Primitive Jagdwaffen – schnell und einfach!

Keine perfekt hergestellten Jagdwaffen, aber für einen Vormittag ein akzeptables Ergebnis.

Ich habe hier im Blog an einigen Stellen bereits gepredigt:

Wenn du etwas machst, dann mach es direkt richtig.

Bei diesem ‘Feldversuch’ habe ich es bewusst nicht sofort richtig gemacht, sondern wollte für mich wissen, wie schnell bin ich in der Lage, primitive Waffen für die Jagd in einer Survival Situation herzustellen, vorausgesetzt natürlich, dass die Jagd überhaupt Sinn macht. Natürlich kann man sich dann auch nur auf eine dieser Varianten beschränken oder mehr Zeit investieren. Doch um eine Theoretisierung geht es mir gar nicht. Diese wird viel zu oft von allen möglichen Personen über alle möglichen Themen betrieben.

Meine Erkenntnis zu diesem Feldversuch ist simpel und ich möchte sie am Ende dieses Beitrages erläutern. Doch fangen wir simpel an.

Zuerst ein Wort der Warnung!

Alles hier Vorgestellte ist nicht zur Verwendung auf jedwedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier ist EGAL, gedacht. Lediglich eine echte Überlebenssituation würde die Verwendung rechtfertigen. Doch Zielwerfen und die Herstellung sind weder Verboten noch problematisch. Wichtig ist nur dafür zu sorgen, dass niemand durch die Übungen zu schaden kommt. Geeignete Orte, Ziele und Sicherheit sind hier besonders wichtig!

Danach die Ethik

Ich interessiere mich für Bushcraft und Survival, stelle hier mein Wissen zur Verfügung. Daher erwarte ich einen entsprechenden Umgang damit. Speziell mit diesem Thema. Waffen sind keine Spielzeuge und daher sollte ihr echter Einsatz auch nur die aller letzte Möglichkeit sein, wenn es tatsächlich um das Überleben geht! Aber es gehört mehr dazu, als sie nur bauen und einsetzen zu können. Was passiert mit möglicherweise verwundetem Wild? Wie erlöst man es schnell und sicher für beide Seiten? Kann ich das gefundene Tier überhaupt damit erlegen? Diese Fragen sind entscheidender und vorher zu klären.

Die Speerschleuder – Atlatl

Die Atlatl ist ein denkbar simples Werkzeug, dass uns in die Lage versetzt, Speere schneller, weiter und kräftiger zu werfen, als wir es von Hand können. Die Speerschleuder ist bereits aus der Altsteinzeit bekannt. Funde belegen laut Wikipedia die Nutzung dieses simplen Geräts bereits vor 18.000 Jahren. Auch heute findet man sie noch bei den Aboriginees in Australien. Diese Fakten bezeugen die Effektivität, wie simple Herstellungsmöglichkeiten. Also sollte doch ein Quick’n’Dirty möglich sein?

Je gründlicher man sich die Ausgangsmaterialien heraus sucht, desto einfacher fällt die Herstellung. Aufgrund meiner Prämisse der Geschwindigkeit, habe ich bewusst auf leicht zu bearbeitende Teile geachtet und möglichst ‘fertige’ Stücke heraus gesucht.

Für die Schleuder habe ich auf einen geeigneten Seitenast geachtet. Dann die Rinde abgeschält, was im April recht einfach und schnell geht. Aus dem Seitenast habe ich die Spitze geschnitzt, in die später die Speere eingehakt werden. Das Problem bei einer Ernte von Frischholz im April ist jedoch auch die Nässe. Also ab in die Sonne zum oberflächlichen trocknen.

Die Speere sind Simpler. Möglichst gerade Ruten werden gesammelt. Im optimal Fall, werden sie am Feuer mittels Hitze gerade gebogen. Dieser Vorgang hilft der Genaugkeit enorm. Doch er setzt Feuer voraus und die nötige Zeit. Beides sind Dinge, auf die ich im Versuch bewusst verzichtet habe.

Die Spitze aus Holz ist bei der Jagd ehrlich gesagt von Nachteil, weil der Speer stecken bleiben wird und der Wundkanal durch ihn verschlossen wird. Dies führt zu einem verzögerten Verenden des Wildes. Eine Spitze, die breiter ist als der Speer, verursacht einen Wundkanal, der sich nicht verschließt und so wird das Wild schneller verenden. Munitionshersteller für Jagdwaffen beschäftigen sich intensiv seit Jahren mit diesem Thema, damit Wild nicht leidet und waidmännisch erlegt werden können.

Die Länge der Spitze ist von Bedeutung, da sie so gut eindringen kann aber gleichzeitig auch nicht zu filigran ist, um nicht schnell zu brechen. Im Feuer gehärtet, holt man noch mehr heraus.

Alles ist fertig. Was nun? Richtig! Werfen!

Wurftechniken gibt es viele. Weites ausholen macht aber eher langsam und ermüdet. Im Gegensatz dazu das kurze Ausholen. Die Haltende Hand sollte nicht hinter der Schulter sein und der Speer auf Augenhöhe. Dies erleichtert das Zielen. Bevor sich der Arm bewegt, macht man einen leichten Ausfallschritt nach vorne und dann folgt der Arm in einer fließenden geradeaus Bewegung und gleichzeitig dreht man den Körper im Becken mit dem Arm mit. Dies darf nicht schräg ausgeführt werden. Parallel zum Körper, gerade auf das Ziel zu. Der Speer wird mit Daumen und Zeigefinger fixiert und von beiden Fingern losgelassen, wenn die Atlatl beschleunigt. So die grobe Theorie. Da es viele Techniken gibt, heißt es üben und ausprobieren.

Das Wurfholz

Das Wurfholz kennen viele auch als Sportgerät: Bomerang. Sportlich soll er zurückkehren, doch als Wurfholz ist das völlig egal. Man kann es umständlich (wie ich in meinem Versuch) aus einem Stück Holz herstellen oder einfache einen dicken, soliden Ast mit leichter Krümmung aus möglichst schwerem und harten Holz nehmen. In unseren Breiten bietet sich Eiche am besten an. Für mein Projekt habe ich zufällig ein Stammstück von einer Linde gefunden und spontan losgelegt. Doch hier habe ich modernes Werkzeug genutzt.

Lässt sich werfen, aber…

Die Bola

Die Bola ist simpel, leicht hergestellt und auch sie wird seit Jahrtausenden als Jagdwaffe eingesetzt. In Südamerika sogar heute noch von den Gauchos (südamerikanische ‘Cowboys’)

Das Prinzip ist wirklich einfach. Drei Seile werden an einem Ende verknotet und am jeweils Anderen wird ein Gewicht befestigt. Geworfen öffnen sich die Bola in drei Stränge, die sich mit enormer Wucht (Wurf- und Rotationsenergie mit Beschleunigungskraft, wenn sie sich) um das Ziel wickeln (beispielsweise die Beine von Hirschartigen). Je nach Gewicht, kann die Bola Knochen brechen. Wenn sie getroffen hat musste es bei den Jägern und Sammlern schnell gehen, um das Tier zu erlösen. Selbst in einer Survival Situation, muss man wissen, was man tut, bevor man diese Waffe einsetzt. Tierleid gilt es zu vermeiden und wiederspricht meiner Ethik!

Um die drei Seile mit einander zu verknoten, habe ich den Achterknoten verwendet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Steine wirklich fest sitzen! Einen speziellen Knoten gibt es nicht, da Steine nun einmal individuell geformt sind. Folglich bleibt nur machen. Ebenfalls wichtig ist eine möglichst gleiche Seillänge. Ist alles fest und sicher verknotet ist die Bola fertig.

Zum Werfen ergreift man sie am Knoten, wirbelt sie schnell einmal über dem Kopf herum und wirft sie auf das Ziel. Kreisen lassen sorgt nur für Verwicklungen der Seile. Auch mit den Fingern zwischen die Seile zu greifen ist kontra produktiv.

Der Knoten kommt zwischen Daumen und Zeigefinger, die Bola hängt schlaff herab. Dann nimmt man den Arm hoch, wirbelt sie einmal im Kreis über dem Kopf und wirft. Sind die Seile beispielsweise einen Meter Lang zwischen Knoten und steinen, ergibt sich im Flug ein Kreis von beinahe zwei Metern! Das muss bedacht werden, denn ohne freie Flugbahn, bleibt sie an Hindernissen hängen.

Im Flug rotieren die Steine um den Knoten im Zentrum.

Trifft auch nur einer der Steine ein Ziel, schlagen alle Steine da herum. Dies erhöht im letzten Moment nocheinmal die Geschwindigkeit der Steine beträchtlich!

Das Werfen erlernt man jedoch wie bei der Speerschleuder nur durch üben!

Noch schneller wären wohl nur zwei Seile (oder Schnürsenkel 😉 und zwei Steine.

Fazit

Alle dieser Waffen benötigen Übung. Halbherzig gebaut, verliert die Atlatl viel ihrer Wirksamkeit und bedarf ausreichender Aufmerksamkeit und besonders viel Übung im Werfen. Gerade gebaute Atlatl und Speere sind hier besonders wertvoll. Auch die Spitze, wie ich oben bereits erwähnte, ist von enormer Bedeutung. Dennoch ist die Speerschleuder schnell hergestellt und nur wenig mehr Aufwand hätten sie deutlich effektiver gemacht. Selbst ohne Messer oder Tomahawk und Säge ist sie verhältnismäßig einfach herzustellen. Auch das gerade Biegen am Feuer ist einfacher, als man denkt.

Das Wurfholz war zu viel Aufwand. Das Holz hat sich nicht ordentlich spalten lassen, viel Nacharbeit war nötig und Linde ist sowohl zu weich, als auch zu leicht. So kommt zu wenig Energie im Ziel an. Ein solider Eichenast macht weniger Arbeit, bei mehr Effizienz. Allerdings geht beim Wurfholz das Üben leichter und schneller. Ausserdem ist beim Üben die Umwelt in geringerer Gefahr!

Zu guter Letzt: Die Bola. Schnell, einfach, wenig falsch zu machen. Was jedoch zu bedenken ist, nicht jedes Wild kann damit bejagt werden und selbst wenn es liegt, wird es meist noch leben und sich wehren. Hier ist die Übung im Wurf das einfachste. Die echte Kunst folgt nach dem Wurf. Verwundete Tiere sind niemals zu unterschätzen.

Der Achterknoten

Grundlegendes:

  • Ich bin Linkshänder. Daher können Knoten von Rechtshändern Spiegelverkehrt zu meinen wirken. Bedenkt das bitte bei meinem Tutorial!
  • Damit ein Knoten sicher hält, sollte das lose Ende mindestens den 10-fachen Seildurchmesser überstehen!
  • Geht verantwortungsvoll mit Knoten um! Wenn euch durch die Anwendung von Knoten geschieht, kann ich leider nichts dafür.
  • Knoten helfen nur dann, wenn man weiß, welcher Knoten in welcher Situation wirklich hilft und man sie auch durch üben wirklich beherrscht!
  • Knoten verändern die bruchlast (Reißfestigkeit) eines Seiles! Dabei senken sie diese Belastbarkeit um bis zu 50% !

Der Achterknoten ist beim Klettern ein Standard Knoten. Er wird neben dem Spierenstich unter anderem als Stopperknoten verwendet oder aus doppeltem Seil um eine feste Schlinge herzustellen. Dabei ist dieser Knoten so sicher und zuverlässig, dass er auch von den Berufsgenossenschaften für gewerbliche Kletterer im Bereich der Baumpflege zugelassen und somit auch versichert wird. Gleichzeitig ist er auch einfach zu öffnen, wenn er unter Last gestanden hat.

Links ist das stehende Ende und rechts das abgehende Ende.

Zuerst bildet man eine Schlaufe mit dem abgehenden Ende.

Dann umwinden wir das stehende Ende.

Nachdem wir ie Schlaufe gebildet haben und mit dem abgehenden Ende das stehende Ende einmal umwunden hat, führen wir das abgehende Ende durch die am Anfang gebildete Schlaufe.

Jetzt an beiden enden ziehen und fertig ist der Achterknoten.

Die doppelte Acht

Die doppelte Acht oder den doppelten Achterknoten benötigt man, um eine feste Schlinge zu knoten. Diese kann als Sicherung um einen Gegenstand oder an einen Karabiner genutzt werden.

Um die doppelte Acht zu legen, geht man wie beim normalen Achterknoten vor. Dies veranschaulicht die Galerie.

Andererseits kann man die doppelte Acht auch stechen. Dazu stechen wir einen normalen Achterknoten, lassen diesen jedoch offen und ziehen ihn nicht zu. Dieses mal muss das abgehende Ende wesentlich länger sein. Es muss den üblichen 10fachen Seildurchmesser als Überstand, einweiteres mal den Achterknoten und mindestens den gewünschten Umfang der Schlinge aufweisen.

Der Achterknoten muss in diesem Fall merklich offenstehen.

Das abgehende ende wird um den Gegenstand geführt und dann parallel rückwärts durch die Acht geführt. Dabei bleibt das abgehende Seil immer aneinander.

Schritt für Schritt folgen wir dem abgehenden Ende durch den Knoten zurück.

Schließlich haben wir den doppelten Achter fertig gestellt und können ihn festziehen. Wichtig ist dabei sauberes arbeiten, weil vor allem Anfänger so kontrollieren können, ob der Knoten korrekt gestochen wurde.

Nur deinen Fußabdruck!


Die Schönheit der Natur ist erhaltenswert!

Nur deinen Fußabdruck! Man kann diesen Blogartikel als Handlungsempfehlung ansehen. Für mich ist es jedoch eine Philosophie, nach der ich draußen lebe. Ich versuche nicht mehr Spuren zu hinterlassen, als meine Füße zurücklassen.

Natürlich ist dies nicht möglich. Als Bushcrafter, Survivalist und Jäger greife ich ständig in die Natur ein. Doch was bedeutet dieser Satz wirklich für mich?

Feuer im Wald

Wenn ich mich in der Natur bewege, möchte ich sie möglichst so hinterlassen, wie ich sie vorgefunden habe. Dieses Thema wird offenbar immer wichtiger. Denn in einschlägigen Foren, Facebookgruppen und den Nachrichten ist immer häufiger von brennenden Wäldern und Naturschutzgebieten die Rede. Noch vor 10 Jahren war die Waldbrandgefahr nicht so früh so hoch. Doch heute (Stand 25.04.2020)? Bereits im April ist es schon so trocken, dass beinahe die ganze Bundesrepublik Warnstufe 3 hat. Lediglich an Nord- und Ostsee haben wir Stufe 2. Aber einige Teile sind bereits Stufe 4 und ab dem 27.04.2020 wird im Osten Deutschlands bereits Stufe 5 prognostiziert (Quelle: deutscher Wetterdienst)!

Deutschlandkarte mit dem Tageswert des Waldbrand-Gefahrenindex WBI, heute
Quelle: Deutscher Wetterdienst

Viele Leute ignorieren schlicht die Gefahr oder nehmen sie auf die Leichte Schulter.

Als Outdoorer, sehe ich mich und UNS(!) in der Pflicht. Ein Feuer kann und sollte vermieden werden! Wenn es dennoch einen geeigneten Platz gibt, beispielsweise am Ufer eines Gewässers mit viel nicht brennbarem Boden wie Sand und Stein, oder schlicht wirklich nassem Boden, reichlich Abstand zum Wald oder anderen brennbaren Landschaftsbestandteilen (Darunter fallen natürlich auch Sträucher, Wiesen etc. ), mag es möglich sein, ein kleines Feuer in irgendeiner Form zu betreiben. Hier gilt jedoch auch besondere Sorgfaltspflicht!

Kleine Brennstoffmengen, fester Stand und klatschnasser Boden in direkter Nähe zum Gewässer. So geht ein sicheres Kochen!

Darüber hinaus gibt es keinen Grund, ein Feuer größer zu gestalten, als man es wirklich benötigt. ‘Coolness’ ist kein intelligenter Grund. Löschmaterial gehört dazu. Ein kleiner Hobo am Flussufer auf Sand, ist schnell mit Tasse oder Topf und dem Flusswasser gelöscht. Ein brennender Gaskocher auf trockener Wiese mit nur einem Liter Wasser für den Kaffee ist das nicht!

Der gesunde Menschenverstand gebietet es doch auch, keine Zigarettenstummel achtlos weg zuwerfen. Auch weil manche Tiere diese gerne mal Fressen. Da Nikotin auch ein Gift ist und in Form von Neonikotinoiden auch Verwendung in Pflanzenschutzmitteln gegen Insekten angewandt werden, gehören Kippen auch nicht zum Löschen in offene Gewässer.

Gewässerschutz?

Der alte Witz: “Was macht ein Lachs im Rhein? – Chemie studieren!” Ist leider immer noch in Teilen wahr, wobei zunehmend mehr für unsere Gewässer getan wird.

Aber jeder von uns kann etwas tun! Seife bricht die Oberflächenspannung von Wasser, was für kleinste Lebewesen in Gewässern Schaden anrichten kann. selbst biologisch abbaubare Seife tut dies. Hier ist der Trick, einige Schritte vom Wasser entfernt ein kleines Loch aus zuheben und dort das Seifenwasser hineinzu gießen, damit es dort versickern kann. Mikroorganismen im Boden lösen dann das Problem für uns und die Seife bleibt aus dem Gewässer.

Müll

Was wir in die Natur schleppen, können wir auch wieder mit nehmen! Verschließbare Beutel und auf die Verpackung achten, hilft nicht nur Müll zu sparen, sondern diesen auch für längere Zeit transportabel zu erhalten, bis wir ihn sachgemäß entsorgen können.

In Schweden kam es sogar zu einer neuen Sportart: dem Plogging!

Immer wieder sammle ich bei meinen Touren auch Müll auf. Dies ist für mich eine soziale Verantwortung und auch ein Pflichtgefühl der Natur gegenüber. Was ich allerdings immer wieder auf meine Agenda geschrieben und ebenso oft dann spontan doch wieder vergessen habe, ist einfach mal einen Müllsack mit zunehmen und mal auf der gesamten Tour Müll aus der Natur zu entfernen.

Meine Regeln

  • Verlasse alles, wie du es vorgefunden hast
  • Respektiere Wildtiere – stelle ihnen nicht nach oder suche ihre Tageseinstände auf
  • Respektiere auch andere Menschen in der Natur und rechne mit ihnen
  • Nimm gefälligst deinen Müll mit
  • Entnimm nur, was du brauchst
  • Mach nichts kaputt
  • Sei vorsichtig mit Feuer
  • Gehe nur dort, wo du nichts zerstörst

Kurz: Sei respektvoll!

Aber die anderen machen doch auch… AM ARSCH! Mach’s besser!

Slipknot

Grundlegendes:

  • Ich bin Linkshänder. Daher können Knoten von Rechtshändern Spiegelverkehrt zu meinen wirken. Bedenkt das bitte bei meinem Tutorial!
  • Damit ein Knoten sicher hält, sollte das lose Ende mindestens den 10-fachen Seildurchmesser überstehen!
  • Geht verantwortungsvoll mit Knoten um! Wenn euch durch die Anwendung von Knoten geschieht, kann ich leider nichts dafür.
  • Knoten helfen nur dann, wenn man weiß, welcher Knoten in welcher Situation wirklich hilft und man sie auch durch üben wirklich beherrscht!
  • Knoten verändern die bruchlast (Reißfestigkeit) eines Seiles! Dabei senken sie diese Belastbarkeit um bis zu 50% !

Der Slipknot ist im Grunde ein einfacher Knoten, der mit einer Schlaufe ausgeführt wird und sich dadurch leicht lösen lässt. Meist verwendet man ihn als Sicherungsknoten, den man leicht lösen möchte. Zum Beispiel an den Tarpspannern. So kann man sie öffnen und um einen Baum legen, was sonst ja nur sehr umständlich möglich ist.

Ein Beispiel für die Anwendung. Ein weiteres findet ihr beim Bogen vom Feuerbohren.
Das Seil liegt gerade.
Eine Schlaufe wird gelegt.
Das oben kreuzende Seilende wird von unten durch die Schlaufe gezogen… Dabei wird es in einer Bucht hindurch gezogen.
Dabei wird es in einer Bucht hindurch gezogen.
Nun heißt es Strammziehen!
Fertig!
Eine andere Perspektive des Slipknot.
Zum Lösen des Slipknot wird am Bucht bildenden Seil ende gezogen, wodurch sich die Schlinge verkleinert.
Die Schlinge ist kaum noch vorhanden.
Und nun ist die Schlinge hindurchgezogen und es verbleibt nur noch die Schlaufe vom Beginn.

Wildtierschutz

Ein schwieriges und umständliches Thema! Daher möchte ich mit sofort regeln Beginnen und später mehr Text und Wissen ausführlich vermitteln.

Für den eiligen Leser

  1. Die Brut- und Setzzeiten beginnen je nach Wetter und Wildtierart im März und gehen bis in den Frühsommer. Bei Feldhasen sogar bis in den Oktober!
  2. Bleib in dieser Zeit auf den Wegen! Vermeidet vor allem Dickungen!
  3. Feldhasen und Rehe legen ihre Jungtiere ab. Dort liegen sie versteckt und das Muttertier kehrt immer wieder zum Säugen zurück. Das beduetet, dass nicht jedes Jungtier welches man findet auch verwaist ist. Bleibt man in der Nähe, um dies zu prüfen, kehrt die Mutter oftmals wegen der Störung nicht zurück. Dieses Handeln ist folglich kontraproduktiv!
  4. Im Zweifelsfall: Den örtlichen Tierschutzverein oder auch das Ordnungsamt anrufen. Diese können dann an die zuständige Stelle weitervermitteln.
  5. Bei einem Verkehrsunfall mit Wildtieren immer die Polizei einschalten. Alles andere kann als Wilderei verfolgt werden. Und nicht dem Tier nähern! Dies kann selbst bei Rehen zu einer hohen Eigengefährdung führen.
  6. Hunde: Lasst sie vor allem in dieser Jahreszeit in Wald und Feld an der Leine! Auch wenn ihr denkt: “Der tut doch nix…” Ein junger Hase oder ein Rehkitz kann zum Opfer werden. Ausserdem wird in dieser ohnehin anspruchsvollen Zeit das Wild unnötig beunruhigt.

Brut- und Setzzeiten: Was passiert da draußen?

Feldhasen bilden im Januar bis in den August Jahresehen. Diese Zeit wird unter Jägern als Rammelzeit bezeichnet. Bei einer Tragzeit von 42 Tagen und einer Säugezeit von ca 4 Wochen ergibt das eine Setzzeit von März bis Oktober. Im Gegensatz zum Kaninchen, leben Hasen nicht in Bauen. Daher kommen die Junghasen behaart und sehend zur Welt. In der Anfangszeit, können sie noch nicht flüchten und ducken sich – wie erwachsene Hasen auch- am Boden bzw. in den sogenannten Sassen ab. Eine Sasse ist eine flache Mulde, die Hasen mit ihren Läufen in den Erdboden arbeiten. Die Häsin legt von ihren 1 bis 5 Junghasen jeden an einen anderen Platz ab und kehrt immer wieder zu den Jungtieren zurück, um sie zu säugen. So ist die Häsin nicht angreifbar, da sie sich nur sehr kurz um ihre Jungtiere kümmern muss und diese auch nicht leicht von Fressfeinden (z.B. dem Fuchs) gefunden werden. Darüber hinaus sind die Jungtiere geruchslos. In der Folge müssen Junghasen, die man irgendwo auf offener Fläche findet auch nicht umsorgt oder gar mitgenommen werden. Vor allem in den ersten Tagen, überleben sie ohne die Muttermilch gar nicht, weil diese wichtige Stoffe enthält. Dafür haben wir Menschen auch keinen Ersatzstoff. Folglich verenden auch sehr viele übereifrig mitgenommene Junghasen in den Händen der Helfer. Selbst wenn sie Fachleuten zur Pflege übergeben wurden. Erst nach dieser ersten Zeit, können wir überhaupt etwas bewirken. Falls wir sie jedoch nicht dort liegen lassen können, wo sie abgelegt wurden, weil wir dort beispielsweise Arbeiten verrichten müssen, können sie mit viel Gras sanft angehoben und versetzt werden. Direkter Kontakt ist aufgrund unseres Geruchs jedoch absolut TABU! Sebst Handschuhe helfen nicht und die Häsin verstößt das Jungtier. Es helfen wirklich nur Pflanzen aus der direkten Umgebung und das Jungtier darf auch nicht zu weit weg gesetzt werden!

Rehe paaren sich in der Blattzeit. Diese beginnt Mitte Juli und geht bis Mitte August. Nach der Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle, folgt zunächst eine ca. 4 1/2 monatige Keimruhe. Diese endet im Dezember. Ab Ende April bis Mai folgt die Setzzeit. Ricken (weibliche Rehe) setzen nun ein oder zwei Kitzen (junge Rehe). Wie Feldhasen sind Rehkitze geruchsneutral und werden von der Mutter gut versteckt abgelegt. Sie geht nun auf Nahrungssuche und kehrt immer wieder zu den Kitzen zurück. Bei Störungen holt sie ihren Nachwuchs auch gerne vorzeitig ab und führt diesen dann in ein ruhigeres Gebiet. Meist werden die Rehkitze noch bis in den November gesäugt. Auch Rehkitze sollten einfach an Ort und Stelle belassen werden. Müssen sie doch umgesetzt werden, wie zum Beispiel bei der Heumaht, so gilt es, sie wie junge Hasen mit viel Gras sanft aufzuheben und in der unmittelbaren Nähe in Sicherheit zu bringen.

Vögel sind da etwas weniger kompliziert. Je jünger das Küken ist, desto geringer ist seine Überlebenschance ausserhalb des Nestes. Ist das Nest in Reichweite, so kann das Küken wieder mit natürlichen Materialien sanft in das Nest zurück gesetzt werden. Je jünger das Küken ist, desto wichtiger ist fachlich kompetente Hilfe. Es ist kein leichtes, einen Jungvogel zu retten. Hier gilt: Beim örtlichen Tierschutzverein anrufen. Verfügt der Vogel jedoch schon über ein vollständiges Gefieder, handelt es sich nicht mehr um den im Nest lebenden Nestling, sondern in der Regel um den nun auf den Ästen lebenden Ästling. Diesen kann man tatsächlich recht einfach anheben und auf einen Ast in sicherer Höhe setzen. Hier finden ihn die Eltern. Meist schaffen sie den Start vom Boden nur noch nicht, nach dem ihr Entdeckerdrang sie zu den ersten Flugversuchen geführt hat.

Hilfe, ein Jungtier das hier nicht beschrieben wurde?

Bei weiteren Tieren hilft auch einfach mal das Nachlesen der Lebensweise. Die Natur hat einen guten Grund für ihre Vorgehensweise: Die Evolution. Über Jahrtausende und -millionen haben sich die Tiere ihren Lebensräumen und Feinden angepasst. Meistens ist unser Verhalten und der Hilfsdrang wirklich gut gemeint, aber in Wirklichkeit völlig überflüssig. Leider neigen wir zu oft dazu, Tiere zu vermenschlichen. Das ist einerseits gut, andererseits, können wir dadurch auch Schaden anrichten. Es geht um das gesunde Mittelmaß. Respekt, Wissen, (Jagd-)Ethik und Beobachten helfen uns hier weiter.

Im Zweifel: Ruft den örtlichen Tierschutzverein an! Oder die 24h besetzte Nummer des Ordnungsamtes. Befindet sich ein Tier in Akuter Gefahr: Notruf. Ist ein Tier in einen Unfall verwickelt: Polizei!

Auf gar keinen Fall einfach mitnehmen. Auch wenn es noch so gut gemeint ist, lasst es! Ihr richtet damit eher Schaden an, als ihr helft!

Was kann ich denn nun tun?

Das ist simpel und bereits oben kurz aufgeführt. Wenn wir auf den Wegen bleiben, schonen wir die Rückzugsorte des Wildes und gewähren ihm die Ruhe, die es benötigt. Bewegen wir uns normal und schleichen nicht durch die Natur, erkennt es uns frühzeitig als harmlos. Dann vermeiden wir vor allem Dickichte und Dickungen. Denn diese sind die Wohnzimmer des Wildes. Ihr mögt es schließlich auch nicht, wenn plötzlich Fremde in eurem Wohnzimmer stehen!

Hunde sind noch einmal eine eigene Geschichte! Informiert Euch über die jeweiligen Gesetze in Eurem Bundesland! Denn schließlich seid ihr doch verantwortungsvolle Hundehalter!

Da ich in Nordrhein-Westfalen lebe, möchte ich die Lage hier mal kurz erläutern. Im Wald gibt es keinen generellen Leinenzwang! Dies ist im Landesforstgesetz §2 Abs.3 nachzulesen. Dort heißt es:

“Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie andere schutzwürdige Interessen der Waldbesitzer und die Erholung anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Im Wald dürfen Hunde außerhalb von Wegen nur angeleint mitgeführt werden; dies gilt nicht für Jagdhunde im Rahmen jagdlicher Tätigkeiten sowie für Polizeihunde “

Landesforstgesetz NRW

Somit muss der Hund jedoch jederzeit unter Kontrolle bleiben. Sprich er muss zuverlässig auf Kommando zurück kehren. Leider ignorieren viele Halter das Verhalten ihres Hundes. Beim mehrfachen Rufen kommt er ja… Aber was ist, wenn er Wild aufgestöbert hat? Ja, Hunde brauchen ihren Auslauf. Doch auch auf Kosten anderer Tiere? Dann doch lieber Zeit in eine gute Ausbildung investieren und mit Realismus an seinen Hund heran gehen. Dann genießt er auch Freiheiten.

Die Schattenseiten des freilaufenden Hundes findet man dann im nordrhein-westfälischen Landesjagdgesetz §25 Abs. 4.2:

(4) Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt,

1. Personen, die in einem Jagdbezirk unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen oder außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden, anzuhalten, ihre Person festzustellen und ihnen gefangenes und erlegtes Wild, Schuss- und sonstige Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde und Frettchen abzunehmen;

2. Hunde außerhalb der Einwirkung ihrer Führerin oder ihres Führers abzuschießen, wenn
a) diese Wild töten oder erkennbar hetzen und in der Lage sind, das Wild zu beißen oder zu reißen,
b) es sich um keine Blinden-, Behindertenbegleit-, Hirten-, Herdenschutz-, Jagd-, Polizei- oder Rettungshunde handelt, soweit sie als solche kenntlich sind und solange
c) andere mildere und zumutbare Maßnahmen des Wildtierschutzes, insbesondere das Einfangen des Hundes, nicht erfolgversprechend sind.”

Landesjagdgesetz NRW

All das lässt sich schließlich durch intelligentes Verhalten vermeiden und einem ungestörten Naturgenuss steht nichts im Wege.

Echter Naturschutz und Hilfe für Wildtiere setzt Wissen und einen sorgsamen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen voraus.

Nehmt einfach Rücksicht und handelt nicht vorschnell aus vermeintlich guten Gründen, weil süße Tiere (oft unbegründete) Mitleid erwecken. So trägt jeder zum Naturschutz und dem Arterhalt bei.

Auch du!

Feuer bohren – Bow drill

Sieht gut aus? Trotzdem weiter bohren…

Zu sagen, ich wäre ein Meister- oder auch nur Geselle- dieser Technik, wäre gelogen. Mein Fehler bisher ist schlicht mangelnde Übung. Ich habe es immer mal wieder gemacht und es hat immer mal wieder funktioniert (oder auch nicht!) Zur Zeit probiere ich es intensiv und merze Stück für Stück meine Fehler aus. Warum? Nun, ich will Wissen vermitteln und mich auf meine Fähigkeiten verlassen können. Feuer ist meine Disziplin. Und eben diese Technik hapert. Aber dagegen gibt es glücklicherweise ein probates Mittel: Training! Seit einigen Tagen beschäftige ich mich täglich damit und experimentiere. Das Ergebnis? Ich werde kontinuierlich besser und entdecke immer neue Fehler.

Der Bogen

Es kommt auf die richtige Länge an. Eine gute Länge ist etwa von der Schulter bis zu den Fingerspitzen. Damit kann man in sauberen und langen Zügen den Bogen bewegen, um den Bohrer in Rotation zu versetzen.

Der klassische, starre Bogen. Manch einer mag ihn noch weiter gebogen. Ich habe für mich festgestellt, dass ich mit diesem Bogen nicht so gut klar komme. Eine Alternative folgt.

Ein alternativer Bogen ist beidseitig abgeflacht und etwas biegsamer, wenn auch nicht leicht biegsam. Am einen Ende wird die Bogenkerbe eingeschnitzt und die Schnur mittels Bogenknoten (oder Zimmermanssteg) verknotet. Am anderen Ende schnitzen wir einen Spatel mit Durchbruch. Beide Schnitzarbeiten habe ich bereits beim Try-Stick erklärt. Durch den Durchbruch wird die Schnur gefädelt und mittels Slipknot fixiert. Dadurch ist die Spannung sehr einfach zu kontrollieren. Beim Bohren an sich, kann man mittels Daumen, Zeige- und Mittelfinger die Spannung zusätzlich beeinflussen.

Die verwendete Schnur kann im Grunde jede geeignete sein. Paracord und Schnürsenkel sind mit am besten. Letztere hat man ja auch fast immer im Norfall dabei.

Wichtig bei der Spannung ist, dass sie weder zu fest, noch zu lose ist. Klingt doof? Anders kann man es aber nicht sagen. Zu Lose und nichts passiert. Zu stramm und ständig fliegt der Bohrer weg und die Schnur verschleißt wirklich schnell. Leider gibt es da keinen echten Leitwert und so hilft nur üben und nicht aufgeben.

Der Bohrer

Grundlegend sollte der Bohrer Daumendick sein und ca 30cm lang. Mindestens jedoch von kleinem Finger bis Daumen bei ausgespreizter Hand. Ein Ende schön rund zum Bohren und ein Ende spitzt für das Lager im Wiederlager. Die umlaufende Kerbe war in der Theorie eine gute Idee. In der Praxis allerdings echt mies. Der Bohrer muss aus trockenem aber festem Holz sein. Also Totholz suchen!

Das Wiederlager

Ich habe Totes Holz verwendet. Doch auch Frisches kann man nehmen. Hauptsache, es liegt gut in der Hand und ist eher hart. Es sollten mindestens 3 mal neue Löcher für den Bohrer gemacht werden können. In das Wiederlager gehört ein kleines Loch, welches die Spitze des Bohrers aufnimmt, damit der Bohrer sicher an Ort und stelle gehalten wird. Dieses wird einfach mit der Messerspitze hineingeschnitten.

Das Bohrbrett

Das gute Stück sollte ca 2cm dick sein. Wichtig ist, dass es gut auf dem Boden liegt und nicht wackelt, wenn man es mit einem Fuß fixiert. Ein Loch für den Bohrer wird vorgeschnitten. Dabei ist die Mitte etwa 1,5 fache Bohrerdicke vom Rand entfernt. Dies sorgt für Sicherheit beim Bohren. Denn sonst hat der Bohrer keinen sicheren Halt.

Die Kerbe wird erst nach dem Einlaufen eingeschnitzt! Dazu spannt man den Bohrer in den Bogen, setzt ihn am Brett an und legt das Wiederlager auf. Langsam beginnt man nun mit dem Bohren und lässt alles einlaufen. Ist der Bohrer im Brett eingelaufen, wird die Kerbe eingeschnitzt.

Andere Varianten für Bohrbretter…

  • Das Bohrloch an einer Stirnseite, vereinfacht eine oberflächliche Kerbe, wenn es an Zeit oder geeignetem Messer mangelt.
  • Ein Bohrloch, welches vorgebohrt wird und dann von der Gegenseite durchgebohrt wird. So sammelt sich der Staub im unteren Loch und speichert die Hitze effektiver, als in einer seitlichen Kerbe.
  • Zwei Äste aneinandergeknotet und beidseitig gebohrt. Hier sammelt sich der Staub wieder im unteren Loch.

Die eigentliche Arbeit

  • Den Bohrer in den Bogen einspannen. Dabei gehört er auf die Aussenseite des Bogens und nicht zwischen Sehne und Bogen!
  • Der Bohrer wird mit Bogen in das Bohrbrett eingesetzt und mittels Wiederlager fixiert.
  • Die starke Hand führt den bohrer. In die andere gehört das Wiederlager. Diese Hand wird eingeknickt und der Daumen muss am Schienbein anliegen. So wackelt nichts und kaum Kraft wird benötigt.
  • Anbohren und alles einlaufen lassen!
  • Die Kerbe in das Bohrbrett schnitzen, den Bohrer ggf noch einmal leicht nach schnitzen. Spannung im Bogen kontrollieren.
  • Jetzt muss alles bereit sein! Material fürs Feuer, Zunder in Position! Der Zunder kann z.B. unter dem Bohrbrett sein. Unter die Kerbe und dem Bohrloch ein Blatt oder Brettchen legen, dass den Bohrstaub auffängt.
  • Alles in Position? Dann beginnt das Bohren. Langsam und mit Druck. Die Kerbe fängt an, sich mit Bohrstauf zu füllen. Sie muss voll sein und dann gerne überquellen. Wenn es bereits jetzt qualmt, ignoriert das!
  • Die Kerbe ist voll? Nun gilt es den Druck auf den Bohrer zu erhöhen und dran zubleiben. Lange und schnelle Züge! Auf keinen Fall kurze Züge mit dem Bogen. Lang und gleichmäßig ist besser als kurz. Bohrt nun schnell, lange und mit Kraft.
  • Nach einem Endspurt, nehmt vorsichtig den Bohrer weg und beobachtet den Qualm. Maximal langsam mit der Hand Luft zu fächern. Pusten ist nicht nötig. Bleibt ruhig. Qualmt es nach ca 30 Sekunden immer noch? Herzlichen Glückwunsch.
  • Noch etwas warten! Dann sanft den Bohrstaub aus der Kerbe lösen (mit dem Messer o.ä.) und in den Zunder übertragen.
  • Hier geht es nun weiter!

Der wichtigste Punkt: ÜBEN UND EXPERIMENTIEREN! Folgt keinem Kanon;-)

Wassergewinnung – Birkensaft

Zur richtigen Jahreszeit, ist die Wassergewinnung aus einer Birke eine der besten und zuverlässigsten Methoden, an Wasser zu kommen. Dabei schmeckt das Wasser aus der Birke süßlich und aromatisch. Gleichzeitig ist die Birke durch ihre Wurzeln ein natürlicher Wasserfilter. Lediglich in chemisch belasteten Gebieten, würde ich mir den Genuss überlegen.

Was ist die richtige Jahreszeit?

Die Antwort ist recht simpel. Das Frühjahr ist die beste Zeit, den Saft zu zapfen. Zu Beginn des Blattaustriebes bis der Baum fast vollständig und fertig belaubt ist, lässt sich der Saft hervorragend zapfen.

Was ist zu beachten?

Zu aller erst gilt es zu beachten, dass ihr wirklich eine Birke anzapft! Aber alleine die bekannte weiße Rinde, ist ein allseits bekanntes Merkmal. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich zunächst damit beschäftigen. Dazu kann ich nur die Seite: www.baumkunde.de empfehlen. Dort findet ihr auch die Birke.

Als gelernter Baumschulgärtner, bin ich ein Gegner des Sammelns am Stamm. Ich halte einen sauberen Schnitt an einem Ast, den der Baum problemlos verkraften kann für sinnvoller. Ein unnötiger Schnitt am Stamm führt zu einer Wunde, die Eintrittspforte für verschiedenste Krankheiten und Fäulnis werden kann. Das Abtrennen eines Astes, ein ganzes Stück vom Stamm entfernt, führt zu einer Abschottung und das Problem wird auf einen sehr kleinen Bereich eingedämmt. Gleichzeitig, erntet nicht zu viel von einem Baum. Lieber mehrere Bäume nutzen, als viele Äste an einem zu beschneiden, nur um den Saft zu gewinnen!

Welchen Ast und wie schneiden?

Ich bevorzuge Äste von etwa fingerdicke. Im Optimalfall sind sie ohne großen Aufwand zu erreichen.

Der grüne Pfeil markiert den Zweig am Ast, den ich für den weiteren Wuchs des Astes vorgesehen habe, bevor ich schneide. Er ist gesund und führt den Wuchs des Astes im Verlauf der nächsten Jahre ohne Probleme fort.

Der Rote Strich zeigt, wo ich schneide. Ja, im Gegensatz zur gängigen Praxis im Garten lasse ich hier ein paar Zentimeter Ast stehen. Diese dienen der birke zum effektiven Abschotten der Wunde und verhindern, dass eine Fäule tief in den Ast einzieht und meinen Zweig langfristig doch absterben lässt.

Der schnitt muss sauber geführt werden. Ob mit einer Ast- oder Rosenschere, einem Messer oder einer scharfen Säge. Achtet beim Genuss zapfen bitte auf scharfes Werkzeug und darauf, die Bäume möglichst wenig und nicht unnötig zu schädigen. Schließlich wollen wir noch lange etwas von unserer Natur haben und auch andere genießen lassen!

Für mich ist hier eine scharfe und saubere (!!!) Rosenschere das Mittel der Wahl.

Der Schnitt ist gemacht und nun?

Jetzt kommt der Moment. Führt der Baum genügend Wasser? Wenn ja, dann beginnt der Saft zu fließen. Dafür habe ich schon vor dem Schnitt mein Gefäß zum auffangen in die Nähe gehängt.

Der topf hängt unter dem Schnitt und nun heißt es Warten. wie lange? Das hängt vom Wasser im Boden, dem Zeitpunkt des Zapfens und der Birke ab.

Geht einfach raus und probiert es selbst!

Stay on Lynx-Trail.de

Try-Stick

Die Idee zum Try-Stick habe ich von Mors Kochanski. Generell kann ich auch seine Videos beim Kanal von Karamat Wilderness Ways empfehlen, so lange ihr Englisch beherrscht. Auch wenn manch einem die Videos lang erscheinen mögen, sie lohnen sich in meinen Augen sehr.

Der Try-Stick (Versuchsstab) dient dem Üben verschiedener Schnitztechniken. Man kann sehr viele oder nur sehr wenige Techniken üben. Welche ihr übt, müsst ihr wissen. In der Folge stelle ich mehrere Techniken vor, die in meinen Augen sinnvoll bzw nützlich sind. Das schöne beim Try-Stick ist die Möglichkeit, auch einfach mal zu hause zu üben. Wobei ihr den fast überall üben könnt,wo man eben legal mit einem Messer schnitzen darf. Da ergibt es sich von selbst, dass der Bahnhof nicht die beste Lokalität ist.

Welches Holz?

Am Anfang empfehle ich weiche und einfach zu bearbeitende Hölzer, wie z.B. Weide. Sie ist schnell und einfach zu finden, gibt gute, gerade Äste und istdabei angenehm weich und einfach zu verarbeiten. Haselnuss bietet sich auch an, ist jedoch härter. Versucht doch einfach mal die Unterschiede von Hölzern durch schnitzen kennen zulernen.

Beim Ernten der Äste, trennt sie sauber mit einer Säge ab, nehmt nur wenige Äste von einem Gehölz (meist gibt es ja genug andere in der Nähe) und achtet drauf niemandem zu schaden!

Für meinen Beitrag habe ich vor etwa einer Woche Äste von einer Kopfweide geerntet und somit auch keinem Baum geschadet.

1. Der Rundkopf

Den Rundkopf benötigen wir vor allem bei Heringen zum Abspannen von Zelten oder wenn wir uns einen Wanderstock herstellen wollen. Eine weitere Verwendung findet er, wenn wir einen Stock als Pfosten in einem Tarp verwenden wollen. Diesen sollte man zwar immer noch polstern, doch je weniger Ecken, desto schonender für das Tarp.

Wichtig ist vor allem eine sichere Arbeitsposition. Sitzend, vornüber gelehnt stütze ich hier meine Ellenbogen auf den Knien ab. Dadurch arbeite ich weit vor meinem Körper und auch wenn das Messer abrutscht, gleitet die Klinge in weitem bogen von mir weg und ich kann mich nicht schneiden.

Zuerst schnitzt man eine Spitze in den Stock. So können wir auch Stöcke trennen.

Aus der Spitze, wird stück für Stück eine Art Halbkugel herausgeschnitzt. Keine Bange, sie muss nicht perfekt sein.

2. Durchmesser verkleinern

Der Sinn, den Durchmesser gleichmäßig zu verändern ist nicht zwingend bei diesem Dünneren Stock zu suchen. Doch die Grundtechniken sind identisch. Für verschiedene Verbindungen oder Techniken ist ein kleinerer Durchmesser an einer beliebigen Stelle jedoch durchaus praktisch. Als Griff bei einem Wanderstab zum Beispiel.

Zuerst wird das Holz eingeschnitten. Hier seht ihr die haltende Hand. Die andere Hand dreht den Stock. Zu keinem Zeitpunkt sind Messer klinge oder Daumen in einer Linie! Sollte ich abrutschen, gleitet mein Daumen an der Klinge vorbei, so dass ich mich nicht verletzen kann.

Zwei rund umlaufende Schnitte markieren unseren später verkleinerten Bereich.

Ausserdem helfen die Schnitte beim Schnitzen.

Fleißig rundherum schnitzen ist angesagt.

Schließlich wird nur noch die Spitze eingesetzt, um kleine Unebenheiten zu entfernen.

Fertig! Ein möglichst gleichmäßiger kleinerer Durchmesser ist geschaffen.

3. Der Topfhaken

Zugegeben, der Name täuscht ein wenig. Zwar dient dieser Haken dem Aufhängen von Töpfen, aber in Verbindung mit einem Rundkopf am einen Ende und einer Spitze am anderen, haben wir einen Hering hergestellt.

Zuerst schneiden wir möglichst tief schräg ein.

Dann schneiden wir ein zweites mal entgegengesetzt ein, so dass sich ein Dreieck bildet.

Dann wird fleißig ausgeschnitzt.

Beim Ausschnitzen müssen wir jedoch beachten, dass die Spitze des Dreieckes stehen bleibt!

Wie gesagt, die Spitze muss stehen bleiben und wird fein ausgearbeitet.

Fertig! So rum gehört der Haken für einen Topf. Wenn wir den Haken für einen Hering schnitzen, natürlich andersherum.

4. Rundnut

Die Rundnut dient dem Verbinden zweier Hölzer. Sie kann auch beim Packrahmen verwendet werden, oder mit dem reduzierten Durchmesser von oben kombiniert werden, oder oder oder.

Die Größe ist egal. Wichtiger ist es, heraus zu finden, wie man mit seinem Messer eine runde Nut schnitzen kann. Versucht es selbst! Wie genau man sie am besten rund bekommt, hängt auch vom verwendeten Messer ab.

5. Schwalbenschwanz

Der Schwalbenschwanz ist eine klassische Holzverbindung. Sie dient dem Verbinden zweier Stücke Holz. Dazu wird eine Nut geschnitzt und schließlich das passende Gegenstück eingepasst. Bilder sagen bekanntlich ja mehr als tausend Worte. Deswegen spare ich mir an dieser Stelle einmal eine detaillierte Beschreibung.

6. 90° Nut

Die 90° Nut findet in erster Linie bei Auslösern für Fallen ihre Verwendung. Allerdings kann sie etwas größer in stärkerem Holz auch als Wiederlager für Sprossen bei einer Leiter dienen.

7. Kasten

Der Kasten dient in erster Linie der Übung. Aber eine flache gerade Fläche oder mehrere an beliebiger Stelle können bei verschiedenen Konstruktionen doch mal nützlich sein. Die Technik, diesen Kasten herzustellen, ähnelt dem verringertem Durchmesser.

8. Die Pfeilnocke

Wozu diess Schnitzwerk dient erklärt sich von selbst! So bekommt man die Nocke in einen Pfeil oder Schafft sich eine Kerbe, um eine Pfeilspitze aus Naturmaterial einzupassen.

Zu erst werden zwei rechtwinklige Nuten gegenüber eingeschnitzt.

Im 90° Winkel zu den Beiden werden zwei kleine Kerben gegenüberliegend eingeschnitzt.

In letztere Kerben Sticht man sachte mit dem Messer ein. Nur nicht sehr Tief.

In die ersten Kerben schneidet man nun in Richtung der kleineren Kerben tief ein.

Schließlich lässt sich das ganze ganz leicht und sauber auseinander brechen.

Fertig ist die Nocke.

9. Bogensehennut

Diese Nut ist ähnlich dem Topfhaken. Nur kleiner, runder und flacher. Wozu sie dient, brauche ich denke ich nicht zu erklären. Die Herstellung ergibt sich von selbst. Wichtig ist nur der richtige Winkel, damit die spätere Bogensehne gut geführt wird und schließlich auch, dass sie wirklich rund und ohne scharfe Kanten geschnitzt wurde. Letzteres ist wichtig, damit die Sehne im Schuss nicht reißt.

10. Der Durchbruch

Eine weitere Holzverbindung. Damit können wir sowohl zwei Hölzer verbinden, wie sie hier zur Übung geschnitzt werden oder aber beispielsweise den Schwalbenschwanz durchstoßen und dann mittels geschnitztem Dübel sichern. Auch hier erklären die Bilder mehr, als ich erklären kann.

Immer schön auf die Klingenführung achten!

11. Der Spatel

Der Spatel kann als Kochutensil, zum entrinden oder für Fallen verwendet werden. Zu schnitzen ist er sehr einfach.

Lange, kraftvolle Schnitte werden vor dem Brustkorb ausgeführt. Die Kraft für den Schnitt kommt hier aus den Schultermuskeln. Wichtig auch hierbei: Die Klinge bewegt sich vom Körper weg.

Zu guter Letzt!

Versucht es selbst, variiert mit der Stockdicke und überlegt euch, wofür ihr was alles einsetzen könnt. Vielleicht sieht euer Try-Stick ja anders aus? Ihr lasst was weg, oder wollt mehr? Macht es.

Viel Spaß und stay on Lynx-Trail(.de)

Feuer durch Glut

Wie wir Glut für ein Feuer erzeugen ist letztlich egal. Sei es durch Feuerbohren, nutzen von transportierter Glut oder durch Stein und Stahl (bzw Stein). Die weitere Verarbeitung ist identisch.

Und um genau dieses Vorgehen soll es in diesem Artikel gehen.

Der erste Zunder

Wie üblich, wenn wir etwas in der Natur machen, machen wir es von Anfang an richtig, damit es auch klappt. Dabei dürfen wir auch nicht vergessen, lieber doppelt so viel zu sammeln bzw herzustellen, wie wir glauben zu benötigen!

Wir benötigen zunächst einmal trockenes und faseriges Material. Laub ist eher ungeeignet. Besser ist trockenes gras, dass wir auf jeder Wiese finden können. Hat es geregnet, sollten wir möglichst schon morgens sammeln und diesen Zunder an unserem Körper unter den Schichten trocknen.

Das Gras nehmen wir in beide Hände und zerfasern es, in dem wir es gegeneinander reiben.

Der Zunder wird gröber

Als nächstes helfen kleine Holzlocken wie man sie von Feather-Sticks kennt. In diesem Fall werden die Locken jedoch nicht am Stock belassen, sondern als Knäuel gesammelt. Auch wenn Feather-Sticks hilfreich sind, nutzen sie uns hierbei weniger, als einzelne Locken in einem Knäuel.

Für die Locken benötigt man ein wirklich scharfes Messer. Man führt es dabei sachte an einer Kante entlang und produziert so möglichst unterschiedlich dicke und große Locken aus Holz. Die benötigte Menge muss man durch Übung und Erfahrung abschätzen lernen. Je feuchter das Material bzw die Witterung, desto mehr benötigen wir.

Hilfsmittel

Mit diesen beiden Zundern ist man bereits auf einem guten Weg. Wenn alles feucht ist oder man noch sicherer sein will, setzt man noch Brandbeschleuniger ein. Das können Kienspan, feine Äste von Nadelbäumen sein oder eben Kirsch- und Birkenrinde. Für die Bestimmung möchte ich die Internetseite Baumkunde empfehlen!

Biken- und Kirschrinde kann lose abgezupft werden. Dann schädigt man auch lebende Bäume nicht. Totholz kann man auch mit einer Klinge sehr gut entrinden und erhält so größere Mengen an Material. Beide Rinden enthalten ätherische Öle, die sowohl nass noch hervorragend brennen, als auch dafür sorgen, dass die Rinde noch intakt ist wenn das innere bereits morsch ist.

Brennholz

Jetzt kommen wir zum wichtigsten an unserem Vorhaben! Wie alles andere müssen wir auch das Holz entsprechend vorbereiten. Liegendes Holz gilt es zu vermeiden. Besser ist stehendes oder hängendes Totholz. Selbst wenn dieses äußerlich feucht ist, so ist der Kern trocken. Also spalten! Auch die Locken gewinnt man in diesem Fall aus dem trockenen Kernholz.

Was wir brauchen sind verschieden starke Holzstücke. Diese werden auch nach Stärke sortiert bereit gelegt. Da Vorbereitung wichtig ist und je nach Situation immer wichtiger wird, gehören die dünnsten Stücke am dichtesten an die Feuerstelle und die Stärksten am weitesten weg. Der Grund dafür ist einfach: Zeit. Durch diese Sortierung können wir zügig auf die Entwicklung des Feuers einwirken und sicher sein, dass es erfolgreich wird. Dennoch ist Übung bedeutend, denn die beste Vorbereitung hilft ohne Übung und Routine nichts. Spätestens unter widrigen Umständen wie Regen oder nasses Holz, wird sich zeigen, warum Übung so wichtig ist.

Lässt sich das Holz nicht hinstellen, kann man es auch spalten, in dem man es hinlegt und dann hinein schlägt. Steckt das Tomahawk (Axt, Beil) bei dünnen Stücken im Hackklotz, vereinfacht das seitliche Drehen des Endes das Spalten.

Die Feuerstelle

Wieder heißt es Vorbereitung! In diesem Fall habe ich eine neue Art von Feuerstelle getestet.

Die dicken Scheite werden V-förmig gestapelt. Die trockenste Seite gehört nach innen und die Öffnung des V wird in den Wind ausgerichtet. So spart man sich auch das Pusten. Vorausgesetzt, dass der Wind nicht zu stark ist. Die Holzspäne liegen bereit und einige dünnere Holzstücke sind auch bereits in Position. Auch das sorgt für ein schnelleres Handeln und gehört fest zu den Vorbereitungen, BEVOR auch nur ein Funke geschlagen wird.

Alles ist bereit!

Wenn alles bereit ist, können wir die Glut erzeugen. Wie das mit Feuerstein und Stahl geht, habe ich ja bereits auch im Beitrag über charred cloth geschrieben.

Haben wir Glut, haben wir Eile. Eile bedeutet jedoch nicht Hektik. Durch Übung und Vorbereitung sind wir jetzt in der Lage richtig zu agieren und das bedeutet Geschwindigkeit.

Die Glut gehört in unser Zundernest. Man legt sie mittig hinein und faltet es dann sanft um die Glut herum und das Anblasen beginnt. Hält man die Glut hoch vor das Gesicht, läuft man nicht Gefahr, das beispielsweise Schweißtropfen nach dem Feuerbohren in die Glut tropfen und alles zunichte machen. Ferner zieht uns dann auch der Qualm nicht ins Gesicht. Sobald Flammen schlagen, wird der zunder umgedreht, damit die Flammen durch das Nest hindurch nach oben steigen und sich die Hitze ausbreitet. Dies geschieht, während man das Zundernest in das V hineinlegt.

Liegt das Zundernest, werden die Späne vor und auf den brennenden Zunder geschoben.

Zaghafte Flämmchen stärken

Beginnt alles zu brennen, gilt es die Flammen sicher zustellen. Hierzu eignen sich Brandbeschleuniger wie die gesammelte Rinde bestens. In verschieden große Stücke gerupft werden sie einfach in die Flammen gelegt, ohne sie jedoch zu ersticken. Dadurch werden die Flammen größer und stärker.

Sind die Flammen sicher, gehört das kleinste Holz in das Feuer.

Das Kleinholz wird schräg an das dicke, V bildende Holz angelehnt, damit es über den Flammen steht. Dabei gilt es, luftig zu stapeln, damit Luft durch die Hölzer dringt und die Flammen mit ihrer Hitze auch in diesem Material Fuß fassen können. Nun heißt es warten.

Das Feuer hat sicher die nächsten Hölzer erfasst und breitet sich aus. Damit sind wir erneut gefragt.

Weiteres Material wird aufgelegt. Dieses Mal wieder etwas größer und schon wieder heißt es warten. Ab diesem Punkt, haben wir bei guter Vorbereitung so gut wie gewonnen und unser Feuer kann kaum noch erlöschen.

Brennt nun auch die nächste Stärke, heißt es abwarten, bis sich das Feuer gleichmäßig verbreitet hat und die letzte Stärke kann aufgelegt werden bzw das Feuer kann genutzt werden. Es bleibt nun nur noch eine Frage offen:

Habt ihr genug Holz für die benötigte Dauer des Feuers?

Charred cloth – verkohlter Stoff

Das Ergebnis ganz oben, Mittel zur Herstellung darunter.

Verkohlter Stoff oder auch charred cloth (im englischen Sprachraum gebräuchlich) ist ein seit Jahrhunterten verwendetes Mittel, um Funken von Feuerstein und Stahl aufzufangen, in Glut zu verwandeln und dann in Zunder zu übertragen. Nachteil dieser Methode des Feuer-Machens ist jedoch, dass das Material (Stoff) gut vorbereitet sein will. Außerdem muss der verkohlte Stoff gut gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Gleichzeitig ist Wind jedoch kein Problem, im Gegenteil. Wind hilft uns sogar beim übertragen der Glut in den Zunder, um diesen dann zu entzünden! Zudem ist er ein gutes Mittel, den echten Zunderschwamm zu umgehen, da dieser unter Naturschutz steht und somit eher schwierig zu bekommen ist. Stammholz am Wegesrand ist eine Option, wenn es dort zur Abholung für die holzbearbeitende Industrie bereit liegt und an diesen Stämmen der Pilz wächst oder befallene Bäume im Garten.

Was benötigen wir?

Starten wir mit dem Grundmaterial:

  • gut schließende Blechdose
  • einen soliden Nagel o.ä.
  • Hammer o.ä.
  • Baumwollstoff (oder einen anderen 100% Naturstoff außer Wolle)

Es geht jede beliebige Blechdose, solange sie gut wieder verschließbar ist. Allerdings darf beim verkohlen kein Kunststoff mehr anhaften. Weder Dichtungen, noch Beschichtungen. Die Dosen sollten dazu auch vor den ersten Schritten gut gesäubert werden. Dann können wir beginnen.

Wie bereiten wir die Dose vor?

Der Nagel wird mittig eingeschlagen. Wozu dies dient, verrate ich später!

Wenn das Loch im Deckel ist, werden Deckel und Dose sauber im Feuer ausgebrannt, damit keine Kunststoffreste mehr an der Dose sind. Diese verkleben gerne schon einmal die Dose beim Verkohlen und das öffnen wird schwierig. Ein leichter Schimmer ist am Ende von der Beschichtung ähnlich der Schrift auf verbrannter Zeitung noch vorhanden. Dieser ist nicht mehr schlimm und hinterlässt nur ein wenig Schmutz an den Fingern. Allerdings lässt sich das mit einem Baumwoll Lappen bequem entfernen. Dieser kann hinterher auch mit verkohlt werden. So verschwenden wir nichts.

Beim Herausholen der Dose(n) daran denken, dass sie heiß sind! Deswegen gehören die guten Stücke auch auf eine Feuerfeste Unterlage und sollen dort auskühlen. Praktischer Weise geht dies bei dem dünnen Stahlblech sehr schnell und schon können wir weiter arbeiten.

Das Verkohlen

Zu erst wird nun der Baumwollstoff in kleine mehr oder wenig quadratische Stücke geschnitten, die sich in die Dose legen lassen. Das können alte Kleidungsstücke wie z.B. Jeans oder T-Shirts sein. Wichtig ist nur 100% natürliche Pflanzenfaser. Dünne Stoffe nehmen die Funken etwas besser an, als dicke Stoffe wie Jeans. Dafür glühen sie etwas länger. Probiert einfach damit herum und sammelt eigene Erfahrungen, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Ist die Dose dicht befüllt, wird der Deckel geschlossen…

… und die Dose in eine heiße Stelle des Feuers gelegt. Nach einiger zeit tritt Rauch aus. Dies ist ein gutes Zeichen. Es kommt jedoch auch vor, dass:

… sich die Rauchgase entzünden. Dies ist völlig normal und in Ordnung. Es dauert seine Zeit. Leider gibt es hier keine sichere Zeit, die ich nennen könnte. Es ist jedoch wichtig, dass der Stoff ausreichend lange in Dose und Feuer verkohlen kann. Ein guter Indikator ist der Rauch bzw die kleine Flamme aus dem Loch. So lange diese vorhanden sind, muss die Dose im Feuer verbleiben. Da es vorkommt, dass Rauch zeitweilig pausiert, heißt es auch nach dem Ende des Rauches noch einige Minuten zu warten. Kommt dann kein Rauch mehr, ist der Stoff fertig verkohlt.

Aber die Dose darf unter keinen Umständen sofort geöffnet werden. Weiterhin muss das Loch einige Zeit verschlossen werden.

Ich drehe die Dose dazu um oder lege etwas kleines, flaches wie z.B. eine Münze oder flachen Stein darauf. Das Auskühlen geht recht schnell. Aber leider kann zu frühes Öffnen dazu führen, dass der Stoff wieder zu glühen oder brennen anfängt, wodurch die Arbeit zu nichte wird.

Als Trick und weil ich Outdoors an möglichst Energie effizientem Vorgehen interessiert bin (was ja auch in einer Überlebenssituation hilft), mache ich den Stoff beim Kochen. Alles Vorbereiten und sobald mein Essen ins Feuer kommt, werfe ich die Dose in die Flammen hinzu. Ist das essen fertig, ist auch meine Dose fertig. Nun entferne ich beides aus den Flammen und die Dose wird während des Essens zum Auskühlen gelagert. Dann aufräumen und schließlich wenn alles fertig ist, ist auch die Dose fertig und wird wieder eingepackt. Das Schöne bei der Dose ist, dass sie auch gut zum Transport bestens geeignet ist.

Der besondere Moment: Ist das Werk gelungen oder nicht?
So soll es aussehen: gleichmäßig verkohlter Stoff. Aber das Volumen ist geschwunden.
Test: Man entnimmt ein Läppchen und versucht es auseinander zu zupfen. Geht es leicht, ohne zu zerfallen, wenn man es festhält, ist der Zustand optimal.

Wie geht es nun weiter?

Der Rest ist nun nur noch Übung. Feuerstahl und -stein wollen geübt werden, aber es ist keine Herausforderung.

Ein verkohltes Läppchen unter den Stein halten, dass es heraussteht. (Je schärfer die Kante des Steines, desto leichter entstehen funken)
Nun wird der Stahl scharf über die Kante des Steines geschlagen, so dass Funken auf das Läppchen geworfen werden. Der Winkel benötigt ein wenig Übung und jeder macht da seine eigenen Erfahrungen.
Ein winziger funke reicht aus. Beginnt es zu glühen reicht ganz sachtes Blasen, um die Glut anzufachen.

Gibt es Alternativen zum Stoff?

Ja und nein. Dazu habe ich Experimente mit verschiedenen Materialien durchgeführt. Nicht alle taugten, waren brauchbar oder leicht zu handhaben. Aber grundsätzlich war es dennoch aufschlussreich.

Die Materialien zum Test: Bastgewebe (Linde), Gras, Laub und Moos)

Gras

Das Ergebnis sah zunächst gut aus. Dann erwies sich jedoch das Handling als überaus schwierig. Das Gras zerbröselt sofort und so blieb mir nur noch, zu versuchen die Funken in die Dose zu schlagen. Einige wenige flogen wirkungslos hinein und so versuchte ich es auf dem Stamm. Als auch dies erfolglos war, kam der gute Auermetall-Stab zum Einsatz. Tatsächlich brachten nun endlich diese Funken ein wenig Glut hervor. Doch noch bevor ich sachte pusten konnte, waren sie wieder verloschen.

Moos

Im Grunde verhielt sich Moos genau so wie Gras. Handling nicht gut, nimmt keine Funken an, Auermetall versagt ebenfalls. Folglich ist auch Moos ungeeignet.

Laub

Laub ist offenbar noch ungeeigneter als Moos oder Gras. Es wirkt im ersten Moment effekiv und brauch bar. Doch es zerfällt bei leichter Berührung sofort und damit ist das Handling noch ungünstiger, als bei den ersten beiden Versuchen. Hat man dieses Problem gelöst, nimmt das Laub jedoch auch keine Funken an. Weder vom Stein, noch vom Auermetall. Schade!

Lindenbast

Lindenbast will erst einmal gewonnen werden. Dazu wird ein Linden Ast entrindet und das Faserige Material zwischen Rinde und Holz gewonnen. Dieses wird dann mit den Fingern noch weiter zerfasert und in die Dose gesteckt. Auch wenn das Handling nicht so einfach ist, wie die Läppchen, geht es mit ein wenig tricksen doch sehr einfach, den verkohlten Bast zu entzünden.

Mein Fazit

Auch wenn ich diese Methode liebe, um mein Feuer zu entfachen, ist sie dennoch keine wirklich gute Technik in einer Survival Situation. Sie erfordert spezielles Material und Vorbereitung. Da ist unser Auermetall wesentlich vielseitiger und effektiver. Alleine vom Volumen her. Aber dennoch mag ich diese Technik einfach und es macht mir Spaß, damit feuer zu entfachen. Alleine schon deshalb, wird bei mir in Zukunft immer eine zweite Dose dabei sein, um weitere Materialien zu testen, wenn ich die Gelegenheit habe. Erfahrung und Routine, bekommt man nur durch üben und testen!

In diesem Sinne,

Stay on (Lynx-) Trail!