ‚Leave no Trace!‘ Philosphie bin und möglichst geringe Spuren hinterlassen möchte, werden die Bauten von mir auch am nächsten Morgen zerlegt. So kommt man einfach nicht weit, wenn man schlicht laufen will. Vor allem im Winter, wenn die Tage ohnehin schon kurz sind.

Einfache Lösung?

Meine ‚Pennrolle‘

Ja, die gibt es. Nimm alles was du brauchst mit. Was man wirklich braucht, ist jedem selbst überlassen. Aber auf ein Minimum können wir es herunter brechen: Nässeschutz, Bodenisolation und Kälteschutz. Da muss jeder für sich selbst seinen Weg finden. Meiner besteht aus einer Kombination, die sich für mich bewährt hat. Außen der Biwaksack der niederländischen Armee, darin eine Klymit Insulated Static V Isomatte und der Carinthia Defence 4. Das lässt sich mit ein wenig Geschick eng zusammenrollen und ist durch den Biwaksack sogar sehr gut geschützt. Selbst im strömenden Regen, kann ich das aufbauen und zum Schluss meinen Poncho mit Geschick darüber errichten, ohne ungeschützt im Regen arbeiten zu müssen. Dann rolle ich noch die Heringe und das Gestänge mit ein und fertig. Alles in einem Bündel.

Das Bündel wird nur ausgerollt…
…insgesamt 6 Heringe in den Bodengeschlagen…
… Gestänge einfädeln…
…fertig ist der grobe Aufbau…
…noch die Isomatte aufgeblasen. Falls Es regnet: Poncho drüber und drinnen bleibt es trocken.
Das gesamte Setup. Es ist simpel und eben schnell auf- und abgebaut.

Der Biwaksack bietet mehrere Möglichkeiten:

Ich kann ihn komplett schließen oder öffen (und alles dazwischen) oder aber ich zippe ein Moskitonetz ein. Habe ich kein Gestänge oder… mittig der Gestängeführung ist eine Lasche, in die ich eine Schnur knoten und den Biwaksack so nach oben aufspannen kann. Dabei könnt ihr ein Zweibein, Dreibein, einen Ast oder oder oder verwenden. Ganz so, wie ihr wollt oder es euch die Umstände zulassen.

Klingt zu gut?

Stimmt leider. Der Schlafsack ist zwar sehr warm und kann auch bis minus 15 °C als Komfort-Limit (Angabe des Herstellers) eingesetzt werden. Gefroren habe ich mit ihm noch nicht unterhalb der 0°C. ABER er hat keinen Wärmekragen und wenn man sich nachts bewegt, vergrößert sich das Luftvolumen im Schlafsack und vom Gesicht, an Hals und Oberkörper vorbei strömt kalte Luft. Das ist dann mal kurz unangenehm, erledigt sich aber auch schnell wieder. Alles in allem löst das System viele kleine Schwierigkeiten und ist eben auch super mit einem Tarp kombinierbar. Ehrlich gesagt hoffe ich, das System mal unter -10°C testen zu können. Aber ein weiterer leichter Schlafsack erweitert die Temperaturgrenzen nach oben und unten. So reicht ein leichter Sommerschlafsack im Sommer und ich schwitze mich nicht kaputt oder diesen noch zusätzlich in den Defence 4 und ich kann mich in noch kältere Gebiete wagen. Folglich ein modulares (durch den Biwaksack jedoch nicht sehr leichtes) Schlafsystem, das sich leicht an verschiedene Witterungen und Umstände anpassen lässt.

Zivilisation lässt sich nicht vermeiden: Rund um Wuppertal

Mein guter Freund Björn Eickhoff und ich haben uns spontan nicht einmal eine Woche vorher dazu entschlossen, den Wanderweg rund um Wuppertal zu gehen. Das sind schon ordentliche 103km. Der motivierte Plan war jedoch mitte November Freitags nach der Arbeit zu beginnen und die ersten Kilometer noch im Dunkel einer frühen Herbst Nacht zurück zulegen. Vor der Witterung hatten wir keine angst. Unsere bisherigen Micro-Adventures haben uns immer wieder gelehrt, was funktioniert und was nicht.

Sack und Pack

Sack und Pack…

Ich habe mich bei der Tour für meinen 45l Fjällräven Helags entschieden. Da wir keine Lust auf den Tarpaufbau hatten und lange laufen wollten, habe ich mich für mein Biwaksack-System entschieden. Das ist der Biwaksack der niederländischen Armee, darin eine Klymit Static V als Isomatte und mein Defence 4. Einen alten Bundeswehr Poncho nutze ich ohnehin lieber, als Membrane Klamotten. Damit lässt sich leicht ein Schrägdach errichten, so dass ich trocken in den Biwacksack schlüpfen, mein Zeug lagern und Kochen kann. So spare ich mir unnötige Ausrüstung.

Zum Kochen habe ich meine Bushcraft Essentials Bushbox mit einem Spirituskocher und einem No-Name Titan Pott benutzt. Aber was heißt Kochen? Morgens Porridge, also Haferflocken, eine Prise Salz und Banane mit kochendem Wasser übergießen und Abends Reis mit Bouillon… Über Tag Schokokekse, Reiswaffeln, Beef Jerkey und jeden Tag eine Banane. Das spart das Auspacken vom Kocher und das ganze Gerödel damit. Ansonsten nur noch ein wenig Bushcraft Zeug, wie mein Tomahawk, zum Einschlagen der Heringe. Zu guter letzt noch 2l Wasser in meiner Trinkblase und 2l Wasser in zwei Edelstahl Feldflaschen.

Alles gepackt.

Die Tour

Alles war gepackt, mein Feierabend da und es sollte losgehen. Doch es verzögerte sich alles ein wenig. So kamen wir erst um etwa 18:30 Uhr am Parkplatz an. Doch dann warfen wir uns im Dunkeln die Rucksäcke auf den Rücken, positionierten die Kopflampen und gingen los. Wieder erwarten benötigten wir die Lampen kaum. Gingen wir doch zunächst noch durch Wuppertal-Vohwinkel, überquerten die A 46 und dann endlich in die Wälder südlich von Wuppertal, während der Mond hell über uns schien. Nur gelegentlich machten wir uns Licht, um nach Wegweisern zu schauen und nicht zu weit vom Weg ab zukommen. Doch auch das war oft nicht nötig, da die Symbole stets sehr übersichtlich und eindeutig angebracht waren. So machten wir am ersten Abend knapp über 20km und waren wirklich guter Dinge, am nächsten tag an diese Leistung anknüpfen zu können, obwohl Björn seit einigen Tagen Knie Probleme hatte.

Spät abends hatten wir uns dazu entschlossen, in einer kleinen Schutzhütte am Wegesrand zu übernachten. So dass wir kein echtes Schlafsetup benötigten, sondern nur Schlafsäcke und Isomatten entrollten und schnell in die Säcke hinein krochen. Wie björn mir sagte, habe ich wohl bestens geruht und fleißig geshnarcht, während er am Eingang der Hütte keine Ruhe gefunden hatte und von zwei ‚Zwergen‘ beobachtet wurde. Die Zwerge waren dann die Silhouette zweier Bäume und Björns humorvolle Interpretation einer schlechten Nacht. Nach einem ordentlichen Frühstück und einem schönen Blick, schulterten wir wieder die Rucksäcke und es ging weiter.

Guter Morgen

Der Samstag

So gut es auch am Freitag ging, Samstag kamen wir erst spät los und kamen einfach nicht in den Trott. Björns Probleme mit dem Knie nahmen immer weiter zu und dann machte auch sein Oberschenkel immer stärkere Probleme, so dass wir uns dafür entschieden, die Tour zu beenden, bevor er ernsthafte Probleme bekäme. Doch das war erst am Abend und bis dahin hatten wir eine echt schöne Tour. An historischen Stätten wie z.B. einem alten Hammerwerk (mit Museum) im Morsbachtal. Mein Fazit für diese Tour: Man muss schon fit sein, es geht bergauf und bergab. Dennoch lohnt sie sich. Vor allem der wuppertaler Süden hat sehr viel schönes und Ruhe zu bieten.

Das geplante Übernachtungs Setup

Steinzeittechnik

Das Buch

Steinzeit Technik

Das Buch „Steinzeittechnik“ wurde von John Plant, dem Betreiber des Youtube Kanals „Primitive Technology“ verfasst. Er stammt aus einem Abgelegenen Teil Australiens und beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit diesem Thema.

Das Buch kostet 19,99 und ist im Riva Verlag in der ersten Auflage 2019 erschienen.

Kern des Buches sind selbstverständlich Steinzeittechniken, wie man sich aus Steinen und Stöcken grundlegende Werkzeuge herstellt und später über die eigene Hütte bis hin zur Schmiede alle möglichen Projekte mit lediglich diesen grundlegenden Werkzeugen errichtet.

Inhalt und Aufbau

Das Buch ist in Großen Kapiteln unterteilt.

– Grundlegende Werkzeugen

– Feuer

– Jagd

– Kleidung und Textilien

– Komplexere Werkzeugen

– Hütten

– Primitive Pyrotechnik

Die Kapitelübersichten sind stets in diesem Stil den Kapiteln voran gestellt: Doppelseitiges Foto, Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen

Diese Kapitel werden vom Autor in einzelne Bauprojekte unterteilt. Diese Unterteilung erfolgt sehr sachlich und auch clever. Die Bauanleitungen bauen sinnvoll aufeinander auf und man wird stets auf die Werkzeuge verwiesen, die man bereits hergestellt haben sollte, wenn man das Buch abarbeitet. Grundlegendste Werkzeug, der Hammerstein, wird als erstes vorgestellt. Dann folgen Äxte, Bohrer bis schließlich dem Rennofen zur Stahlverhüttung und einem Schmiedegebläse.

Die Anleitungen

Die erste, grundlegende Anleitung im buch: Der Hammerstein

Jede Anleitung ist wirklich gut gegliedert. Zuerst kommt die Überschrift, um welches Projekt handelt es sich. Dann folgt ein Text über Zweck und Verwendung. Sehr gut ist auch die Box für Werkzeuge und Materialien. Denn hier stehen sämtliche Materialien und vorher hergestellte Werkzeuge, die für dieses Projekt benötigt werden. Dann folgen Detailfotos oder Zeichnungen, um die einzelnen Arbeitsschritte zu demonstrieren und jedem Leser den Nachbau und das Üben zu ermöglichen. Dabei wirken die Seiten nicht gedrängt, sondern locker und übersichtlich. Neben jedem Foto oder jeder Skizze steht ein Text, in welchem eine Arbeitsanweisung steht. Die Anweisungen sind ebenfalls einfach und klar verständlich formuliert. Dabei wird auch die spätere Verwendung des Bauprojektes stets erörtert und der Hintergrund, sowie die Erfahrungen des Autors erörtert. Mein einziger Kritikpunkt ist hier wirklich nur ein kleines Detail: Nicht jeder Anwender wird sofort abgeholt. In seltenen Fällen werden Details nur erklärt, wobei ein einfaches Foto oder eine Skizze geholfen hätten, dieses sofort zu verstehen. Andererseits passiert dies nur bei wenigen Anleitungen und dort kann man beim üben mit den Anleitungen auch ein wenig experimentieren und so diese Details für sich selbst heraus arbeiten.

Mein Fazit

Ich habe das Buch sehr genossen und freue mich schon darauf, Steine zu bearbeiten. Für die größeren Projekte werde ich mich nach einem geeigneten Gelände umsehen müssen, um z.B. meine Lehmhütte mit Fußbodenheizung bauen zu können. Oder doch lieber meinen Ofen zum backen von frischem Brot oder will ich meine eigene Holzkohle fürs Grillen und Eisenverhütten herstellen? Wenn ich doch schon verhütte, warum dann nicht mit dem Schmieden beginnen?

Immer wieder: schöne Fotos auf Doppelseiten

Das Buch macht einfach Lust auf das Probieren! Was dieses Buch jedoch nicht tut, ist dem Leser die Fähigkeiten durch das Lesen zu vermitteln. Es bietet Anleitungen zum Machen! Geht raus, nehmt Steine und Holz in die Hand und legt los. Mit diesem Buch, werdet ihr sehen, was ohne Hilfsmittel erst möglich ist.

Meine Fährtenleser Tasche

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Die Tasche habe ich aus Leder selbst genäht und an meine Bedürfnisse angepasst. Doch was und wie muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden.

Ein weiterer Artikel zu Equipment? Ich selber stehe ehrlich gesagt nicht so auf Produkt Reviews oder ständige Equipment Beiträge. Doch für manche Grundlagen ist das leider notwendig. So auch für das Fährtenlesen.

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Zu gegeben, das wirkt im ersten Moment sehr unübersichtlich…

Der Inhalt

Handschuhe

Hängen stabile Arbeitshandschuhe an meinem Gürtel, so habe ich in meinem Fährtenleser Equipment mehrere Paar Einweghandschuhe, immer paarweise zusammen gefalten wie Socken. Das erspart mir viel kramen, weil ich so immer ein Paar greife. Die Handschuhe dienen mehreren Zwecken. Erstens kann ich mich so auch mit sehr unappetitlichen Hinterlassenschaften intensiv beschäftigen und beispielsweise Losung sehr detailliert aus einander dröseln, um selbst kleine Details feststellen. Darunter fallen beispielsweise Überreste der Nahrung. Zweitens schütze ich mich so vor Schadorganismen, wie z. B. dem kleinen Fuchsbandwurm. Bei diesem muss man jedoch vor allem bei trockenem Kot darauf achten, dass die Eier nur so groß wie ein Staubkorn sind. Folglich kann auch eine Übertragung über die Atemwege erfolgen. Bin ich mit der Untersuchung fertig, ziehe ich mir einen Handschuh aus, nehme ihn in die behandschuhte Hand, halte ihn dort und streife den Anderen darüber ab. So sind sie wieder in einem Paket. Jetzt noch den Handschuh verknoten und alles ist sauber verpackt.

Taschenlampe

Ich verwende eine LED Taschenlampe und Farbfilter. Diese helfen mir bei jedem Untergrund einen passenden Farbkontrast herzustellen, um so auch kleine Details erkennen zu können. Ist die Sonneneinstrahlung zu stark, behelfe ich mir mir allem erdenklichen, um einen Schatten zu erzeugen. Üblicherweise nutze ich sie jedoch nur selten und so habe ich stets den roten Filter eingelegt, um mir im Dunkeln nicht zu sehr meine Nachtsicht zu versauen, wenn ich sie benutze. Blut lässt isch vor allem im Dunkeln jedoch mit Blau hervorragend sichtbar machen.

Maßband

Das Maßband sollte denke ich selbsterklärend sein. Ich verwende ein kleines von 3m Länge.

Bleistift

Der Bleistift ist ein Druckbleistift und ich führe stets Minen mit. So entfällt das lästige Anspitzen und Abbrechen der Spitze bei normalen Bleistiften.

Schnur

Leichte Schnur von je etwa 15m. Diese wird für verschiedene Markierungen an der Fährte verwendet. Details dazu kommen in einem separaten Beitrag über das Arbeiten an der Fährte bzw das Fährtenlesen an sich.

Die Tracking Sticks

Diese kleinen Stäbchen (Eisstiele oder komplett selbst gefertigt) werden an einer Seite mittels vier Schnitte angespitzt und beim Fährtenlesen an die einzelnen Abdrücke gesteckt, um diese zu markieren. Auf diese Art und Weise, kann man eine komplette Fährte markieren und abarbeiten.

Der Fährtenstab

Mit ihm möchte ich mich noch einmal separat beschäftigen und ich führe diesen Daumen dicken und etwa 1m langen Stock nur der Vollständigkeit halber hier auf. Er ist jedoch so nützlich, dass er richtig eingesetzt, mein gesamtes Equipment ersetzen könnte.

Dirt Time

Das Buch habe ich vom Ralf Greiner (www.kojote-akademie.de) erworben. Klar, ein einfaches Notizbuch täte es auch. Aber je intensiver ich mit einer Abdruck oder einer Fährte arbeite, desto lieber ist mir dieses Buch. Viele nützliche Details werden dort in Erinnerung gerufen und man beginnt, sich mehr mit den Fragen um die Fährte zu beschäftigen, als sie sofort zu interpretieren. Gerade die Fragen, sind für meinen Geschmack das wichtigste und schützen vor Fehlern in der Interpretation.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies keine Bezahlte Werbung ist und ich über dieses Buch schreibe, weil es mir gefällt und ich den Ralf unterstützen möchte. Außerdem fällt das hier abgebildete Buch unter sein Urheberrecht.

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Der erste Blick ins Buch. Eine übersichtliche Ein- und Anleitung
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Weitere nützliche Details.
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Kleine Hilfen
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So sieht es dann aus, wenn man die zwei Seiten bearbeitet hat.

Feuer verstehen

Feuer übt eine besondere Faszination auf uns Menschen aus. Kaum etwas übertrifft ein Feuer im Lager oder Kamin. Es spendet Wärme und hebt unsere Stimmung. Es vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

Wenn es für uns zu einem Freund wird und wir es als solchen betrachten, werden wir uns gut um unser Feuer kümmern. Tun wir dies, so wird es für uns zu etwas Positivem und alle vorher genannten Aspekte treffen zu. Tun wir das nicht, endet es im Frust. Es brennt einfach nicht ordentlich und verursacht ständig Ärger oder im schlimmsten Fall wird es durch Übermut zu groß und dadurch gefährlich.

Drei Säulen des Feuers?

Nehmen wir diese vereinfachte Grafik, sehen wir, dass ein Feuer Brennstoff, Temperatur und Luft benötigt um zu brennen. Entfernen wir nun einen Teil, erlischt das Feuer, weil das Dreieck zusammenbricht. Zu beachten ist jedoch, dass Wasser Feuer nicht unbedingt erstickt. Wenn wir Wasser in oder über ein Feuer schütten, ertränken wir es in der Regel nicht, sondern kühlen den Brennstoff. In der Folge überschreitet die Temperatur des Brennstoffes nicht mehr den Flammpunkt, wodurch das Feuer erlischt. Eine Decke (aus brauchbarem Material) oder gar Sand über das Feuer geworfen entziehen dem Feuer die Luft und ersticken es. Nehmen wir Brennstoff aus dem Feuer, oder verbrennt dieser völlig, erlischt das Feuer ebenfalls.

Was bedeutet das nun für uns Outdoorer?


Wir müssen trockenen Brennstoff (Holz) finden und entsprechend vorbereiten. Ein Baumstamm, auch völlig durch getrocknet, kommt kaum auf die nötige Temperatur. Also beginnen wir klein, entzünden den Zunder, dann dünne Zweige, Äste und schließlich Scheite. Kleine Holzspäne und Zunder haben eine große Oberfläche, wenn sie nicht verdichtet werden. Dadurch bildet sich in den Zwischenräumen eine hohe Temperatur, die gehalten wird und sich auf der großen Oberfläche gut festsetzt. Gleichzeitig ist dort viel Luft und kann sachte hinein geblasen werden, falls es mal nicht so will. Wenn der Zunder und das restliche Material noch trocken sind, verdunstet kein Wasser, was durch die Verdunstungskälte die Temperatur senken würde und wir haben Feuer.

Wie geht es weiter?


Das alles jedoch erst mal nur als kleine graue Theorie zum Anfang. Zunder, Feuer entfachen und verschiedene Feuertypen folgen in weiteren Beiträgen und der obige Text wird verständlicher.

Bis dahin:

Stay on Track!